Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein Lollitest-Kit, um Kleinkinder auf das Coronavirus zu testen.
+
Ein Lollitest-Kit, um Kleinkinder auf das Coronavirus zu testen.

Hessen

Corona: „Wir brauchen eine Teststrategie in Kitas“

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
    schließen

Der Kita-Fachkräfte-Verband fordert eine Testpflicht in Kindertagesstätten, der Verein Liga Hessen eine hundertprozentige Kostenübernahme der Tests durch das Land und einheitliche Regelungen.

In einige Kindertagesstätten in Hessen kommen mobile Testteams. In anderen, wie in Offenbach, werden von der Stadt flächendeckend Testkits an Eltern verteilt damit sie ihre Kinder selbst testen. Und in vielen anderen Kommunen werden Kinder zwischen null und sechs Jahren gar nicht auf das Coronavirus getestet. Ein Fehler, findet sowohl der Kita-Fachkräfte-Verband, als auch der Verein Liga Hessen.

„Wir brauchen eine einheitliche Teststrategie“, fordert Vera Mengler. Die Vorsitzende des Kita-Fachkräfte-Verbands Hessen findet es absolut unverständlich, warum in Grundschulen verpflichtende regelmäßige Tests als zentrales Mittel bei der Bekämpfung der Pandemie gelten, in Kitas aber als nicht notwendig erachtet würden. In Bayern, Baden-Württemberg und Berlin werden Kita-Kinder im neuen Jahr verpflichtend getestet. „Weder die Delta- noch die Omikron-Variante nehmen Rücksicht auf föderale Strukturen“, sagt Mengler. Dass in Hessen, die Kosten für Lolli- oder Spucktests zur Hälfte übernommen werden, hält der Verband für nicht ausreichend. „Somit wird die Sicherheit der Kinder, Familien, Erzieherinnen und Erzieher den Trägern überlassen“, kritisiert Mengler. Dort wo Testmaterial zur Verfügung gestellt wird, werde die Verantwortung den Eltern überlassen, ihre Kinder zu testen und damit die Sicherheit aller zu gewährleisten.

Yan Vogel, Sprecher der Fachgruppe Kita von Liga Hessen, beobachtet in Hessen eine sehr unterschiedlich gehandhabte Praxis der Kindertestungen in den Kitas. Im Gegensatz zum Kita-Fachkräfte-Verband gehe es ihm nicht, um eine Testpflicht, sondern zunächst um eine einheitliche Regelung. „Eine hundertprozentige Kostenübernahme durch das Land und eine Logistik wie im Falle der Mitarbeitenden-Testung in der Praxis würde mehr Sicherheit bringen“, findet Vogel. „Für viele freie Träger besteht ein Risiko, wenn die Kostenübernahme nicht geklärt ist oder die Kommune sich weigert, die anderen 50 Prozent zu übernehmen.“ Dem Kita-Fachkräfte-Verband geht das nicht weit genug und er warnt vor Infizierungen der Erzieherinnen und Erzieher trotz Impfung und Booster. „Fallen sie gehäuft aufgrund einer Coronainfektion aus, ist die für unsere Gesellschaft systemrelevante Betreuung der Kinder nicht mehr gesichert“, befürchtet Mengler.

Die Stadt Offenbach wird derweil bis Ende Februar weitere 100 000 Lollitests an die Kindertagesstätten verteilen, die sie an die Eltern weitergeben. Sie ist eine der wenigen Kommunen, die seit Ende November flächendeckend Tests für die Kleinsten anbietet. „Die Lollitest bieten bei indirekten Kontakten, bei denen es noch nicht zu einer Quarantäne einer Gruppe gekommen ist, eine zusätzliche Sicherheit zur Überprüfung, ob nicht doch eine Übertragung stattgefunden hat“, begründet die Stadt ihr Vorgehen. Auch hätten die Eltern sobald ein Verdachtsfall geäußert wird oder Symptome auftreten, direkt schon einmal die Möglichkeit ihr Kind zu testen.

Seit Einführung der Lollitests wurden in Offenbach 25 Kita-Kinder positiv auf das Coronavirus getestet und zwölf Gruppen in Quarantäne geschickt. Es ist aber nicht mehr abzugrenzen, welche davon zuvor einen positiven Lollitest hatten oder welche durch einen häuslichen Test oder einen Test im Testcenter aufgedeckt wurden. Zu einer Kita-Schließung wegen zu vieler Fälle kam es bislang nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare