Darmstadt

Der Westwald versteppt

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Das Darmstädter Stadtparlament beschließt einstimmig die Einrichtung eines „Runden Tisches“, um über den Zustand und die Perspektiven des Stadtwalds zu beraten.

Der Westwald zwischen der Darmstädter Heimstättensiedlung und der Villenkolonie im Stadtteil Eberstadt gibt ein trauriges Bild ab: Dürre Äste von Eichen und Buchen ragen in den Himmel, Kiefern haben sich rot gefärbt. Naturschützer sehen die Ursache des Zustands des Waldes in der Wasserentnahme. Einstimmig hat die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag beschlossen, einen Runden Tisch zum Thema Wald einzurichten. Im Haushalt des Grünflächenamts werden hierfür 63 500 Euro zur Verfügung gestellt.

Nach Angaben des Magistrats hat der Hitzesommer 2018 den gesamten Stadtwald geschwächt und auch die Bäume im Ostwald zum Absterben gebracht. Die Auswirkungen der Grundwasserförderung im Hessischen Ried, Maikäfer sowie der Klimawandel machen sich vor allem im Westwald bemerkbar.

Der SPD-Stadtverordnete Tim Huß äußerte vor dem Stadtparlament, 69 Prozent des Baumbestands sei im südlichen Teil des Westwalds bereits abgestorben. Weitere 31 Prozent seien dabei, abzusterben. „Das schreit nach politischem Handeln“, mahnte Huß. Der CDU-Stadtverordnete Hartwig Jourdan sagte, der Stadtwald befinde sich „in einem bescheidenen Zustand“. Der Westwald sehe schon „wie eine Steppe aus“, so Jourdan.

Die Stadt stellt sich daher inzwischen „die Frage, wie der Wald zukünftig entwickelt und bewirtschaftet werden soll, um seine umfassenden Funktionen auch weiterhin zu gewährleisten“, wie es in der Magistratsvorlage heißt. Am Runden Tisch sollen 25 Akteure aus der Politik, der Stadtverwaltung und aus der Zivilgesellschaft Platz nehmen. Bei Bedarf können Sachverständige als Gäste hinzugezogen werden.

Auf einer Bürgerinformationsveranstaltung, die am 23. September um 19 Uhr im Justus-Liebig-Haus beginnt, soll zunächst über den Wald als Ökosystem, den Zustand des Waldes, seinen Nutzen und seine Gefährdungen berichtet werden.

Der Runde Tisch soll drei bis sechs Mal tagen. Die erste Sitzung ist am 17. Oktober geplant.

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