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Abendkurse im Opel-Altwerk

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Ins Opel-Altwerk in der Rüsselsheimer Innenstadt soll das Bildungszentrum der Volkshochschule einziehen.
Ins Opel-Altwerk in der Rüsselsheimer Innenstadt soll das Bildungszentrum der Volkshochschule einziehen. © Heinrich Schreiber

Magistrat plant Umzug des Bildungszentrums der Volkshochschule.

Das Bildungszentrum der Volkshochschule soll im Opel-Altwerk angesiedelt werden. Das steht in einer Eilvorlage, die der Magistrat kürzlich dem Haupt- und Finanzausschuss in einer öffentlichen Sitzung vorlegte. Ab Schuljahrsbeginn 2015/2016, also noch in diesem Jahr, soll demnach das VHS-Bildungszentrum von der Goetheschule in anzumietende Räume im ersten und zweiten Obergeschoss des Gebäudes D1 im Opel-Altwerk umziehen. Der Fachausschuss verzichtete auf eine Beschlussempfehlung für die Stadtverordnetenversammlung am 12. Februar, da sich die Fraktionen zuerst mit dem Thema befassen sollen.

Der Magistrat verspricht sich von dem Vorhaben vor allem eine Belebung der Innenstadt. Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne), auch Vorsitzender der VHS-Betriebskommission, sagte: „Die VHS ergreift die Chance, um im Herzen unserer Stadt ein Bildungszentrum mit kurzen Wegen einzurichten.“ Für Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) ist das Bildungszentrum ein Beispiel dafür, wie die Flächen im Opel-Altwerk gemäß der Potenzialanalyse mit unterschiedlichen Nutzern belegt werden können.

Der Betriebsleiter von Kultur 123, Eckhard Kunze, und VHS-Leiterin Stefanie Zendel machten per Power-Point-Präsentation deutlich, dass die zehn Lernorte der VHS über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. Der Umzug aus der Goetheschule zu Opel biete die Chance für eine Konzentration der VHS-Bildungszentren in der Innenstadt.

Im Gebäudeteil A der Goetheschule nutzt die VHS seit Aufgabe der Unterrichtsstätten Kürbisstraße 42 und Taunusstraße 11 eine Gesamtfläche von 873 Quadratmetern unter anderem für berufsvorbereitende und -qualifizierende Maßnahmen, an denen im Studienjahr 2013/2014 insgesamt 361 Jugendliche und Erwachsene teilnahmen. Bei den freien Kursen wurden 155, bei Firmenschulungen und Fortbildungen 73 Besucher registriert. Die Goethe-Schule hat nun aufgrund wachsender Schülerzahlen Eigenbedarf angemeldet, weshalb eine neue Lösung für die VHS gefunden werden muss.

Hinter den historischen Backsteinmauern von Opel soll nun für zehn Jahre im Gebäude D 1 eine Fläche von 850 Quadratmetern angemietet werden, die nach zweieinhalb Jahren in einem derzeit von der Hochschule Rhein-Main genutzten Gebäudeteil entlang der Weisenauer Straße um 2000 Quadratmeter erweitert werden könnte.

Neun Euro pro Quadratmeter

Finanziell sind die Pläne nicht unproblematisch. Denn die von der Betriebsleitung Kultur 123 mit der Eigentümerin „ImmoFonds Autowerk GmbH & Co. KG“ ausgehandelte Variante II über eine Mietdauer von zehn Jahren sieht einen Mietzins von überwiegend neun Euro pro Quadratmeter vor. Dieser Preis beinhaltet einen Nachlass von bis zu 1,20 Euro und gilt nur unter der Voraussetzung einer zusätzlichen Anmietung der 2000 Quadratmeter. Ansonsten würde er bis auf 11,45 Euro klettern. Hinzu kommen Betriebskosten von 3,60 Euro.

Zu Beginn der Sitzung rechnete eine kritische Stimme aus dem Publikum vor, dass die Stadt sich angesichts eines jährlichen Mietzinses von 431 000 Euro bei einem Kauf der vorderen Altwerks-Bereiche für vielleicht 2,3 Millionen Euro wirtschaftlich wesentlich besser stellen würde.

In der Diskussion sprach Karl-Heinz Schneckenberger (Linke) im Blick auf die teuren Umbauten vor vier Jahren in der Goetheschule von Fehlplanung. Achim Weidner (fraktionslos) sieht die Chance der Refinanzierung in einem Verkauf des Landrat-Harth-Heims. Abdullah Sert (RFFW) zweifelt an der Ernsthaftigkeit der Überprüfung unterschiedlicher Immobilienangebote in der City wie Löwencenter, alte Post und Karstadt. (eda)

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