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Abtauchen in Arheilgen

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Ein Korallenriff in Arheilgen? Kein bizarrer Gedanke für Hans Kutschera. Trotz Wirtschaftskrise hält er an seinem Millionenprojekt fest. Im Westen des Stadtteils will der 69-Jährige ein Tauchcenter mit Unterwassermuseum und Fünf-Sterne-Hotel bauen.

Ein Korallenriff in Arheilgen? Kein bizarrer Gedanke für Hans Kutschera. Trotz Wirtschaftskrise hält er an seinem Millionenprojekt fest. Im Westen des Stadtteils will der 69-Jährige ein Tauchcenter mit Unterwassermuseum und Fünf-Sterne-Hotel bauen. "Etwas Einmaliges. Das gibt es nirgendwo", ist er überzeugt.

Als Ende 2008 die Pläne vorgestellt wurden, gab es viele Skeptiker. Doch Kutschera treibt sein Vorhaben voran. Der Arheilger, der in Darmstadt eine Gebäudeverwaltung betreibt, hat bereits einige Gutachten erstellen lassen und "viel Geld investiert". Die ersten planungsrechtlichen Hürden sind genommen. Demnächst wird der Bebauungsplan offengelegt. Danach kann das Stadtparlament, das bislang allen Planungsschritten zugestimmt hat, die Bausatzung beschließen.

40 Meter tiefes Bassin

Auf einer Fläche von vier Hektar soll die Unterwasserwelt entstehen. Ihr Zentrum ist ein 100 Meter langes und 100 Meter breites Tauchbecken samt Hotel. Das achteckige Bassin ist 40 Meter tief: zwölf Meter über und 28 Meter in der Erde. 100 000 Kubikmeter Wasser beträgt das Fassungsvermögen. "So viel wie der Große Woog", sagt Kutschera.

Der oberirdische Teil des Beckens besteht aus Glaswänden, durch die die Tauchlandschaften betrachtet werden können: nachgebildete Eisberge, ein imitiertes Korallenriff und Felsformationen. Durch die Scheibe ist auch das Unterwassermuseum zur Geschichte des Tauchens zu sehen.

Um die riesige Glaswanne ist ringförmig das Hotel angelegt. 169 Zimmer und Suiten finden Platz. Von den Zimmern im inneren Ring bietet sich ein Blick ins Bassin. Im dritten Obergeschoss gibt es Konferenzräume und einen Einstieg ins Becken. Im Erdgeschoss hat der Besucher freie Sicht in die Unterwasserwelt - auch von einem Fünf-Sterne- und einem rustikalen Restaurant aus. Das Untergeschoss dient als Tiefgarage. Im Nordosten des Geländes ist zudem ein Aparthotel geplant.

Das Projekt will Kutschera auch über Kredite finanzieren. Über die Höhe der Investition will er nicht sprechen. Das Potenzial sei jedenfalls da. Kutschera verweist auf eine Marktanalyse, die Bedarf und Einzugsbereich über das Rhein-Main-Gebiet hinaus sieht. In der Region fehlten Trainingsmöglichkeiten für Taucher. Für nichttauchende Hotelgäste sollen die Qualität des Hotels und der Blick ins Becken Anreize sein.

Planungsdezernent Dieter Wenzel (SPD) spricht von einem "enormen Imagegewinn" für Darmstadt. Eine Beeinträchtigung des Grundwasserflusses sehen Gutachter nicht. In zwei Jahren, hofft Kutschera, könnte der erste Taucher ins Wasser steigen. (rf)

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