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Akrobatik, Gesang und viel Gefühl

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Mit Artistik begeistert die Compagnie Waldoni ihr Publikum.
Mit Artistik begeistert die Compagnie Waldoni ihr Publikum. © Claus Völker

Der Circus Waldoni begeistert in Darmstadt mit einem Weihnachtsvarieté vor ausverkauftem Haus. Akrobatische Kunststücke und Hebefiguren werden mit Musik, Gesang, Schauspiel und viel Humor verknüpft.

Es ist Mittwochabend im Eberstädter Circus Waldoni, gleich beginnt das Weihnachtsvarieté, diesmal unter dem Namen „Live in Concert“. Schon vor Beginn der Vorstellung vernimmt man im Saal aufgeregtes Gemurmel. Die ausverkauften Karten sprechen für sich: Am ersten Feiertag wollen sich viele Darmstädter die Weihnachtsvorstellung des Circus Waldoni nicht entgehen lassen. Viele sind nicht zum ersten Mal da und wissen, was sie heute Abend erwartet. „Es ist jetzt das dritte Jahr, in dem die Gruppe Compagnie Waldoni so etwas Großes auf die Beine stellt“, weiß Hans-Günter Bartel, Leiter des Projekts Circus Waldoni. „Bei uns gibt es verschiedene Altersklassen. Ab dem Kindergarten kann jeder teilnehmen.“

Am Hochzeitstag verlassen

Aufführungen, bei denen man sein neu gelerntes Können unter Beweis stellen kann, habe jede der verschiedenen Gruppen. Die heutigen Artisten der Compagnie Waldoni hingegen, 14 an der Zahl, seien Ehemalige des Projekts. Am meisten freue es Bartel, welche Arbeit wirklich hinter der Vorstellung steckt: „Ich bin unglaublich stolz, dass diese jungen Menschen so eine Initiative selbst ergreifen und von der Beleuchtung über den Ton bis hin zur Technik alles selbst gemacht haben.“

Eine gute Woche Zeit sei für die Umsetzung der Ideen und das Einstudieren geblieben. Von der knappen Vorbereitungszeit ist jedoch nichts zu spüren.

Die Lichter gehen aus, eine junge Frau in einem prächtigen, langen Hochzeitskleid sitzt auf einem Trapez. Sie weint und hält eine fast geleerte Flasche Sekt in ihrer Hand. Man erfährt, dass sie an ihrem Hochzeitstag vom Bräutigam verlassen wurde und die Putzfrau es sich zur Aufgabe gemacht hat, sie aufzumuntern. Das ist die Rahmengeschichte, die sich durch die gesamte Vorstellung zieht. Doch die steht bei Weitem nicht im Vordergrund.

Waghalsige Kunststücke

Schnell wird den Zuschauern bewusst, dass die Darbietung der Compagnie Waldoni nicht mit einem gewöhnlichen Zirkusbesuch zu vergleichen ist. Akrobatische Kunststücke und Hebefiguren werden mit Musik, Gesang, Schauspiel und viel Humor verknüpft.

Die zwölfjährige Luise Wotka sitzt heute mit ihrer Familie zum ersten Mal mit im Publikum. „Besonders mag ich die Akrobatik“, sagt sie. Über zwei Stunden lang zieht das Geschehen auf der Bühne die Besucher in seinen Bann. Es wird zur Musik mitgeklatscht und viel gelacht.

Manche Hebefiguren oder Kunststücke auf dem Trapez sind besonders waghalsig. Bei diesen verstummt das Publikum, um erleichtert und beeindruckt zu applaudieren, sobald die Artisten wieder mit beiden Füßen fest auf dem Boden stehen.

Als einer der Künstler das Publikum dazu bringt, mit ihm das Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ auf die Melodie von „O Tannenbaum“ zu singen, kann sich kaum einer vor Lachen auf seinem Platz halten. Auch Zuschauerin Brigitta Cladders zeigt sich von der Stimmung ein weiteres Mal begeistert. Vor zwei Jahren hat sie das Weihnachtsvarieté zum ersten Mal besucht. Ihren Eindruck fasst sie so zusammen: „Es ist ein Gesamtkunstwerk.“ (eda)

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