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Auch Geschäftsführerin Beate Laferi-Kobsa muss ihre Sachen packen.

Darmstadt

3000 Studenten ziehen um

Der Fachbereich 2 muss wegen Sanierungsarbeiten im Schloss für zwei Jahre weichen.

Die Sanierung des Schlosses läuft auf vollen Touren. Auch Institute der Technischen Universität Darmstadt sind davon betroffen. Bis Ende September muss der Fachbereich Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften ausgezogen sein. Ein Zettel mit der Aufschrift „Studienbüro Bartsch, 2. OG, Zr. 205“ klebt auf einem Schreibtischstuhl, der zur letzten Ladung gehört, die von der Deutschen Möbelspedition Friedrich am Mittwoch im Residenzschloss abgeholt wird.

Die Spedition zieht innerhalb von drei Tagen das erste Institut des Fachbereichs 2 – Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften – vom Schloss in die Landwehrstraße um. „Wir machen den Anfang“, sagt Beate Laferi-Kobsa, Geschäftsführerin des Fachbereichs und zuständig für den flotten Umzugsablauf.

Erstmals alle Institute vereint

Dafür mussten nicht nur gut 5500 Kisten gepackt und etliche Möbel transportiert werden, auch müssen Technik, PC- und Telefonanschlüsse innerhalb eines Tages am neuen Standort eingerichtet sein. Dass dies klappt, stand am Montagabend fest. „Ab 6 Uhr war hier alles lahmgelegt, und um 18 Uhr haben wir in den neuen Büros schon wieder telefoniert.“

Grund für den Umzug des TU-Fachbereiches mit rund 3000 Studenten sowie 170 Mitarbeitern und Professoren sind Renovierungsarbeiten im Schloss: Seit 2008 wird die Gründung von Glocken- und Kirchenbau instandgesetzt, Wallhaus und Glockenspiel des ehemaligen Wasserschlosses werden saniert.

Doch auch die Räume selbst sind renovierungsbedürftig, viele werden umfunktioniert und neue Wegebeziehungen geschaffen. Dies alles soll rund zwei Jahre dauern. Und obwohl sowohl die Studierenden als auch Mitarbeiter bedauern, den Campus Stadtmitte zu verlassen. „Wir haben es in der Landwehrstraße für die Interimszeit toll getroffen“, sagt Birgit Laferi-Kobsa.

In der Landwehrstraße 48 bis 54 wurden rund 8700 Quadratmeter Fläche für Studenten und Mitarbeiter der Soziologie, Philosophie, Politologie, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaft angemietet. Neben Büro- und Seminarräumen gibt es auch Platz für die Bibliotheken der fünf Institute, die bislang – wie auch die Institute selbst – auf unterschiedliche Standorte verteilt waren. Neben dem Schloss und dem Alten Hauptgebäude wurde in der Holz-, Alexander- und Bleichstraße gelehrt.

„Es ist das erste Mal, dass der gesamte Fachbereich unter einem Dach zusammen ist“, sagt Laferi-Kobsa. Die Campus- und Mensanähe werde man zwar vermissen, doch da für Vorlesungen nach wie vor die Hörsäle in der Innenstadt genutzt werden, seien die Studenten auch dort zugange.

Wenn Ende September das letzte Institut ausgezogen ist, werde man „zeitnah“ mit den Arbeiten am De-La-Fosse-Bau (Neuschloss) beginnen. Davor aber müssen noch Untersuchungen zur Bausubstanz gemacht werden: Bauteile werden geöffnet, Kernbohrungen durchgeführt. Danach könne man mit den Rohbauarbeiten beginnen, neue Aufzugsschächte bauen, Grundinstallationen vornehmen oder neue Decken einziehen.

Bis dahin wird sich der Fachbereich 2 sicher schon in der Landwehrstraße eingerichtet haben. „Und obwohl wir uns dort sehr wohl fühlen werden, freuen wir uns schon jetzt auf den Umzug ins sanierte Schloss“, sagt Beate Laferi-Kobsa. (an)

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