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Gegenüber dem Baugrundstück an der Frankfurter Landstraße haben Vertreter der Interessengemeinschaft Arheilger Bürger ein Protestplakat an einem Zaun befestigt. 

Darmstadt

Darmstadt: Naturschützer lehnen Aldi-Markt in Arheilgen ab

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Der BUND Darmstadt moniert die geplante Versiegelung von Flächen im Ortskern von Arheilgen, die Zerstörung einer Grünfläche und die vorgesehene Fällung von vier großen Bäumen.

Ich bin auch entsetzt und zerrissen“, fasste der Stadtverordnete Jürgen Barth (Grüne) seine Gemütslage zusammen, nachdem er am Donnerstagabend eine zweistündige Informationsveranstaltung über den geplanten Bau eines zweiten Aldi-Markts im Darmstädter Stadtteil Arheilgen besucht hatte. Zu der Veranstaltung hatte die Interessengemeinschaft Arheilger Bürger (IGAB) eingeladen. Der Einladung in den „Goldnen Löwen“ folgten mehr als 80 Bürger.

Der Discounter plant, in einem Jahr an der Frankfurter Landstraße mit dem Bau eines Markts mit einer Verkaufsfläche von mehr als 1000 Quadratmetern zu beginnen. Zudem sollen auf dem Areal noch 15 Wohnungen – davon acht geförderte – und eine Tiefgarage mit 49 Stellplätzen entstehen. Gegen das Bauvorhaben regt sich seit etlichen Monaten Protest. Bürger äußerten, sie empfänden das geplante Gebäude als „schrecklich“ und „monströs“. Nachbarn befürchten eine Zunahme des Verkehrs und des Lärms etwa durch die Installation eines lauten Gaskühlgeräts.

Sachkundige Vertreter der IGAB präsentierten in Kurzvorträgen ihre Einschätzungen zur Situation der Nahversorgung in Arheilgen, zur Entwicklung des Ortskerns. Sie beschäftigten sich auch mit der Architektur des geplanten Gebäudes sowie mit den Themen Ökologie und Verkehr. Mit Verweis auf ein für die Stadt erstelltes Einzelhandelsgutachten und eines Nahversorgungskonzepts äußerte die stellvertretende IGAB-Vorsitzende Gabriele Lewin, dass die Grundversorgung in Arheilgen gewährleistet sei und es im Stadtteil – im Gegensatz etwa zum weiter nördlich gelegenen Stadtteil Wixhausen – „keine Versorgungslücke“ gebe. Die These der Stadt, der zweite Aldi-Markt in Arheilgen würde den Ortskern stärken, sei aus den Gutachten „nicht abzuleiten“, so Lewin.

Frank Schüler vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) teilte mit, dass auch der Darmstädter Kreisverband das Vorhaben wegen der geplanten großen Flächenversiegelung und der Zerstörung der Grünfläche ablehne. Der Naturschutzbeirat der Stadt wird sich auf seiner nächsten Sitzung mit dem Thema beschäftigen. Schon 2018 hatte der Beirat das Vorhaben als „nicht genehmigungsfähig“ bezeichnet. Der Stadt- und Regionalplaner Gerhard Schäfer (IGAB) kritisierte, der Verlust der vorhandenen Grünfläche und der vier großen Bäume sei „nicht auszugleichen“. Aldi plane als Ausgleich, auf dem Areal eine mehr als 330 Quadratmeter große Grünfläche anzulegen, elf neue Bäume zu pflanzen und auf einer Fläche von mehr als 1400 Quadratmetern Dächer zu begrünen.

Einwendungengegen den Entwurf des vorhabenenbezogenen Bebauungsplans A43 können bis Ende Januar an das Planungsamt der Stadt Darmstadt, Bessunger Straße 125, 64295 Darmstadt, eingesandt werden. Die Planunterlagen sind unter www.darmstadt.de/bauleitplan im Internet abrufbar.

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