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Im Schlosspark Philippsruhe darf jeder ruhen. Solange der Abstand zum Nachbarn stimmt.

Ins Grüne

Coronavirus: Am besten, man bleibt zu Hause

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Die Städter wollen raus ins Grüne - doch an vielen Stellen könnte es zu voll werden. Wer nicht auf Bewegung verzichten kann, sollte die Hotspots meiden.

In diesen Tagen ist alles ganz anders als gewohnt: Normalerweise würden am ersten schönen und warmen Frühlingswochenende des Jahres, das die Meteorologen für den heutigen Samstag und den morgigen Palmsonntag vorausgesagt haben, Heerscharen von Städtern zum Spazieren und Wandern, zum Motorradfahren und Picknicken raus ins Grüne drängeln. In Zeiten, die überschattet sind von der Corona-Bedrohung mit Heim- oder Kurzarbeit, Unterrichtsausfall und häuslicher Isolation dürfte die Sehnsucht nach frischer Luft sogar deutlich stärker sein als sonst – doch dem stehen die Verbote, in Gruppen von mehr als zwei Personen unterwegs zu sein, und die dringenden Bitten von Ärzten und Politikern gegenüber, nur im Notfall vor die Tür zu gehen.

Trotzdem wird es auch an diesem Wochenende wohl voll werden auf dem Feldberg, dem beliebtesten Ausflugsziel des Rhein-Main-Gebiets. Bereits am vorigen, noch sehr eisigen Wochenende war der Parkplatz auf dem Gipfelplateau so voll, dass er zeitweise gesperrt wurde, wie Motorradfahrer berichteten. Auch in den Wäldern zwischen der Hohemark, dem Altkönig und dem Fuchstanz war schon viel los, obwohl die beliebten Ausflugslokale geschlossen sind und fast alle Wanderer tatsächlich nur alleine oder zu zweit mit gebührendem Abstand unterwegs waren.

ADFC bittet um Rücksicht

Wandern, Joggen und Radfahren in Gruppen ist ausdrücklich untersagt. Das werde auch abseits der touristischen Treffpunkte kontrolliert, heißt es. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) schlägt in Corona-Zeiten als mögliche Alternative E-Cycling vor. Da schwitze man zu Hause auf dem Rollentrainer vor dem Bildschirm. Aber die frische Luft ersetzt das natürlich nicht.

Wer unbedingt rauswolle, den bittet der ADFC darum, rücksichtsvoll zu fahren. Es seien nun viele auf dem Rad unterwegs, die das lange nicht mehr gemacht hätten, sagt Rechtsreferent Roland Huhn. Auch sie müssten sicher und stressfrei zum Ziel kommen. „Die schlechte Radinfrastruktur darf keine Ausrede dafür sein, langsamer Fahrende oder Fußgänger zu bedrängen.“

Auch der Wald sei kein rechtsfreier Raum, betont der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs (CDU). Die Wanderparkplätze im Hochtaunuskreis sollen bis auf Weiteres aber noch nicht gesperrt werden. Man werde die Situation an diesem Wochenende genau beobachten und gegebenenfalls Konsequenzen für die Ostertage ziehen. Krebs appelliert dringend an die Vernunft der Leute. Das Beste sei es, zu Hause zu bleiben.

Auf den Spuren der Kelten an der Hohemark.

Wen es dennoch ins Grüne zieht, der sollte seinen Ausflug wenigstens vorher planen und Feldberg, Altkönig, Weiße Mauer oder Sandplacken besser meiden. Denn der Taunus ist groß, und wer glücklicher Besitzer eines Autos ist, dem eröffnen sich viele alternative Touren. Es müssen ja auch nicht ausgerechnet die Eschbacher Klippen als Alternative sein. Eigentlich setzt die Region in besseren Zeiten stark auf den Tourismus; Wanderwege sind deshalb gut beschildert.

Auf der hervorragend gemachten offiziellen Seite des Naturparks, www.taunus.info, sind zahlreiche Wander- und Fahrradwege abseits der stark begangenen Routen verzeichnet. Auch Kartenmaterial kann man dort herunterladen oder bestellen. Wer etwa im Weiltal rund um Alt- und Neuweilnau oder bei Wehrheim unterwegs ist, wird selbst am Palmsonntag kaum Probleme mit Sicherheitsabständen haben.

Selbst von der Oberurseler Hohemark aus gibt es einige wesentlich weniger frequentierte Spaziergänge als den Urselbach hinauf zum Fuchstanz oder zum Altkönig, etwa die hier beginnende Runde auf den Spuren der Kelten oder die Tour auf den Hünerberg, den deutlich weniger Wanderer besuchen als etwa den Altkönig.

Frankfurt: Stadtwald, Obstbäume und entlaufene Zootiere

Es muss nicht immer das Mainufer sein: Das Frankfurter Umweltdezernat appelliert an die Frankfurter, sich am Wochenende weniger bekannte Orte für Spaziergänge und Radtouren zum Beispiel im jetzt sehr ruhigen Stadtwald oder im Grüngürtel auszusuchen. Vor einer Woche war es laut Dezernat vor allem auf dem Lohrberg, am Mainufer, entlang der Nidda und rings um den Jacobi-Weiher eng geworden. Auf der Facebookseite „Frankfurt Green City“ empfiehlt das Umweltdezernat mehrere „grüne Fluchten“. Weitere Tipps gibt es unter www.gruenguertel.de.

Blühende Obstbäumegibt es in der Streuobstlandschaft am Berger Südhang zu bestaunen. Der Streuobst-Lehrpfad führt über 3,5 Kilometer durch das Naturschutzgebiet. Der Einstieg ist im Martin-Schäfer-Weg in Bergen-Enkheim oder über die Straße „Am Bienenstock“.

Auch im Sossenheimer Unterfeldblühen gerade die Obstbäume. Der Sossenheimer Obstpfad führt durch die Streuobstwiesen und bietet einen Blick auf Bäume, Felder und die Hochhäuser der Stadt. Losgehen kann man zum Beispiel am Wiesenfeldpfad am Ortsrand von Sossenheim.

Die Safari-Routebietet sich für eine Radtour mit Kindern an. Sie verbindet auf einer Strecke von 25 Kilometern den Opel-Zoo in Kronberg mit dem Frankfurter Zoo. Wenn die Zootiere ausgebrochen wären, wo würden sie sich verstecken?
Zu dieser Frage gibt es auf der Strecke 46 Stationen. Mehr Informationen auch zu den einzelnen Etappen unter www.regionalpark-rheinmain.de.

Wer den Main mag, dem empfiehlt das Umweltdezernat den Fechenheimer Mainbogen mit dem neu angelegten Seitenarm. Zu erreichen ist er über die Starkenburger Straße in Fechenheim.

Städtische Wildnisentsteht im Nordpark in Bonames. Hier bleiben Bäume liegen, die der Biber gefällt hat. Der Park liegt an der Homburger Landstraße direkt an der Nidda.

Wie geht es in der Corona-Krise in Deutschland nach Ostern weiter? Experten machen Vorschläge.

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