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Ka-Gel-Betriebsstättenleiterin Beate Peter dekoriert die Auslage neu.

Innovation

Darmstadt: Sperrmüll als Produkt der Zukunft

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EAD und Secondhand-Kaufhaus Ka-Gel arbeiten künftig zusammen. Der Verein hofft auf neue Arbeitsplätze.

In Darmstadt sollen künftig gut erhaltene Möbel oder noch funktionstüchtige Geräte, die auf dem Sperrmüll landen, verkauft werden. Der städtische Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) hat dazu einen Kooperationsvertrag mit dem Secondhand-Kaufhaus Ka-Gel (Kaufhaus der Gelegenheiten) geschlossen. Dieser sieht einen gemeinsamen Betrieb des Kaufhauses und die Weiterentwicklung einer elektronischen Shoppingplattform vor.

Zudem sind weitere Tätigkeitsbereiche geplant wie der Aufbau einer Verleihstation, einer Tauschbörse, eines Wiederaufbereitungs- oder Reparaturnetzwerks unter Einbeziehung des bestehenden Repair-Cafés und die Installation neuer Bücherschränke. „Die Idee ist, Abfall zu vermeiden und dies mit einem sozial guten Zweck zu verbinden“, sagte der Stellvertretende Betriebsleiter Wolfgang Krause am Montag bei der Präsentation der Initiative. Jährlich fielen 5500 Tonnen Sperrmüll im Stadtgebiet an. „Indem gut erhaltene Gebrauchtwaren von den Menschen länger genutzt werden können, tragen wir zur Abfallvermeidung bei“, sagte der für den EAD Stadtkämmerer André Schellenberg (CDU).

Das Kaufhausder Gelegenheiten in der Pallaswiesenstraße 122 ist dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Angeboten werdengebrauchte Möbel, Haushaltsgeräte, Geschirr und sonstiger Hausrat. Noch nicht verkaufte Möbel werden alle vier Wochen um 25 Prozent reduziert. Auch Haushaltsauflösungen bietet Ka-Gel an. Infos unter www.ka-gel.de. cka

„Wir verkaufen das Produkt der Zukunft“, betonte auch Olaf Peter vom Verein Zündholz, der Ka-Gel seit 2006 betreibt. Ihm gehe es bei der Kooperation auch darum, neue Arbeitsplätze für Menschen zu schaffen, die es sonst keine Chance im ersten Arbeitsmarkt hätten. Bei Kagel arbeiten ehemalige Obdachlose, Drogenabhängige oder Menschen mit Behinderungen. Wegen Geldproblemen hätte man den Laden sonst verkleinern müssen, so Peters zur Frankfurter Rundschau.

Die Kooperation sieht vor, dass der EAD künftig die Miete der 800 Quadratmeter großen Geschäftsräume in der Pallaswiesenstraße übernimmt. Über deren Höhe machte Krause keine Angaben. In der Umkehr sei denkbar, dass Ka-Gel, das auch Dienstleistungen wie Entrümplung oder Abholung von Gegenständen übernimmt, Leistungen für den EAD übernimmt, so Krause. In den kommenden Monaten soll ein Konzept erarbeitet werden. Auch die Frage, wie die verkaufswürdigen Gegenstände aus dem Sperrmüll herausgefiltert werden können, ist noch nicht geklärt. Denkbar sei dies über Fotos oder ein digitales System. Preise und Öffnungszeiten von Ka-Gel sollen bestehen bleiben, betonte Krause.

Falls durch die Kooperation die Kapazität des Kaufhaus gesprengt werden, gebe das Gelände noch etwas her, sagte Peter. Er ist zuversichtlich, dass das Angebot in Zukunft noch besser angenommen wird. Schon jetzt kämen täglich etwa 60 Kunden, der gesamte Warenbestand werde innerhalb von acht Wochen verkauft, sagt Betriebsstättenleiterin Beate Peter. Ihre Vision ist eine Halle, und alles ist zu verschenken.

Derzeit stemmen fünf Vollzeit- und vier Teilzeitkräfte, zwei Minijobber und fünf ehrenamtliche Helfer die Arbeit.

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