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Alexander Golitschek beobachtet mit dem größten Teleskop der Sternwarte auch den Mond.

Darmstadt

50 Jahre Mondlandung: Faszination Astronomie hält an

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Die Sternwarte auf der Darmstädter Ludwigshöhe besteht seit 50 Jahren. Am Samstag gibt es Vorträge über die Mondmissionen und Führungen durch das Observatorium.

Wer in Darmstadt den Mond, die Sterne oder Planeten mal etwas genauer als nur mit dem bloßen Auge oder dem Fernglas beobachten will, der braucht eine gute Kondition, wenn er nicht mit dem Auto auf die Ludwigshöhe hinauffahren will. Von der Heidelberger Straße zwischen den Stadtteilen Bessungen und Eberstadt führt der Weg zur Volkssternwarte über die Cooperstraße. Die Straße führt vorbei an der früheren Jefferson-Siedlung, der ehemaligen Cambrai-Fritsch-Kaserne und dem Schulzentrum Marienhöhe und nach einigen Schleifen hinauf zum Gipfel des Bessunger Hausbergs.

Auf der nach dem ersten Darmstädter Großherzog Ludewig I. benannten Ludwigshöhe können Besucher bei schönem Wetter in der Ferne die Frankfurter Skyline sehen. Die Aussichtsplattform auf der Ludwigshöhe ist derzeit allerdings wegen Sanierungsarbeiten gesperrt.

Vom 27,5 Meter hohen Ludwigsturm sind es nur einige Schritte bis zur Sternwarte, die von einem Verein betrieben wird, dessen keckes Motto „Wir zeigen Ihnen die Sterne über Darmstadt – und nicht nur die ...“ lautet. Der Verein der Volkssternwarte Darmstadt wurde vor 50 Jahren – also im Jahr der ersten bemannten Mondlandung – gegründet. Nach den Worte von Bernhard Schlesier, dem 1. Vorsitzenden des Vereins, gewinnt das bei der Gründung des Vereins gesteckte Ziel, den Darmstädterinnen und Darmstädtern die Astronomie mittels eines Observatoriums nahe zu bringen, „erfreulicherweise von Jahr zu Jahr an Attraktivität“.

Modell der Mondlandefähre Eagle ausgestellt

Im Vortragsraum stehen Modelle von Raketen und Planeten.

Auf einer größeren Aussichtsplattform und in der Kuppel der Sternwarte stehen für astronomische Beobachtungen sieben größere Teleskope zur Verfügung. Knapp die Hälfte der Geräte, die zum Teil so teuer wie ein Kleinwagen sind, befinden sich nach Angaben des 2. Vorsitzenden Alexander Golitschek im Eigentum des Vereins. Mit speziellen Filtern sowie mit verschiedenen Linsen und Okularen ist es möglich, auch Eruptionen der Sonne zu beobachten oder in die Tiefen des Weltalls zu schauen.

Eine Sonderveranstaltung zur Landung von Apollo 11 auf dem Mond findet am Samstag, 20. Juli, von 15 bis 18 Uhr in de Volkssternwarte Darmstadt, Auf der Ludwigshöhe 196, statt.

Vorträge über den Ablauf der Apollo-Missionen beginnen jeweils um 15, 16 und 17 Uhr. Zudem werden von 15 Uhr an alle 20 Minuten Führungen durch die Sternwarte angeboten. Der Eintritt ist frei, Spenden willkommen.

Infos im Internet: www.vsda.de

Nach Auskunft Golitscheks gehören dem Verein derzeit rund 190 Mitglieder an. Der 48-Jährige, der in Bessungen wohnt und bei Bedarf auch Führungen für Kinder und Schulklassen anbietet, ist seit fünf Jahren im Vorstand aktiv. Anhand einer großen Übersichtskarte von der Mondoberfläche, die im hinteren Bereich der Beobachtungsplattform hängt, kann der Hobby-Astronom zeigen, wo genau die amerikanischen Astronauten vor 50 Jahren mit ihrem Landemodul aufsetzten, um den Mond zu erkunden. In der etwa drei Meter hohen Kuppel der Sternwarte, die 1983 in Betrieb genommen wurde und dessen Gebäudestruktur wabenartig ist, betätigt Golitschek zwei Rolladengurte, um eine Aussichtsluke zu öffnen. Vorsichtig entfernt Golitschek die Abdeckung eines „Refraktors in Faltbauweise“ – einem speziellen Fernrohr mit einer Brennweite von 4000 Millimeter. Das besondere Teleskop eigne sich wegen seiner bis zu 400-fachen Vergrößerung sehr gut für Planeten- und Mondbeobachtungen. Besonders faszinieren den 2. Vereinsvorsitzenden jedoch sogenannte Kugelsternhaufen und Sterne, die „wie funkelnde Diamanten“ im Teleskop zu erkennen sind. „Das finde ich besonders ästhetisch“, sagt Golitschek, der in der Telekommunikationsbranche tätig ist.

50 Jahre Mondlandung im TV: Alle Sendungen im Fernsehen und im Live-Stream

In den unteren Räumen des Darmstädter Observatoriums werden auch Überbleibsel von Meteoriten sowie Nachbauten der einstigen Saturn-V-Trägerrakete für die Apollo-Missionen oder ein Modell der Mondlandefähre Eagle ausgestellt. Unter der Decke eines Versammlungsraums hängen zudem die Nachbildungen von Meteoriten, die von einer Ausstellung über die Raumfahrtmission „Rosetta“ stammen, die vor zwei Jahren im Hessischen Landesmuseum zu sehen war.

Rund um die Sternwarte führt zudem ein knapp drei Kilometer langer Planetenweg. Mit Tafeln wird am Wegesrand über die wichtigsten Objekte des Sonnensystems informiert.

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