Coronakrise

Coronavirus: Kaum Andrang in Notbetreuung an Schulen in Hessen

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Am Montag waren maximal acht Kinder pro Schule in Hessen wegen des Coronavirus in der Notbetreuung, Frankfurt will den Kita-Kindern einen Wechsel ihrer Erzieherinnen ersparen.

Die hessischen Schulen und Kindertagesstätten vermeldeten am Montag kaum Probleme. Nur wenige Kinder seien für die Notbetreuung angemeldet worden, sagte der Sprecher des Kultusministeriums, Stefan Löwer.

Zur Eindämmung des Coronavirus hatte die hessische Landesregierung am Freitag die Schließung von allen Schulen und Kindertagesstätten verfügt. Eine Notbetreuung gibt es, allerdings nur für die Kinder von sogenannten Funktionsträgern wie Medizinern oder Polizisten (siehe Box). Und: Beide Eltern müssen in den genannten Berufen arbeiten, um einen Anspruch auf die Betreuung zu haben.

Funktionsträger

Eine Liste der Berufe,in denen Beschäftigte besonders geschützt sind, findet sich auf den Internetseiten des Hessischen Sozialministeriums. Sie beinhaltet zum einen sämtliche medizinischen Berufe. Ferner gelten die Ausnahmeregeln für Pflegekräfte, Polizisten, Feuerwehrleute, Mitarbeiter der Rettungsdienste, Richter, Staatsanwälte und Bedienstete des Justizvollzugs.

Wichtig:Ein Anspruch auf Kinderbetreuung besteht nur, wenn beide Erziehungsberechtigte in den genannten Berufen tätig sind, beziehungsweise bei Alleinerziehenden, für die die Voraussetzungen vorliegen.

Nach Auskunft der Schulämter hielten sich in den Schulen am Montag maximal acht Jungen und Mädchen auf, die betreut werden mussten. In manche Schulen war sogar nur ein Kind gekommen.

Auch in Frankfurt hielt sich der Andrang in der Notbetreuung sehr in Grenzen. Für eine abschließende Statistik sei es aber noch zu früh, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Erst gegen Ende der Woche dürfte feststehen, wie viele Kinder überhaupt einen Anspruch auf Betreuung haben. Dazu müssten die Eltern entsprechende Nachweise ihrer Arbeitgeber vorlegen.

Dann sollen auch weitere organisatorische Fragen geklärt werden. Ihr Ziel sei es, dass die Kinder in ihren bisherigen Einrichtungen betreut werden, sagte Weber auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Sofern in einzelnen Kindergärten aber tatsächlich nur sehr wenige Kinder betreut werden, wären auch Zusammenlegungen möglich. Dann sollten die Kinder aber zumindest von ihren bisherigen Erzieherinnen betreut werden.

Die hessische Schülervertretung begrüßte die flächendeckenden Schulschließungen. Auch wenn Schülerinnen und Schüler eine sehr niedrige Sterberate hätten, könnten sie das Virus übertragen, sagte Landesschulsprecher Paul Harder. (mit dpa)

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