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Abgehängte Region

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Die drei südlichsten Landkreise Hessens befürchten einen Super-GAU, wenn die geplante ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt-Mannheim nicht über den Darmstädter Hauptbahnhof führt.

Die drei südlichsten Landkreise Hessens befürchten einen Super-GAU, wenn die geplante ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt-Mannheim nicht über den Darmstädter Hauptbahnhof führt. Ein möglicher Außenbahnhof in 20 Minuten Entfernung würde nicht angenommen. ,,Das wäre ein Mondbahnhof", sagte der Bergsträßer Landrat Matthias Wilkes (CDU) am Mittwoch bei einem Treffen in Darmstadt. Die gesamte Region könnte abgehängt werden. ,,Wir brauchen aber eine Vernetzung des Umlandes am Hauptbahnhof Darmstadt", sagte Wilkes. Darin sei er sich mit den Kreisen Darmstadt-Dieburg und Odenwald einig. Die Situation sei nur durch Darmstadts Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) entstanden. "Er hat den ´Konsens Hauptbahnhof´ aus heiterem Himmel ohne jede Rücksprache aufgekündigt", sagte Wilkes.

Die Infrastruktur werde bald festgeklopft. ,,Es ist 5 vor 12", sagte Wilkes. Später sei nichts mehr zu retten. "Wir würden auch noch in 100 Jahren mit dem Fernbahnhof leben müssen. Schienen sind immer für die Ewigkeit. Mit der Strecke direkt über den Hauptbahnhof hätten wir aber alle Spatzen gefangen."

Die 85 Kilometer lange Neubaustrecke soll 2017 in Betrieb gehen. Sie erlaubt Geschwindigkeiten bis zu Tempo 300 und gilt als wichtiges Bindeglied zwischen den beiden Strecken Köln-Rhein/Main und Mannheim-Stuttgart. Als Kosten werden mehr als zwei Milliarden Euro veranschlagt. ( lhe)

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