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Ein Aktivist baumelt kopfüber an einem Seil. Polizisten versuchen, ihn per Hubwagen zu erreichen.

A49 Hessen

Dannenröder Forst - Deutliche Worte der Aktivist:innen: „Haben Angst, dass in Kürze Menschen sterben“

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Besetzer:innen im Dannenröder Forst sind in Sorge um ihre Sicherheit. Die Polizei entdeckt ein Depot mit Stahlkugeln.

  • Aktivist:innen im Dannenröder Forst fürchten um ihre Sicherheit.
  • In einem offenen Brief formulieren sie ihre Ängste an Politik und Polizei.
  • Bei einer Pressekonferenz sprachen Waldbesetzer am Mittwoch von „Hoffungslosigkeit“

Die Aktivist:innen gegen den Ausbau der Autobahn 49 geben an, um ihr Leben zu fürchten. „Wir haben Angst, dass in Kürze Menschen sterben werden, wenn weiter gerodet wird wie bisher“, schreiben sie in einem offenen Brief an Politik, Polizei und die Forstarbeitsfirmen mit dem Titel „letzter Notruf“. Wie groß ihre Sorge ist, unterstreichen sie mit der Veröffentlichung der technischen Darstellungen zu den Funktionsweisen der Konstruktionen im Dannenröder Wald.

Der Dannenröder Forst ist mit Seilen durchzogen, die zum Teil die Stabilität der von Aktivist:innen besetzten Plattformen und Baumhäuser sichern. In den vergangenen Tagen sei es mehrfach vorgekommen, dass die Polizei sie zerstört habe. „Unsere Leben hängen derzeit buchstäblich an dünnen Fäden, und es ist wirklich nur noch eine Frage von sehr kurzer Zeit, bis mindestens ein Mensch, wenn nicht mehrere, zu Tode stürzen oder erschlagen werden“, heißt es in dem Brief aus dem Dannenröder Forst.

Der Bau

Die bundeseigene Baugesellschaft Deges ist zuständig für den umstrittenen Ausbau der A49 in Mittelhessen. Ihren Angaben zufolge sind derzeit rund 20 Arbeiter im Einsatz, um die Schneise zu roden.

Bis Mitte dieser Woche sollen demnach die Hälfte der Fällungen im Wald von Dannenrod abgeschlossen sein. Die Besetzung verlangsame den Fortschritt, gefährde aber nicht den Abschlusstermin 28. Februar. jur

Bei einer Pressekonferenz sprachen Waldbesetzer am Mittwoch von „Hoffungslosigkeit“, von dem Wunsch nach Kommunikation mit der Polizei statt gewalttätigen Einsätzen mit Verletzten. „Manche von uns fühlen sich schwach und machtlos“, sagte eine Frau vom Sanitätsteam, die zuvor von unterschiedlichen Verletzungen berichtete. Eine Mutter unterstützte die Forderung nach einem Rodungsstopp im Dannenröder Wald. „Wir haben unsere Kinder dazu erzogen, ihre Ideale zu verteidigen“, sagte die Frau, die sich als Elke vorstellte. „Wir Eltern sind nicht länger gewillt zuzuschauen, wie die Lage immer mehr eskaliert.“

Dannenröder Forst: Polizei spricht von „erschreckender Lage“

Dass dem so ist, legt auch ein Video nahe, das die Polizei am Dienstagabend veröffentlichte. Erschreckend sei die Lage, sagt ein Sprecher darin. Kollegen seien mit diversen Gegenständen beworfen worden. Man habe angespitzte Eisenstangen im Waldboden gefunden und ein mit Böllern, Zwillen und Stahlkugeln gefülltes Fass in einem Erddepot. „Für die Polizei wird es immer schwieriger, friedliche von gewalttätigen Demonstranten zu unterscheiden“, ergänzt seine Kollegin. Ein bei der Pressekonferenz auf die Vorwürfe angesprochener Aktivist meinte, er könne nicht sagen, ob es sich um eine Falschmeldung handele.

Am Mittwoch blieb die Lage im Dannenröder Wald bis zum frühen Nachmittag ruhig, wie ein Polizeisprecher der Frankfurter Rundschau sagte. Zwei Beamte hätten sich verletzt – vermutlich ein Arbeitsunfall. Die pauschalen Vorwürfe der Aktivist:innen weist die Polizei zurück. „Wir müssen im Einzelfall auch einmal unmittelbar Zwang anwenden.“

Dannenröder Forst: Es gebe „gewaltbereite Einzeltäter“

Mit dem Fortschritt der Rodungsarbeiten werde das Konfliktfeld immer kleiner, und damit steige die Frequenz der Zusammenstöße. Es gebe „gewaltbereite Einzeltäter“, und die Polizei gehe sehr vorsichtig vor, wenn sie Besetzer:innen von den Bäumen hole. „Sicherheit geht vor Schnelligkeit“, versicherte der Sprecher. Die veröffentlichten Konstruktionspläne lieferten wenig neue Erkenntnisse, trügen aber zur Sensibilisierung bei: „Die Botschaft hat uns erreicht.“ (Von Jutta Rippegather)

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