Corona beherrscht unser Leben.
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Zahlen

Mehr Corona-Infizierte in Hessen

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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  • Fabian Scheuermann
    Fabian Scheuermann
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Das Land Hessen steuert mittlerweile auf eine vierstellige Zahl der Coronafälle zu. Die Laborkapazitäten sollen ausgeweitet werden.

Frankfurt liegt bei der Zahl der gemeldeten Infektionen mit dem Coronavirus landesweit weiterhin vorn: Nach Angaben des Sozialministeriums gab es dort am Freitag, Stand 15 Uhr, 122 bestätigte Fälle. Für Hessen meldet das Ministerium 962 Fälle – 222 mehr als am Vortag. Auf Frankfurt folgen die Landkreise Fulda (73 Fälle) und Schwalm-Eder (58). Erst zwei bestätigte Fälle gab es am Freitag im Werra-Meißner-Kreis.

In seinem täglichen Corona-Bericht listet das Ministerium seit gestern Todesfälle, die mit dem Virus in Zusammenhang stehen, in einer eigenen Tabellenspalte auf – derzeit sind es in Hessen zwei Tote. Die veröffentlichten Zahlen passen nicht immer zu denen, die von den Kommunen veröffentlicht werden. Der hessische Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) sagte am Freitag dazu, die Gesundheitsämter arbeiteten zwar bereits „unter Volllast“. Er gehe trotzdem davon aus, dass es den Ämtern gelinge, die aktuellen Infektionszahlen zeitnah an das Robert-Koch-Institut zu melden, auf das sich das Land auch bezieht. Er wisse aber um die „teilweisen Engpässe“ bei den Tests, sagte Klose. Deshalb kündigte er am Freitag auch eine Ausweitung der Laborkapazitäten an.

Coronavirus in Hessen: Niedrige Corona-Zahlen in Offenbach

Auffällig sind in der Statistik die niedrigen Corona-Zahlen in Offenbach: Dort gab es laut Ministerium am Freitag erst fünf bestätigte Fälle – deutlich weniger als in Frankfurt und den umliegenden Landkreisen. Woran liegt das? Dass es in Offenbach kein Corona-Testzentrum gibt, sei nicht der Grund, erklärt der Leiter des Offenbacher Gesundheitsamts, Bernhard Bornhofen. Denn die Meldungen erfolgten unabhängig davon, wo die Tests durchgeführt werden, am Heimatgesundheitsamt der Betroffenen. So wurde Offenbachs erster „Fall“ in Nordrhein-Westfalen festgestellt – aber Offenbach zugeordnet, da die betroffene Person dort wohnt.

Einen Erklärungsansatz für die niedrigen Fallzahlen hat Bornhofen aber: Womöglich seien einfach nicht so viele Leute aus Offenbach Skifahren gewesen, vermutet er: „Die Menschen in den Nachbarkommunen haben sich überwiegend in Österreich und Italien im Wintersporturlaub infiziert.“ In Österreich hatte sich auch ein 37-Jähriger Offenbacher aufgehalten, der anschließend positiv auf Corona getestet wurde. Er verbrachte einige Tage im Offenbacher Ketteler-Krankenhaus, wo er sich wegen anderer Beschwerden ohnehin befand. Mittlerweile sei er laut Stephan Sahm, Chefarzt am Ketteler-Krankenhaus, in die heimische Quarantäne entlassen worden.

Der hessische Grünen-Fraktionsvorsitzende Mathias Wagner dringt darauf, dass die Corona-Krise in Hessen nicht benutzt wird, um dauerhafte Einschränkungen in Freiheitsrechte vorzunehmen. Aber die aktuellen Einschnitte hält Wagner für erforderlich, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

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