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5000 Euro Prämie für Ärzte

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Die Stadt will dem Ärztemangel vorbeugen.
Die Stadt will dem Ärztemangel vorbeugen. © dpa

5000 Euro Fördergeld soll jeder Arzt bekommen, der sich mit seiner Praxis in der Doppelstadt niederlässt. Die Stadt will damit einem Ärztemangel vorbeugen.

Als erste Reaktion auf den drohenden Ärztenotstand schlägt der Magistrat in Mörfelden-Walldorf eine Prämie vor: 5000 Euro Fördergeld soll jeder Arzt bekommen, der sich mit seiner Praxis in der Doppelstadt niederlässt. In einem Bericht des Sozialamts zur Ärztlichen Versorgung, der auf eine Anfrage der DKP/Linke Liste zurückgeht, wurde es offenbar: In der Stadt könnten in den nächsten Jahren fünf der 19 Hausärzte in Ruhestand gehen. Etwa 4500 Patienten müssten sich dann einen neuen Hausarzt suchen – schwierig, weil die bestehenden Praxen schon überlastet sind.

Nach Einschätzung der ortsansässigen Ärzte wird sich nur für jede zweite Praxis ein Nachfolger finden lassen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie reichen von der schwierigen Vereinbarkeit von Beruf und Familie über bessere Verdienstmöglichkeiten im Ausland bis hin zum hohen Investitionsstau in den Praxen. Von den Stadtverwaltungen erwarten sich die Mediziner wenig Hilfe, eher von Seiten der großen Politik und der Kassen.

Dennoch will die Stadtverwaltung nicht untätig bleiben. „Es muss auch unsere Aufgabe sein, die Stadt für Ärzte attraktiver zu machen“, betonte Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD). In der nächsten Sitzungsrunde soll deshalb das Parlament der neuen Förderung für Ärzte zustimmen. Der Zuschuss kann in neue Geräte oder auch in das Gebäude investiert werden.

Die Förderung soll den Ärzten die Entscheidung für Mörfelden-Walldorf erleichtern und sie gerade in der schwierigen Anfangszeit unterstützen. Sie gilt für Haus- und Fachärzte ebenso wie für Zahnärzte. Voraussetzung ist, dass die Praxis noch nicht länger als drei Monate besteht und die Ärzte mindestens fünf Jahre in der Stadt bleiben. Wer seine Praxis früher wieder aufgibt, muss den Zuschuss anteilig zurückzahlen.

Über den Vorschlag des Magistrats haben die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Dienstag, 10. Februar, im Walldorfer Rathaus zu entscheiden. Beginn ist um 18.30 Uhr. (eda)

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