Wirtschaft

Coronavirus könnte Arbeitsmarkt in Hessen schaden

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Noch stagniert die Arbeitslosigkeit in Hessen. Das Corononavirus könnte sich aber auf Wachstum und Arbeitsmarkt niederschlagen, schätzt die Arbeitsagentur.

Noch zeigt sich der hessische Arbeitsmarkt nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit stabil. Die Arbeitslosigkeit ist im Februar leicht gesunken. Mit 4,6 Prozent liegt die Quote einen Zehntelprozentpunkt unter dem Januar-Wert. Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat nur sehr leicht an.

Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, hält es aber für ungewiss, dass die Seitwärtsbewegung der vergangenen Monate anhält. Noch könne man nicht sagen, ob das Coronavirus in den nächsten Wochen wirtschaftlich Spuren hinterlassen werde. „Die Unterbrechung von Lieferketten, Produktionsausfälle aufgrund von Betriebsschließungen oder ein verändertes Konsumverhalten, weil die Menschen öffentliche Plätze meiden, hätten jedoch das Potenzial, sich bei anhaltender Dauer auf das Wachstum und den Arbeitsmarkt niederzuschlagen“, sagt er.

Einen negativen Einfluss auf den Arbeitsmarkt habe zudem der Strukturwandel in der Autoindustrie. Schon jetzt führe dieser zu einem leichten Rückgang der Beschäftigungsverhältnisse im verarbeitenden Gewerbe und der Nachfrage nach Mitarbeitern. Insgesamt ist die Zahl der offenen Stellen zuletzt deutlich gesunken. Sie lag im Februar gut acht Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Stellenzugang sank gar um 14 Prozent.

Nur noch in acht hessischen Kreisen liegt die Arbeitslosenquote unter vier Prozent. Am niedrigsten ist sie mit 2,9 Prozent im Landkreis Fulda, am höchsten mit 8,7 Prozent weiterhin in der Stadt Offenbach. In Frankfurt stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht an, die Quote liegt bei 5,3 Prozent.

Der DGB Hessen/Thüringen fordert einen besseren Schutz von Beschäftigten in der sogenannten Plattformökonomie, also etwa bei Anbietern digitaler Marktplätze. In diesem Bereich gebe es niedrige Einkommen und eine gezielte Missachtung von Arbeitsschutzstandards.

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände warb für eine Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte. Hessen müsse für diese zu einem Magneten werden.

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