Darmstadt

Verfahren wandelt CO2 um

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Die TU Darmstadt hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Müllverbrennungsanlagen CO2 in Methanol umwandeln. Dieses könnte als Dieselersatzstoff verwendet werden.

Eine nachhaltige Methode, um Kohlendioxid in Methanol umzuwandeln, das wiederum als Dieselersatzstoff genutzt werden kann, haben Forscher der Technischen Universität (TU) Darmstadt entwickelt. Wie die TU am Mittwoch mitteilte, soll das neue Verfahren in Müllverbrennungsanlagen zum Einsatz kommen und dort das anfallende Kohlendioxid abspalten. Die Anlagen sollen dafür den Strom nutzen, der bei der Müllverbrennung erzeugt wird, aber nicht immer in das Stromnetz eingespeist werden kann. Das so umgewandelte Methanol lasse sich zum Dieselersatzstoff OME (Oxymethylenether) weiterverarbeiten oder als Grundstoff für die chemische Industrie verwenden, sagt Maschinenbau-Professor Bernd Epple. Er sei zuversichtlich, dass es in Müllverbrennungsanlagen immer Nahrung für das neue Verfahren geben werde. Die Methode treibe die Energiewende voran und entziehe sie der Atmosphäre CO2. Da das Methanol teils in Kunststoffen lande, binde es das vom Baum eingefangene CO2 für längere Zeit. „Das ist Kunststoff ohne Rohöl.“

In einer Versuchsanlage auf dem Campus Lichtwiese haben die Wissenschaftler ihre Methode in industriellem Maßstab getestet. Nun soll ein Test in einer Demonstrationsanlage folgen. Ein Projektpartner, das Kölner Entsorgungsunternehmen Suez Deutschland, wolle dieses Verfahren in seiner Müllverbrennungsanlage integrieren. Epple hofft, dort Anfang 2021 loslegen zu können.

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