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Die SPD muss schwere Verluste hinnehmen.

Hessen-Wahl

Schlappe für die Groko

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CDU und SPD büßen in Hessen deutlich ein. Grüne so stark wie nie. AfD hinter den Erwartungen.

Zwei Wochen nach der Landtagswahl in Bayern haben die Parteien der großen Koalition auf Bundesebene auch in Hessen eine schwere Schlappe hinnehmen müssen. CDU und SPD büßten nach ersten Hochrechnungen vom Sonntagabend jeweils erheblich an Stimmen ein. 

Vor fünf Jahren hatte die CDU noch 38,3 Prozent erzielt, die SPD 30,7 Prozent. Nach den ersten Zahlen, die von den Meinungsforschungsinstituten am Sonntagabend verbreitet wurden, verloren die Parteien von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und seinem Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) in Hessen jeweils rund zehn Prozentpunkte. 

Damit dürfte in Berlin der Druck auf die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und auf die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles zunehmen. Beide hatten vor der Landtagswahl betont, es gehe um Hessen und nicht um eine Abstimmung über die Groko in Berlin.

Ministerpräsident Bouffier sprach von einem „Abend sehr gemischter Gefühle“. Auf der einen Seite stehe ein schmerzhaftes Ergebnis. Auf der anderen Seite bleibe die CDU klar stärkste Kraft und habe den „klaren Auftrag, auch die nächste Regierung anzuführen“, sagte er in der ARD.

2013 war Bouffiers CDU mit den Grünen die erste schwarz-grüne Landesregierung in einem Flächenland eingegangen.

Der hessische SPD-Vorsitzende und Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel sprach von einer „bitteren Niederlage“. Die hessische SPD-Generalsekretärin Nancy Faeser bezeichnete das Ergebnis als „eine Art Misstrauensvotum auch gegen die SPD“. 

Die SPD will aber offenbar keine personellen Konsequenzen aus der Landtagswahl ziehen, weder in Hessen noch im Bund. Schäfer-Gümbel stützte in der ARD die Bundesvorsitzende Andrea Nahles. Schäfer-Gümbel sagte: „Wir haben ein bisschen häufig unsere Vorsitzenden ausgetauscht und es hat auch nichts gebracht.“ Umgekehrt nannte Nahles den Landeschef Schäfer-Gümbel einen „hoch glaubwürdigen Spitzenkandidaten, der nichts falsch gemacht hat“. 

Gewinner der Wahl waren wie in Bayern die Grünen. Die Partei von Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef Tarek Al-Wazir errang nach den ersten Hochrechnungen das mit Abstand beste Ergebnis, das sie jemals in Hessen hatte. „So grün war Hessen noch nie“, jubelten gleichlautend die Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock und die Grünen-Spitzenkandidaten Priska Hinz und Al-Wazir. 

Erstmals ziehen sechs Parteien in den Wiesbadener Landtag ein. Die AfD erzielte ein zweistelliges Ergebnis, blieb aber hinter ihren Erwartungen von 15 Prozent plus x zurück. Sie ist damit in allen Landtagen vertreten. 

Die Linke und die FDP werden im neuen Landtag gestärkt. Sie waren 2013 sehr knapp mit 5,2 und 5,0 Prozent ins Landesparlament gekommen. 

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