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Die Landesimmobilien an der Marienburgstraße in Eberstadt sollen abgerissen werden. 

Immobilien

Darmstadt: Verhandlungen über Kauf von Landesimmobilien in Eberstadt ziehen sich hin

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Der Bauverein, die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Darmstadt, prüft bereits seit mehr als einem Jahr den Erwerb eines knapp 1,3 Hektar großen Areals in der Nähe der JVA in Eberstadt.

Seit mehr als einem Jahr verhandeln die Stadt Darmstadt beziehungsweise die städtische Bauverein AG und das Land Hessen über den Erwerb von Immobilien an der Marienburgstraße im Stadtteil Eberstadt. Allerdings ist die Zukunft der Häuser und der Grundstücke entlang der Marienburgstraße noch nicht abschließend geklärt. Ein Ende der Verhandlungen zeichnet sich nicht ab.

Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) hat nun auf zwei Anfragen des SPD-Landtagsabgeordneten Bijan Kaffenberger mitgeteilt, die Verkaufsgespräche liefen „seit einigen Monaten“. Nach derzeitigem Kenntnisstand erwäge die Stadt, das Grundstück vom Bauverein bebauen zu lassen. Bei der städtischen Wohnungsgesellschaft hieß es dazu am Mittwoch auch nur, der Erwerb der Immobilien werde geprüft und noch sei nichts entschieden.

Nach Angaben von Minister Schäfer hat das Land der Stadt die Grundstücke Marienburgstraße 4 bis 70, 72 und 72A auf der Grundlage der „Richtlinien zur verbilligten Veräußerung von landeseigenen Grundstücken“ zum Kauf und dem Zweck angeboten, dort sozialen Wohnungsbau zu realisieren.

Privater Verkauf gestoppt

Im September 2018 hatte das Land den geplanten Verkauf der Wohnhäuser, die sich in der Nähe der Justizvollzugsanstalt befinden, an private Interessenten gestoppt. Das Finanzministerium und das für den Wohnungsbau zuständige Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz teilten seinerzeit mit, dass die Landesimmobilien mit ihren 36 Wohnungen und der rund 12 890 Quadratmeter großen Grundstücksfläche bereits in den Jahren 2010 und 2014 den Mietern zum Kauf angeboten worden waren.

Das Vorhaben wurde jedoch gekippt, nachdem mit der Stadt „gute und vertrauliche Gespräche über die Zukunft der Immobilien“ geführt worden seien. So stand es zumindest in der gemeinsamen Mitteilung der beiden Ministerien.

Vorgesehen ist nun offenbar, dass die Stadt über den Bauverein die Fläche sowie die darauf befindlichen Immobilien zu einem verbilligten Kaufpreis erwirbt. Laut der Antwort von Finanzminister Schäfer hat der Gutachterausschuss für Immobilienwerte für den Bereich der Stadt Darmstadt bereits den Verkehrswert für das landeseigene Grundstück zum Stichtag 1. April 2019 ermittelt.

Die Immobilie sei zudem „als Liquidationsobjekt bewertet“ worden. Auch seien die geschätzten Abbruchkosten berücksichtigt worden. Zur Höhe des ermittelten Grundstückswertes machte der Minister keine Angaben.

Auf entsprechende Nachfrage Kaffenbergers berichtete Schäfer, die Gespräche über die konkreten Verkaufsmodalitäten liefen derzeit noch, weil es sich bei den Immobilien um eine „komplexe Liegenschaft mit bewohntem Altbestand“ handele. Die Vertreter der Stadt hätten den Vertretern des Landes in den Kaufverhandlungen zudem bereits mitgeteilt, dass im Falle des Ankaufs eine entsprechende Richtlinie der Stadt zur Anwendung komme, die vorsieht, dass 25 Prozent Sozialwohnungen und weitere 20 Prozent als Wohnungen für mittlere Einkommensgruppen bereitgestellt werden sollen.

Das Areal an der Marienburgstraße könnte auch deshalb vom Bauverein entwickelt werden, weil dieser über einen großen Wohnungsbestand verfügt. Den derzeitigen Mietern der Liegenschaften könnten nach Angaben der Stadt für die Zeit der Bauarbeiten oder auch dauerhaft bezahlbare Ersatzwohnungen angeboten werden. „Nach Mitteilung der Stadt ist der Bau von Eigentumswohnungen auf dem Grundstück nicht vorgesehen“, schreibt Finanzminister Schäfer.

Kaffenberger teilte mit, es sei „wichtig und gut“, dass es bezahlbare Wohnungen für die Menschen an der Marienburgstraße während der Bauarbeiten, aber auch darüber hinaus, geben solle. „Ich nehme Stadt und Land beim Wort.“

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