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Hessen weitet die Notbetreuung für die Kinder von Menschen, die in Gesundheitsberufen tätig sind, aus.

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Hessen: Kinderbetreuung auch an Ostern

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Damit die Eltern sich um Covid-19-Patienten kümmern können, weitet Hessen das Angebot für Kinderbetreuung aus. Für Gesundheitsberufe gilt es auch an Wochenenden und den Feiertagen.

Die Landesregierung weitet die Notbetreuung für den Nachwuchs von Gesundheitsberufen aus: Auch in den Osterferien, an Wochenenden und Feiertagen findet das Angebot statt – vom 4. April an und zunächst begrenzt bis einschließlich 19. April. Sowohl in den Kindertagesstätten als auch den Schulen wird Fachpersonal bereitstehen, um Eltern den Rücken frei zu halten, die sich um die Versorgung der wachsenden Zahl von Corona-Patienten kümmern.

„Damit reagieren wir vorausschauend auf die Herausforderungen, mit denen das Gesundheitssystem in den nächsten Wochen konfrontiert sein wird“, sagte Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Freitag in einer gemeinsamen digitalen Pressekonferenz mit Kultusminister Lorz (CDU). Berufstätigen im Gesundheitswesen und dem Rettungsdienst komme besondere Bedeutung zu. „In diesen Bereichen werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebraucht, damit infizierte und erkrankte Menschen medizinisch gut versorgt und die Infektionsketten unterbrochen werden können.“ Bei einem weiteren Anstieg von Covid-19-Erkrankten müsste möglicherweise vom regulären Schichtdienst abgewichen werden. Deshalb sichere das Land auch die Betreuung an Wochenenden und Feiertagen - für Alleinerziehende, die im Gesundheitswesen oder im Rettungsdienst tätig sind; sowie Eltern, bei denen ein Elternteil dort arbeitet und der andere in einem, in der Corona-Bekämpfungs-Verordnung aufgelisteten „Schlüsselberufen“. Für alle anderen gelte in den Ferien die aktuelle Regelung. Die Spitzenverbände der für die Kitas zuständigen Kommunen und Landkreise unterstützen das.

Seit der Schließung sämtlicher Schulen und Betreuungseinrichtungen vor zwei Wochen findet eine Notbetreuung von montags bis freitags statt. 1,5 Prozent der Kita-Kinder nehmen sie laut Klose wahr. Plus rund 2500 Schüler der Klassen eins bis sechs, so Lorz. Beide betonten, dass Eltern sehr zurückhaltend mit dem Angebot umgingen. Und appellierten, die Notbetreuung im Sinne des Kindeswohls nur in absoluten Ausnahmefällen zu nutzen. Die Gruppen müssten aus Gründen des Infektionsschutzes so klein wie möglich sein. Das Angebot werde sich am jeweiligen Bedarf ausrichten. Deshalb gilt für die Kitas: Möglichst zwei Tage vorher bei der Wohnortgemeinde melden.

Damit erfüllt die Landesregierung bereits eine Forderung, die die Lehrergewerkschaft GEW im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau erhebt. Die Erfahrung der vergangenen zwei Wochen zeige, dass die wenigsten Eltern ihre Kinder in der „Virenschleuder“ Schule betreuen lassen wollen, sagt Landesvorsitzende Birgit Koch. „Deshalb sollte man erst den Bedarf erfragen.“ Personalräte dürften nicht übergangen werden und es müsse eine Entlastung nach den Osterferien geben. Außerdem sollte keiner zum Dienst verdonnert werden, sagt Koch: „Man sollte auf Freiwilligkeit setzen.“

Das dürfte laut Lorz kein Problem sein: Viele Lehrkräfte hätten den Wunsch geäußert zu helfen: „Das stimmt mich optimistisch, dass wir eine ausreichende Zahl für die zusätzliche Notbetreuung finden werden.“ Über ihren konkreten Einsatz entscheide die jeweilige Schulleitung vor Ort. Die geleistete Arbeitszeit werde „in jedem Fall erfasst und dem Lebensarbeitszeitkonto“ gutgeschrieben.

Die GEW war ebenso wenig vorab über die Osterferien-Notbetreuung informiert worden wie die Gewerkschaft Verdi, die die Erzieherinnen vertritt. Überraschend komme die Entscheidung aber nicht, weil sie in Rheinland-Pfalz schon vor einigen Tagen gefallen ist, sagt die Frankfurter Gewerkschaftssekretärin Jutta Ehret. „Aber gesprochen wurde darüber noch nicht.“

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