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Metzgermeister Jannis Kullmann (l.) bildet im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Weiterstadt angehende Fleischsommeliers im Grillen aus.
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Metzgermeister Jannis Kullmann (l.) bildet im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Weiterstadt angehende Fleischsommeliers im Grillen aus.

Ausbildung

3000 Ausbildungsstellen in Hessen unbesetzt: Nachwuchskräfte gesucht

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Jede zehnte Ausbildungsstelle in Hessen ist unbesetzt. Die meisten Plätze gibt es für Kaufleute im Einzelhandel und Verkaufspersonal. In Weiterstadt bei Darmstadt werden Fleischsommeliers ausgebildet.

Wir sind nicht mehr die Metzger mit blutverschmierter Schürze“, sagt Gaby Konermann. Sie ist Ausbilderin im Fleischerhandwerk im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Weiterstadt. Es gebe heute viele technische Hilfsmittel, so dass auch Frauen leicht die Arbeit machen könnten. Zudem sei der Meisterbrief nicht das Ende, sondern qualifiziere zum Studium oder zur Weiterbildung, etwa zum Fleischsommelier, die in Weiterstadt angeboten wird. Dennoch sinkt das Interesse an einer Fleischereiausbildung. Insgesamt wollen immer weniger junge Menschen eine Ausbildung im Handwerk machen.

Dem will die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main mit Informationen und neuen Weiterbildungsmöglichkeiten entgegenwirken. Auch unterstütze man Betriebe dabei, Auszubildende zu finden, sagte Kammer-Präsidentin Susanne Haus am Donnerstag im Berufsbildungs- und Technologiezentrum. Es ist neben Frankfurt und Bensheim eines von drei Zentren der Handwerkskammer. Für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung stehen dort 1100 Plätze für Schulungen, 35 Lehrwerkstätten und ein Internat zur Verfügung.

Anlässlich der Veröffentlichung der jährlichen Ausbildungsmarktzahlen sagte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, dass die Bevölkerungsprognosen zeigten, dass der Fachkräftebedarf in den nächsten Jahren noch steigen werde. Dies betreffe nicht nur das Handwerk. Engpässe gebe es bereits bei Elektroberufen oder der Sanitär- und Heizungstechnik. Metzger:innen und Fachverkäufer:innen im Metzgerhandwerk zählten zu den „Top 20 der unbesetzten Ausbildungsstellen“. Genügend Fachkräfte seien auch vor dem Hintergrund der angestrebten Klimaziele wichtig für die Wirtschaft, so Haus.

Eine wichtige Stellschraube sieht Martin in der Ausbildung. Doch immer weniger Handwerksbetriebe ausbildeten aus, weil die Nachfrage sinke. Ein Studium zähle mehr. Aktuell bleibt jede zehnte Ausbildungsstelle unbesetzt. Die Betriebe meldeten insgesamt 32 074 Ausbildungsstellen, fast 2060 Stellen weniger als im Ausbildungsjahr davor. 3033 Stellen waren zum 30. September nicht besetzt. Die meisten offenen Plätze gibt es für Kaufleute im Einzelhandel und Verkäufer:innen. Man setze auf Nachvermittlung, sagt Martin: „Bis Jahresende gibt es noch gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden.“ Die Arbeitsagenturen setzten alles daran, junge Menschen und Betriebe zusammenzubringen.

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