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Akrobatik statt Mathestunde

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Schüler der Nordschule bereiten sich auf eine Zirkus-Aufführung vor

Eine Projektwoche besonderer Art haben die Jungen und Mädchen der Groß-Gerauer Nordschule in dieser Woche erlebt. Mit Mitarbeitern des Zirkus Baldini studierten sie artistische Darbietungen ein. Am heutigen Freitag präsentieren sie das Geprobte dann in zwei Aufführungen Angehörigen und Freunden. „Ich bin mal kurz drüben im Zirkus“, rief Schulleiter Christian Scherer noch schnell ins Sekretariat, ehe er sich auf den Weg zum angrenzenden Gelände der Firma „Abschleppdienst Gerhardt“ machte. Dort hatte der Zirkus Baldini im Zusammenhang mit der Projektwoche der Schule sein großes blaues Zelt aufgeschlagen.

Auf dem Platz davor herrschte buntes Treiben: Dort versuchten sich die Ball- und Tellerjongleure an den Tricks, die sie von den ausgebildeten Zirkuspädagogen gezeigt bekommen haben. Die umherfliegenden Bälle und Ringe zeugten vom Eifer, mit dem die Kinder bei der Sache waren. Auch die Zweitklässlerin Tamia war hoch konzentriert: „Ich will den anderen zeigen, was ich drauf habe“, erklärte sie ihre Wahl für die Jonglagegruppe.

Die insgesamt 220 Kinder durften nach der Vorführung aller Artistikdarbietungen und einer Proberunde Anfang der Woche eine Gruppe auswählen, in der sie mitmachen wollten.

Ob sie sich dabei für Trapez, Jonglage, Akrobatik, Drahtseil, die Clown- oder die Tiergruppe, die mit Hunden und Pferden arbeitet, entschieden, blieb den Jungen und Mädchen selbst überlassen. Zweitklässler Noah fand seine Entscheidung für die Drahtseilgruppe jedenfalls „richtig, richtig, richtig gut“, wie er sagte – vor allem, weil er bei der Aufführung freihändig auf dem Seil laufen müsse.

„Das ist etwas Besonderes“

In der Manege waren die Vierbeiner los: „Donna, hoch!“ – kaum hatte die Schülerin die letzte Silbe ausgesprochen, schon lief der Pudel ihr auf zwei Beinen hinterher. „Und loben und streicheln“, wies Zirkusmitarbeiterin und Gruppenleiterin Michelle Krämer das Mädchen an.

Lehrerin Margit Rathgeber beobachtete die Szenerie von den Zuschauerreihen aus: Das sieht zwar einfach aus, aber „hier wird eine ganze Menge von den Kindern verlangt“, erklärte sie. In der kommenden Woche wird das Projekt im Unterricht nachbereitet. Die Grundschüler sollen die Möglichkeit bekommen, von ihren Erfahrungen zu berichten, erläuterte Rathgeber. Die Idee, den Zirkus in die Schule zu holen, fand bei Eltern und Schüler großen Anklang. „Das ist etwas Besonderes“, erklärte Schulleiter Scherer.

Neben dem sichtbaren Spaß, den die Jungen und Mädchen bei dem Projekt haben, lernen die Schüler sich selbst besser einzuschätzen.

Zudem müssen sie Verantwortung übernehmen, da sie auch an der Pflege der Zirkustiere beteiligt sind. Nicht zuletzt wird durch die Aufführung das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt, wie Schulleiter Scherer betonte. Deswegen hoffe er, dass die Angehörigen der Schüler zahlreich zu den Aufführungen kommen werden. (eda)

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