Folgen der Ausbreitung

Das Coronavirus gefährdet Klassenfahrten auch in Hessen: Was, wenn sich ein Kind infiziert?

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Coronavirus-Verdachtsfälle könnten Schul-Ausflüge in Hessen vorzeitig beenden. Das Kultusministerium verschickt ein Infoblatt und fordert verbesserte Hygiene.

  • Klassenfahrten von Schulen in Nordrhein-Westfalen wurden aus Angst vor dem Coronavirus bereits abgebrochen
  • Auch in Hessen bereiten sich Schulen auf die Situation vor
  • Das Kultusministerium hat ein Infoblatt an Schulen in Hessen verteilt

Wiesbaden - Eine Klasse des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs aus Aachen bricht wegen eines Coronavirus-Verdachts einer Mitreisenden die Fahrt nach Österreich ab, nachdem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Nacht auf Feldbetten in einer Turnhalle in Bayern haben verbringen müssen. Einer Schülergruppe aus Nordrhein-Westfalen auf dem Weg nach Seefeld in Tirol verweigern die Behörden in Österreich aus dem gleichen Grund die Einreise.

Es ist Reisezeit auch an Hessens Schulen, die Skifreizeiten stehen an. Jetzt hat das Kultusministerium ein Informationsblatt dazu angekündigt, wie die Schulleitungen, Lehrkräfte und Schüler mit der Bedrohung durch das Virus umgehen sollen.

Coronavirus in Hessen: Klassenfahrten nur bei entsprechenden Reisewarnungen gefährdet

„Wir können nicht für alle Fragen pauschale Vorgaben machen“, schränkte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage ein. Deshalb gebe es auch keine verbindlichen zentralen Vorgaben. Solange es keine Reisewarnungen vom Auswärtigen Amt gebe, werde auch nicht von bestimmten Reisezielen für Klassenfahrten abgeraten.

Zudem habe das Kultusministerium auch nicht die Kompetenz, gesundheitliche Risiken beurteilen zu können, so der Sprecher. Klar aber sei, dass China, Mailand oder die Lombardei aktuell „nicht angesagt“ seien. Letztlich müssten die Schulgemeinden entscheiden, ob sie ein Risiko eingehen wollten.

Coronavirus in Hessen: Was passiert, wenn eine Kind auf Klassenfahrt infiziert wird?

Unklar ist bislang, was passiert, wenn ein Kind auf Klassenfahrt am Coronavirus erkranken sollte. „Mein Enkel fährt am Donnerstag in die Skiferien. Wenn der längere Zeit irgendwo Zwangsurlaub machen müsste“, schreibt eine FR-Leserin aus dem Kreis Groß-Gerau. „Kaum vorstellbar!“ Sie sorgt sich, das Kind und seine Mitschüler müssten womöglich „auf irgendeiner Hütte“ in Quarantäne bleiben.

Von abgesagten Klassenfahrten an hessischen Schulen ist aktuell nichts bekannt. Allerdings haben viele Schulleitungen entschieden, dass der Schüleraustausch mit Partnerschulen in von Corona bereits betroffenen Regionen abgesagt oder zumindest verschoben wird. Vor allem Partnerschaften mit chinesischen Schulen fallen darunter.

Coronavirus in Hessen: Zahlreiche Schulen haben bereits von sich aus gehandelt

Das Informationsblatt gibt den Schulen auch Hinweise, wie die Hygienemaßnahmen verbessert werden können. Zahlreiche Schulen haben bereits von sich aus gehandelt. So werden mitunter die Seifenspender und Handtücher mehrmals am Tag kontrolliert und gegebenfalls aufgefüllt, auch stellen viele Schulen Desinfektionsmittel zur Verfügung. Mit den Schulträgern gibt es laufende Gespräche dazu, ob der Putzdienst ausgeweitet werden muss und kann.

Von Peter Hanack

Auch bei der ärztlichen Versorgung machen sich die Folgen der Ausbreitung bemerkbar: Hausärzte in Frankfurt können mangels Schutzkleidung nicht auf das Coronavirus SARS-VoV-2 testen. Eine Marburger Praxis richtet ein „Corona-Drive-in“ ein.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Jan Woitas/dpa

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