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Nur ein Bruchteil der Kunstsammlung kann ausgestellt werden. Hier wird ein Gemälde für die Schau „Russland 1900“ angeliefert.

Darmstadt

Neues Kunstdepot im Industriegebiet

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Die Stadt Darmstadt will von Sommer 2021 an einen Neubau für ihre Sammlungen und Archive errichten.

Auf einem Grundstück an der Mainzer Straße – unweit des Schenck-Technologie- und Industrieparks und des Fabrikgeländes der Firma Evonik – soll vom Sommer 2021 an ein Neubau für die städtische Kunstsammlung und die Archive der Stadt errichtet werden. Das hat der Magistrat der Stadt beschlossen. Im Haushalt stehen für das Vorhaben 14 Millionen Euro zur Verfügung.

Die städtische Kunstsammlung umfasst nach den Worten von Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), der auch Darmstädter Kulturdezernent ist, rund 30 000 Objekte. Nur ein Bruchteil davon ist im Museum Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe ausgestellt. Der Großteil der Exponate lagert an verschiedenen Orten, die laut Partsch „den sicherheitstechnischen und raumklimatischen Anforderungen zur dauerhaften Aufbewahrung überhaupt nicht entsprechen“.

Weil der Fortbestand der Kunstsammlung durch die derzeitige unbefriedigende Situation „akut gefährdet“ sei, benötige die Stadt dringend ein modernes und technisch entsprechend ausgerüstetes Gebäude, um das städtische Kulturgut „für künftige Generationen zu bewahren“. Wie Partsch ausführt, lagern derzeit auch die Archivalien des Stadtarchivs, des Internationalen Musikinstituts und des Jazz-Instituts in verschiedenen angemieteten Räumen, die ebenfalls „nicht den empfohlenen Standards und Regeln für Archive oder Bibliotheken entsprechen“.

Der größte Teil der Gemälde und Objekte, die zur städtischen Kunstsammlung zählen, befinden sich nach Angaben der Stadt derzeit in einer angemieteten Halle in Dieburg. Der Mietvertrag sei allerdings durch den Vermieter gekündigt worden. Weil es keine alternativen Mietobjekte gebe, habe er sogar schon angeboten, eine eigene Halle an einem anderen Ort zu bauen und diese an die Stadt zu vermieten.

Partsch zufolge ist es jedoch notwendig, dass die Stadt ein eigenes Kunstdepot erhält. Er rechnet auch in den nächsten Jahren mit einem deutlichen Zuwachs an Objekten in den städtischen Kultureinrichtungen, beispielsweise durch Nachlässe oder Übereignungen.

Passivbauweise

Dazu hat die für das Projekt zuständige Darmstädter Stadtentwicklungsgesellschaft (DSE) ausgerechnet, dass die kumulierten Mietzahlungen und erforderlichen Eigenleistungen die Projektkosten für das Eigentum bereits nach 17 Jahren übersteigen würden. Ein eigener städtischer Bau wäre aus Sicht der DSE wirtschaftlicher, als die Objekte und Schriftstücke dauerhaft in angemieteten Räumlichkeiten aufzubewahren.

Die Pläne für das neue Darmstädter Kunstdepot stammen vom Frankfurter Architekturbüro 1100 Architekten, das derzeit auch für den Umbau des Fußballstadions am Böllenfalltor zuständig ist. Geplant ist ein Gebäude in Passivhausbauweise, das auch eine eigene Photovoltaikanlage auf dem begrünten Dach des Gebäudes erhalten soll.

Um die Kunstgegenstände und Archivalien dauerhaft zu erhalten, müssen in dem Gebäude entsprechend den internationalen Museumsstandards konstante raumklimatische Verhältnisse mit einer Raumtemperatur von 20 Grad und 50 Prozent relativer Luftfeuchte bei möglichst geringem Luftwechsel herrschen. Die Photovoltaikanlage soll durch den Darmstädter Energieversorger Entega beziehungsweise deren Netzbetreiber E-Netz erfolgen. Vorgesehen ist, dass die Stadt die Anlage pachtet.

Weil Filme, Dias oder Negative bei maximal zehn Grad Raumtemperatur aufbewahrt werden, benötigt das Gebäude darüber hinaus eine eigene Kühlzelle in dem Depot.

Das für den Neubau vorgesehene Grundstück befindet sich bereits im Besitz der Stadt. Die Bestandsbauten sind nach Angaben der Stadt baufällig und müssen abgerissen werden. Ein Teil des Grundstücks soll für die geplante Verlängerung der Pfnorstraße genutzt werden. Mit dem Neubau will die Stadt zum einen das Grundstück optimal ausnutzen. Zum anderen soll das Gebäude und die Nutzung die städtebauliche Situation entlang der Mainzer Straße in dem Industrie- und Gewerbegebiet aufwerten.

Die Stadt plant derzeit damit, dass das neue Kunstdepot im März 2023 seine Pforten für Besucher:innen öffnen wird.

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