+
Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen sollten abgesagt oder verschoben werden.

Schutzmaßnahmen

Coronavirus: Land Hessen rät von Großveranstaltungen ab

  • schließen

Nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat sich auch die hessische Landesregierung dazu entschlossen, von Großveranstaltungen abzuraten.

Neue Einschätzung der Lage: Auch die hessische Regierung empfiehlt nun Veranstaltern und Gesundheitsämtern, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen abzusagen. „Angesichts der jüngsten Entwicklungen in Italien und des aktuellen Verlaufs der Sars-CoV-2-Infektionen lässt sich die Gefahr einer Virusübertragung bei großen Menschenansammlungen, insbesondere in geschlossenen Räumen, nicht sicher beurteilen“, sagte der Hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose (Grüne), am Dienstag.

Mit der Empfehlung reagiere die Landesregierung auf die Entscheidung des Robert-Koch-Instituts, Italien als Risikogebiet einzustufen, sowie auf die Ein- und Ausreisesperren der italienischen Regierung. Am Montag hatte der Minister noch auf die Gesundheitsämter verwiesen, die Einzelfallentscheidungen treffen müssten.

„Wenn Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebieten zu erwarten sind, legen wir die Absage auch bei einer niedrigeren zu erwartenden Teilnehmendenzahl als 1000 nahe“, so der Minister am Dienstag. Während einige große Messen und Konzerte ohnehin schon verschoben worden sind, will der Veranstalter der „Internationalen Motorradausstellung“, die am Wochenende in Wiesbaden stattfinden soll, an der Veranstaltung festhalten (Stand: Dienstagabend). Die endgültige Entscheidung falle am heutigen Mittwoch, sagte der Geschäftsführer des Veranstalters Dicon Group, Eckhard Stürck, der FR.

Sinfonie- und Big-Band-Konzerte abgesagt

Der Hessische Rundfunk sagte mehrere Sinfonie- und Big-Band-Konzerte in der Alten Oper und im HR-Sendesaal ab. Die Städtischen Bühnen Frankfurt wollten noch keine Vorstellungen absagen. Man sei im ständigen Austausch mit dem Gesundheitsamt und dem Kulturdezernat, sagte ein Sprecher der Oper der FR. Die Messe Rhein-Main hingegen, die vom 18. bis zum 19. April auf dem Marktgelände Hochheim stattfinden sollte, wird auf den 4. bis 6. September verschoben.

In Hessen infizierten sich bis Dienstag um 19 Uhr insgesamt 35 Menschen mit dem Coronavirus. Seit Montag sind damit neun neue Fälle hinzugekommen. Auch in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Marburg, der Stadt Offenbach und im Main-Taunus-Kreis sind Menschen erkrankt.

In allen Fällen ist bekannt, wo sich die Infizierten angesteckt haben. Eine Person aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und eine aus der Stadt Offenbach haben sich während eines Aufenthalts in Österreich angesteckt, eine weitere aus dem Landkreis Gießen während einer Berlinreise.

Im Main-Taunus-Kreis sind eine Frau aus Eschborn, ein Mann aus Bad Soden und eine Frau aus Kelkheim positiv getestet worden, wie der Landkreis mitteilte. Der Bad Sodener hatte sich in Südtirol angesteckt, die Frau aus Eschborn bei einer anderen infizierten Person und die Frau aus Kelkheim bei einer Skireise in den Alpen. Es gehe ihr „mäßig gut“. Der Kelkheimer Fall stehe nicht in Zusammenhang mit den Schülern und Lehrern der Gesamtschule in Kelkheim-Fischbach, die nach einer Skifreizeit vorsorglich zu Hause geblieben waren.

Auch die neu infizierte Person im Hochtaunuskreis hat sich laut dem Ministerium bei einer bereits infizierten Person aus einem anderen Landkreis angesteckt, die wiederum in Italien im Urlaub gewesen war.

Ein Ehepaar aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf wurde positiv auf das Coronavirus getestet, nachdem es am Wochenende mit dem Auto von einer Südtirolreise zurückgekehrt war. Seitdem hatten die beiden selbst Kontakte gemieden und sich beim Arzt gemeldet. „Die Betroffenen haben richtig gehandelt und Kontakte zu Dritten bis zur ärztlichen Abklärung vermieden“, lobte Landrätin Kirsten Fründt.

Bei allen Personen verlaufe die Krankheit derzeit mild mit keinen oder nur leichten Symptomen, wie das Ministerium für Soziales und Integration mitteilte. Die Erkrankten befänden sich derzeit zu Hause.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare