Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Viele Klassenräume blieben leer, denn für alle Schüler ab der siebten Klassefindet der Unterricht in Hessen ausschließlich auf Distanz statt. Nur für Abschlussklassen gelten Ausnahmen.
+
Viele Klassenräume blieben leer, denn für alle Schüler ab der siebten Klassefindet der Unterricht in Hessen ausschließlich auf Distanz statt. Nur für Abschlussklassen gelten Ausnahmen.

Bildung

Schulen in Hessen mit holprigem Neustart

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
    schließen

Es gibt große Unterschiede bei der Teilnahme am Präsenzunterricht. Und das hessische Schulportal fällt schon wieder aus.

Der Schulstart nach dem Ende der Weihnachtsferien am Montag ist alles andere als problemlos verlaufen. So ist das Schulportal des Landes, auf das Lehrkräfte für den digitalen Unterricht zugreifen können, bereits um 7.30 Uhr ausgefallen. Offenbar war das Portal den Anforderungen nicht gewachsen.

Sehr unterschiedlich war die Zahl von Schülern und Schülerinnen der Klassen 1 bis 6, die die Möglichkeit zum Präsenzunterricht in den Schulen wahrnahmen. Die Angaben von Schulleitungen und Lehrkräften schwanken zwischen zehn und 50 Prozent eines Jahrgangs. Die Zuhausegebliebenen sowie die älteren Jahrgänge ab Klasse 7 mit Ausnahme der Abschlussklassen sollen ausschließlich auf Distanz unterrichtet werden, also von zu Hause aus an den Unterrichtseinheiten teilnehmen.

Nach Einschätzung von Stefan Wesselmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Hessen, waren die meisten Schulen gut vorbereitet und haben intensiv an praktikablen Unterrichtsmodellen gearbeitet. „In vielen Klassen standen heute organisatorische Aufgaben an, vor allem die Verteilung und Ausgabe von Arbeitsmaterialien“, berichtet Wesselmann. Für jene, die digital nicht zu erreichen seien, hätten Arbeitspläne und Materialien ausgedruckt werden müssen.

Birgit Koch, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen, nennt den Start nach dem Ferienende „holprig“. Der Zusammenbruch des Schulportals zeige beispielhaft, wie schlecht die Ausstattung insgesamt sei. Das erschwere die Umsetzung von Distanzunterricht erheblich. „So kann es nicht weitergehen“, sagt sie.

„Wer sich heute auf das Schulportal verlassen hat, der war verlassen“ sagt auch Wesselmann. Die Versprechungen des Kultusministers bezüglich der Ausweitung der Kapazitäten durch einen neuen Anbieter seien offenbar voreilig gewesen. Bereits vor Ferienbeginn, als ebenfalls auf Distanz unterrichtet werden sollte, war das Portal zeitweise nicht erreichbar.

Regeln

Die Klassen 1 bis 6 sind von der Präsenzpflicht befreit, das heißt, sie können in die Schule kommen, sollen es aber nicht. Das Unterrichtsangebot für jene, die die Schule besuchen, soll das Gleiche sein wie für jene, die zu Hause bleiben. Ab Klasse 7 findet der Unterricht ausschließlich auf Distanz statt. Nur für die Abschlussklassen findet nach Möglichkeit Präsenzunterricht statt. Kurse sollen, wenn nötig, geteilt werden, um die Abstände einzuhalten. Schul- und Dienstpflicht bleiben bestehen.

Auch für die Eltern war der Schulstart mit zahlreichen Schwierigkeiten verbunden. So berichtet eine Mutter, deren Kinder die Geschwister-Scholl-Schule in Schwalbach (Main-Taunus-Kreis) besuchen, von sehr ungleichen Verhältnissen. Während ihr Sohn in der vierten Klasse täglich 45 Minuten mit der Klassenlehrerin in der Videokonferenz sprechen kann, gibt es für die Tochter in der dritten Klasse lediglich Aufgaben auf Papier. „Sie fühlt sich ziemlich alleingelassen, da gab es am Montagmorgen schon Tränen“, erzählt sie.

An der Heinrich-von-Brentano-Schule in Hochheim haben 180 Eltern einen offenen Brief ans Schulamt geschrieben, weil sie fürchten, ihre Kinder in den Abschlussklassen der Jahrgänge 9 und 10 könnten sich beim Präsenzunterricht anstecken. „Wir wollen, dass es auch für sie bis Ende des Monats Distanzunterricht gibt“, heißt es dort sinngemäß.

Sowohl Wesselmann als auch Koch sprechen sich dafür aus, den Unterricht für alle Jahrgangsstufen im Wechselbetrieb zu organisieren. Jeweils die Hälfte einer Klasse solle die Schule besuchen, die andere Hälfte zu Hause Aufgaben erledigen. Vor allem für Grundschulkinder sei es wichtig, regelmäßig Kontakt zu den Mitschüler:innen und den Lehrer:innen zu haben.

Nach Angaben des Kultusministeriums lag der Anteil der Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6, die in der Schule waren, je nach Schulamtsregion zwischen 14 und 25 Prozent. Im Durchschnitt seien es rund 17 Prozent gewesen.

Das Schulportal habe einen „extremen Anstieg in den Zugriffen“ gehabt. Der Höchststand lag gegen 9 Uhr bei knapp 100 000 Nutzern, die gleichzeitig zugegriffen hätten. „Uns haben nur vereinzelt Rückmeldungen erreicht, dass es heute Morgen zur Rush-Hour bei der Anmeldung ein wenig länger als üblich gedauert hat“, heißt es aus dem Ministerium.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare