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Offenbach ist mit einer Inzidenz von 178,8 weiter der Hotspot der Coronavirus-Infektionen in Hessen.
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Offenbach ist mit einer Inzidenz von 178,8 weiter der Hotspot der Coronavirus-Infektionen in Hessen.

Hessen

Corona: Weniger Tests, aber höhere Positivrate

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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In Hessen steigen die Zahlen der Coronavirus-Fälle stark an. Bei einer 2G-Veranstaltung in Gießen wurden elf Infektionen nachgewiesen. Der Main-Kinzig-Kreis plädiert für ein 2G-Plus-Modell bei Kulturveranstaltungen.

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Hessen nehmen weiter zu. Am Freitag meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 1415 neue Fälle im Bundesland. Zudem wurden fünf neue Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist auf 111,6 Fälle pro 100 000 Einwohner gestiegen. Vor einer Woche lag die Zahl noch bei 73. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Hospitalisierungsrate auf 3,73, die den Intensivstationen zu schaffen macht (siehe nebenstehenden Bericht).

In Offenbach, wo die Sieben-Tage-Inzidenz mit 178,8 am höchsten ist, glaubt man, dass schon bald die Neuinfektionen in den anderen Kommunen und Kreisen weiter zunehmen werden. „Der Anstieg findet statt, obwohl viele Menschen geimpft und damit weniger ansteckungsgefährdet sind. Und obwohl die Zahl der Tests insgesamt gesunken ist“, sagt Bernhard Bornhofen, der Leiter des Gesundheitsamtes in Offenbach. Die Positivrate steige jedoch und liege bundesweit bei elf Prozent. Die Tests, die die Stadt bei der Kontaktnachverfolgung beauftragt, hätten eine Positivrate von über 30 Prozent. Das liege in erster Linie an der ansteckenderen Delta-Variante.

„Epidemiologen und das RKI haben diesen Anstieg für den Herbst zutreffend prognostiziert und es gab dazu Modelle“, sagt Bornhofen. Hinter Offenbach haben der Odenwaldkreis (150,9) und die Stadt Frankfurt (142,5) die höchste Inzidenz. Die niedrigste Inzidenz weist der Kreis Hersfeld-Rotenburg auf (44,9).

Eine konkrete Erklärung für den aktuellen Anstieg liefert die Auswertung der Fallzahlen in Offenbach aber nicht. Hier sind über 40 Prozent der Einträge „Sonstiges“ und damit nicht einer bestimmten Kategorie zuzuordnen. Knapp 30 Prozent sind Infektionen im privaten Umfeld. „Derzeit sehen wir wenige Reiserückkehrer, sind aber auf die Mitwirkung der Menschen angewiesen. Wenn jemand nicht angibt, dass er kürzlich eingereist ist und es keine anderen Hinweise darauf gibt, können wir keinen Zusammenhang herstellen“, betont Bornhofen.

Da es nur noch wenige hessische Maßnahmen wie Masken im Geschäft und 3G bei Veranstaltungen gebe, rechnet der Gesundheitsamtleiter weiter mit steigenden Zahlen. Die Stadt hatte in Eigenregie die Maskenpflicht an den Schulen vor den Herbstferien verlängert, „um die Kinder zu schützen, die noch nicht geimpft werden können“, sagt Bornhofen. Damit habe man auch vermeiden können, ganze Klassen in Quarantäne schicken zu müssen und damit fortlaufenden Unterricht für die meisten Kinder ermöglicht. Ob die von der Landesregierung verordnete zweiwöchige Maskenpflicht nach den Ferien in Offenbach erneut verlängert wird, wird die Stabsstelle demnächst beraten.

Der Main-Kinzig-Kreis fordert indes die Landesregierung auf, eine praktikable Lösung für Kulturvereine und Veranstaltungen zu finden und plädiert für ein 2G-Plus-Modell. Das heißt Zugang nur für Geimpfte und Genesene, die sich gleichzeitig testen lassen müssen. „Am sinnvollsten wäre eine schnellstmögliche landeseinheitliche rechtliche Klärung und Hilfestellung, wie altersgemischte kulturelle Programme unter 2G-Bedingungen möglich sind, ohne dass aktive Kinder und Jugendliche, ob nun bereits geimpft oder noch nicht, von der Programmgestaltung ausgeschlossen werden“, heißt es in dem Schreiben an die Landesregierung.

Wozu 2G-Veranstaltungen führen können, zeigt ein Fall aus Gießen. Während einer Freizeitveranstaltung haben sich offenbar Mitte Oktober elf Personen trotz ihres vollständigen Impfschutzes infiziert und in einigen Fällen auch deutliche Symptome entwickelt, teilte der Kreis Gießen am Freitag mit. „Auch Personen mit vollständigem Impfschutz können sich infizieren und unbemerkt das Virus weitertragen – wenn auch das Risiko wesentlich geringer ist als bei Menschen ohne Impfung“, erklärt Johanna de Haas, Leiterin des Sachgebiets Covid-19 im Kreisgesundheitsamt.

Sie plädiert deshalb dafür, sich weiter an die AHA-Regeln zu halten: Maske tragen, lüften und Hände desinfizieren. Der beste Schutz ist und bleibt die Impfung. Laut RKI sind derzeit 65,7 Prozent der hessischen Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

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