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Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen: Auch in Flüchtlingsunterkünften müssen Kapazitäten für positiv auf Covid-19 getestete Personen vorgehalten werden.

Corona-Fälle

Um Platz für Corona-Fälle zu haben: Hessen reaktiviert Flüchtlingsunterkünfte

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Hessens Sozialminister Klose schafft Kapazitäten, um ausreichenden Platz für Corona-Fälle zu haben. Der Flüchtlingsrat formuliert eine weitergehende Forderung.

Hessen bereitet zwei geschlossene Flüchtlingsunterkünfte vor, um sie angesichts der Corona-Krise wieder in Betrieb nehmen zu können. Das hat das Sozialministerium in Wiesbaden am Donnerstagabend mitgeteilt. Reaktiviert werden demnach die Unterkünfte in Darmstadt und Bad Arolsen.

Es gehe darum, „in den Einrichtungen der Erstaufnahme ausreichende räumliche Kapazitäten vorzuhalten, um positiv getestete Personen isolieren zu können“, erläuterte Sozialminister Kai Klose (Grüne). Bisher seien vier Bewohner in Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes positiv auf das Coronavirus getestet worden.

„Alle sind umgehend isoliert und versorgt worden und zeigen bisher nur leichte Symptome“, sagte Klose. Die Kontaktpersonen seien ermittelt und von den übrigen Bewohnern getrennt untergebracht worden. Zurzeit sind fünf Standorte für die Erstaufnahme von Flüchtlingen in Hessen in Betrieb: in Gießen, Neustadt, Rotenburg, Kassel und Büdingen. Insgesamt beherbergen sie knapp 3000 Menschen. Die fünf Standorte sind für bis zu 6500 Personen eingerichtet.

Der Hessische Flüchtlingsrat begrüßte, dass das Land vorhandene Kapazitäten reaktiviert. Geschäftsführer Timmo Scherenberg fordert aber: „Die Risikogruppen müssen schnell raus aus den großen Lagern.“ Daher nütze es auch nicht in jedem Fall, wenn Menschen aus der Erstaufnahme einer Kommune zugewiesen werden, solange sie auch dort in eine Großunterkunft kämen. Hierfür böten sich nach Scherenbergs Einschätzung leerstehende Hotels für eine Unterbringung an.

In der hessischen Erstaufnahme treffen laut Ministerium derzeit im Schnitt täglich sieben Asylbewerber ein. Alle Neuankömmlinge würden mit Blick auf das Risiko einer Infektion befragt, untersucht und gegebenenfalls getestet, berichtete Sozialminister Klose.

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