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Notfallsanitäterin Laura Götze (li.) und Rettungssanitäter Marian Müller-Kluge proben den Ernstfall in einer Impfkabine.
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Notfallsanitäterin Laura Götze (li.) und Rettungssanitäter Marian Müller-Kluge proben den Ernstfall in einer Impfkabine.

Darmstadt

Abläufe im Impfzentrum in Darmstadt getestet

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Die Stadt Darmstadt will im Kongresszentrum „Darmstadtium“ mehrere Monate lang täglich 1000 Menschen impfen. Für den Betrieb sucht die Stadt nach medizinischem Personal.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) spricht mit Blick auf die derzeitige Prüfung von Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus von einem „Hoffnungsschimmer“. Noch weiß auch das Darmstädter Stadtoberhaupt nicht genau, wann die Tausenden Impfdosen in der Stadt eintreffen werden, weil in Deutschland derzeit noch kein Serum zugelassen ist und der Starttermin für die geplante Massenimpfung noch nicht feststeht.

Das Darmstädter Impfzentrum im Kongresszentrum „Darmstadtium“, eines von hessenweit 28, wird aber – wie vom Land gefordert – bis Ende der Woche einsatzbereit sein. Am Samstagvormittag beteiligten sich mehrere Dutzend freiwillige Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes an einem Test, um Abläufe zu erproben und zu analysieren.

Vorgesehen ist, im Erdgeschoss des zentralen und verkehrsgünstig gelegenen Gebäudes mehrere Monate lang bis zu 1000 Menschen täglich zu impfen. Der derzeit eingeschränkte Tagungsbetrieb soll in den oberen Geschossen weiterlaufen. Nach den Worten von Oberbürgermeister Partsch ist es auch ein „Signal an die Stadt“, dass das im Herzen der Innenstadt gelegene Kongresszentrum als Impfzentrum fungieren soll. Das „Darmstadtium“ biete hierfür „optimale Voraussetzungen“, sagte Partsch.

Wichtig sei auch die Nähe zur Apotheke im städtischen Klinikum, in der künftig die Impfdosen bei hohen Minusgraden deponiert werden sollen. Geplant sei, erforderliche Rationen von dort schnell mit Kühlbehältern ins Kongresszentrum zu transportieren.

Fotostrecke: Darmstadt probt fürs Impfen

Der Einlass ins Kongresszentrum wird mit Absperrgittern und Plastikbändern reguliert.
Im Darmstadtium testet die Stadt Darmstadt die kommenden Massenimpfungen. Der Einlass ins Kongresszentrum wird mit Absperrgittern und Plastikbändern reguliert.  © Michael Schick
Mit Abstand: Feuerwehrleute aus Darmstadt simulieren auf dem Vorplatz vor dem Darmstadtium die Anmeldeprozedur.
Mit Abstand: Feuerwehrleute aus Darmstadt simulieren auf dem Vorplatz vor dem Darmstadtium die Anmeldeprozedur.  © Michael Schick
Wer zur Impfung eingeladen wurde, muss sich zunächst anmelden.
Wer zur Impfung eingeladen wurde, muss sich zunächst anmelden.  © Michael Schick

Nach Auskunft von Jürgen Krahn, dem Leiter des Darmstädter Gesundheitsamts, werden im Kongresszentrum ausschließlich Menschen aus Darmstadt und nur solche geimpft, die zuvor eine Einladung bekommen haben. Für das Versenden der Einladungen werde das Land zuständig sein.

Nach einer Anmeldung an einem mobilen Container der Feuerwehr, der auf dem Vorplatz des Kongresszentrums platziert wurde, soll bei den Bürger:innen im Foyer zunächst Fieber gemessen werden. Auf dem Boden weisen zugleich große Aufkleber darauf hin, zwei Meter Abstand zueinander zu halten. Die zu impfenden Menschen erhalten einen „Laufzettel“, werden registriert, über die Impfung informiert und gegebenenfalls können sie sich von einem Arzt oder einer Ärztin nochmals intensiver aufklären lassen, um sich dann zu entscheiden, ob sie sich impfen lassen wollen oder lieber doch nicht.

Zwei Impfzonen im Corona-Impfzentrum im Kongresszentrum in Darmstadt

Die Impfung selbst soll nach Angaben von Gesundheitsamtsleiter Krahn unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Entsprechend ausgebildetes Personal, wie etwa Notfallsanitäter, werden sich um jeweils drei Menschen, die eine Impfdosis erhalten, kümmern. Hierfür wurden in der vorigen Woche vom Team des Kongresszentrums und Feuerwehrleuten mit Unterstützung von Messebauunternehmen zwei Impfzonen mit je neun Plätzen eingerichtet.

OB Jochen Partsch spricht von einem „Hoffnungsschimmer“.

Im Anschluss an die Impfung sollen sich die Geimpften eine halbe Stunde lang in einem Wartebereich ausruhen. Mit einer dokumentierten Impfbestätigung könnten sie dann nach weniger als einer Stunde das Impfzentrum wieder verlassen.

Corona-Impfzentrum in Darmstadt wird von 7 bis 22 Uhr öffnen

Das Impfzentrum soll an sieben Tagen in der Woche zwischen 7 und 22 Uhr geöffnet sein. Unter Vollbetrieb werden hierfür voraussichtlich 70 Mitarbeiter:innen in einem Schichtbetrieb benötigt. Laut Oberbürgermeister Partsch haben sich bereits 300 Freiwillige bei der Stadt gemeldet. Weitere würden jedoch benötigt.

Während der beiden Testläufe wurde am Samstag auch geprobt, wie viel Zeit für die Anmeldung, Registrierung, Information und die eigentliche Impfung benötigt wird. Geprüft wurde auch, ob der Platzbedarf für das Einchecken, die ärztliche Aufklärung und für das Impfen richtig bemessen wurden. So sollte auch herausgefunden werden, ob gegebenenfalls bei der Technik noch Korrekturen nötig seien, berichtete Partsch, der auch Leiter des städtischen Covid-19-Krisenstabs ist.

Vorgesehen ist, nun noch ein Ampelsystem zu installieren, damit die Bürger:innen leicht sehen können, welche Impfkabinen wieder desinfiziert und frei sind. „Natürlich müssen noch ein paar Feinjustierungen vorgenommen werden, aber insgesamt war der Probelauf erfolgreich“, äußerte Partsch.

Impfzentrum Darmstadt: Stadt sucht noch Personal für den Betrieb

Johann Braxenthaler, der Chef der für den Aufbau des Impfzentrums zuständigen Darmstädter Feuerwehr, sagte, er sei zuversichtlich, rechtzeitig bis zum kommenden Freitag dem Land die Einsatzbereitschaft des Zentrums melden zu können.

Die Zeit bis zum Eintreffen des Impfstoffs soll nun für die Schulung der Hilfskräfte, für weitere Probeläufe und die Suche von Personal für den Betrieb des Zentrums genutzt werden. Interessierte Ärztinnen und Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Helfende können sich per E-Mail unter impfzentrum-personal@ darmstadt.de oder der Telefonnummer 06151 / 134 514 bei der Stadt bewerben.

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