+
Die Großküche beliefert Kliniken und Schulen im Kreis.

Coronakrise

Küchenpersonal im Hochtaunuskreis bereit für Katastrophenfall

  • schließen

Der Kreis-Caterer soll notleidende Menschen im Hochtaunus versorgen. Sein Umsatz sinkt um 52 Prozent.

  • Der Umsatz des Kreis-Caterers TMS bricht wegen des Coronavirus um 52 Prozent ein
  • TMS will keine Tafel einrichten
  • Caterer plant keine Kurzarbeit wegen der weggebrochenen Aufträge

Hochtaunuskreis - Der kreiseigene Caterer Taunus Menü Service (TMS) bereitet sich auf den Katastrophenfall vor. Doch auch vor diesem Szenario wurden Sicherheitsmaßnahmen nach Auskunft von Kreissprecherin Andrea Herzig bereits vor zwei Wochen eingeleitet: „Wir versorgen weiterhin die Hochtaunus-Kliniken sowie Einrichtungen mit Notversorgung. Im Katastrophenfall wird die Versorgung in Abstimmung mit dem Katastrophenschutz ausgeweitet.“

Mit Versorgungsengpässen im Katastrophenfall rechnet TMS derzeit nicht. Die Lebensmittelindustrie sei angehalten, während der grassierenden Coronavirus-Pandemie die Versorgung aufrechtzuerhalten, „dass das funktioniert, haben uns unsere Lieferanten auch versichert“, sagt Herzig.

Obwohl bereits die ersten Tafeln zusammengebrochen sind, wird es beim Taunus Menü Service keinen Hol- und Bringdienst oder eine Tafel geben. „Das ist nicht vorgesehen, wohl aber auch in dieser Form nicht nötig“, so die Kreissprecherin.

Im Katastrophenfall übernehme der Katastrophenschutz (Kats) im Hochtaunuskreis die Versorgung notleidender Teile der Bevölkerung. Der Kats werde zwar von TMS beliefert, sorge aber selbst für die Verteilung der Mahlzeiten.

Coronavirus: Umsatz von TMS im Hochtaunus bricht um 52 Prozent ein

Seit Montag sind alle Schulen und Kindergärten im Kreisgebiet geschlossen und müssen daher bis zum Ende der Osterferien nicht mehr von TMS mit Snacks und Mittagstisch versorgt werden. Für den Menüservice bedeutet das einen Umsatzeinbruch um 52 Prozent in diesem Zeitraum.

Verderbliche Vorräte in den Schulen habe es nur relativ geringe gegeben, sagt Herzig: „Zum Wochenende hin werden die Vorräte prinzipiell runtergefahren, montags wird frisch geliefert. Eine Gefahr für Tiefkühlprodukte mit einem relativ langen Mindesthaltbarkeitsdatum besteht nicht, sie bleiben weiterhin in den dafür vorgesehenen Tiefkühlschränken.“ Am Freitagabend vor einer Woche sei ein Teil der schon produzierten Speisen für Montag eingefroren worden. Da zunächst nicht sicher war, ob die Kinder in die Grundschulen kommen, seien diese Mahlzeiten auch ausgeliefert worden. Später jedoch, als auch die Schließung der Grundschulen feststand, seien sie in die Zentrale nach Neu-Anspach zurückgeschickt und dort ordnungsgemäß vernichtet worden.

Durch die tägliche Belieferung „just in time“, also punktgenau, würden große Lagerbestände und unnötige Vorräte vermieden. Alle Lieferanten seien umgehend über die Situation informiert, Großbestellungen sofort storniert worden.

Coronavirus: TMS im Hochtaunus plant keine Kurzarbeit

Kurzarbeit gibt es nach Informationen aus dem Landratsamt bei TMS nicht. Wie es heißt, bleiben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Dienstbereitschaft für den Katastrophenfall. Sie müssen dann alle „überall, an jedem Ort, zu jeder Zeit egal welche Arbeit verrichten“. Auch in der Zentrale gebe es für den Fall eines krankheitsbedingten Ausfalls einiger Mitarbeitenden genügend Personal, um die Produktion aufrechterhalten. Die Beschäftigten aus den Schulen stehen in Dienstbereitschaft zur Verfügung, somit könnten Ausfälle kompensiert werden, heißt es.

Hygiene gehört in den Produktionsgebäuden von TMS grundsätzlich zum Alltag. Ordnungsgemäß desinfizierte Hände und Reinigung von Geschirr und Transportwagen, Mundschutz sowie Handschuhe würden generell ständig kontrolliert, sagt Andrea Herzig und verweist auf die hohen Standards bei der Lebensmittelhygiene.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare