TU in Darmstadt

Adolf-Messer-Preis in der Kritik

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Studenten der Technischen Universität (TU) Darmstadt kritisieren die Verleihung des Preises der Adolf Messer Stiftung: Der Namensgeber hat eine NS-Vergangenheit.

Die Verleihung des Preises der Adolf-Messer-Stiftung am 17. Dezember wird von Studierenden der Technischen Universität (TU) Darmstadt massiv kritisiert. Wie jedes Jahr bleibe dabei die NS-Vergangenheit des Namensgebers der Stiftung vollkommen unkommentiert, heißt es in einer Mitteilung des Asta. „Mit Adolf Messer wird ein NSDAP-Mitglied, welches mit seiner Firma durch das NS-Regime profitierte, Namensgeber eines Preises für Nachwuchswissenschaftler“, sagt Asta-Referentin Johanna Brust. Unverständlich sei, wie das TU-Präsidium dies trotz aller öffentlichen Kritik weiterhin unkommentiert zulassen könne.

Im Sommer hatte an der Frankfurter Goethe-Uni die Umbenennung der Studentenlounge in Adolf-Messer-Stiftungs-Lounge eine öffentliche Debatte ausgelöst. TU-Sprecher Jörg Feuck wies die Kritik auf Anfrage der FR zurück. Um Transparenz zu schaffen, habe die TU im Zuge der Debatte eine historische Einschätzung vornehmen lassen, die sich auf eine wissenschaftliche Arbeit von Frankfurter Experten zur Rolle Messers bezog. Auf dieser Grundlage betrachte man die Preisverleihung als „völlig unproblematisch“. Sicher sei Messer ein Profiteur des Regimes gewesen – wie so viele. Die Stiftung sei aber von den Enkeln des Firmengründers und Darmstädter Alumnus nach dessen Tod gegründet worden. Zudem verweise die Stiftung jetzt auf ihrer neuen Webseite auf die historischen Fakten. Zur Forderung der Studenten nach einer Entschädigung der Zwangsarbeiter, die die Firma Messer ab 1941 für die Rüstungsproduktion in Frankfurt beschäftigte, riet Feuck: „Damit sollten sie sich an die Stiftung wenden.“

Heute firmiert das Weltunternehmen als Messer Group mit Sitz in Bad Soden und stellt Industriegase her. 

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