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Abendmahl an Ostern nur online? Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sucht das Land das Gespräch mit Religionsgemeinschaften, um zu erreichen, dass religiöse Versammlungen an Ostern nur virtuell stattfinden.
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Abendmahl an Ostern nur online? Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sucht das Land das Gespräch mit Religionsgemeinschaften, um zu erreichen, dass religiöse Versammlungen an Ostern nur virtuell stattfinden.

Rhein-Main

Lockdown über Ostern: Kirchen wollen trotz Pandemie Präsenz-Gottesdienste feiern

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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  • Jens Joachim
    Jens Joachim
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Der Limburger Bischof erteilt der Bitte aus der Politik, Versammlungen virtuell durchzuführen eine Absage. Juden und Muslime äußern sich mit Blick auf Pessahfest und Ramadan zurückhaltend.

  • Die Kirche in Deutschland besteht trotz Corona-Pandemie auf ihr Recht zu Oster-Gottesdiensten.
  • Vertreter der Kirche lassen sich dabei auch von den steigenden Corona-Infektionszahlen nicht abhalten.
  • Der Bitte aus der Politik begegnen Kirchenvertreter zum Teil mit Galgenhumor.

Frankfurt am Main - Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche haben mit Verärgerung auf die „Bitte“ der Bund-Länder-Konferenz reagiert, an Ostern „religiöse Versammlungen nur virtuell durchzuführen“. Zurückhaltend äußerten sich zwei Vertreter und eine Vertreterin von jüdischen und muslimischen Gemeinden.

„Wir sind von dem Ergebnis völlig überrascht worden. Ostern ist das wichtigste Fest für uns. Gottesdienste* sind deshalb kein Beiwerk“, sagte der Limburger Bischof Georg Bätzing, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist. Bereits Weihnachten habe man gezeigt, wie „mit Umsicht und Vorsicht“ Gottesdienste gefeiert werden könnten. „Darauf wollen wir auch Ostern nicht verzichten“, sagte Bätzing.

Corona in Deutschland: Lockdown hält die Kirche nicht auf

Oster-Lockdown: Kirchen sondieren Lage und stimmen sich ab

Der Beschluss komme „überraschend“, heißt es bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Der gewünschte Verzicht auf Präsenzgottesdienste betreffe mit Ostern das wichtigste Fest der Christenheit. Es habe dazu im Vorfeld keinerlei Hinweise an die Kirchen gegeben. Auch habe die Politik bislang nicht erläutert, warum die bundesweit bewährten Hygieneschutzvorkehrungen, die alle Landeskirchen für ihre Gottesdienste befolgten, nicht mehr ausreichen sollten.

Gegenwärtig versuchen die Kirchen bundesweit, die Lage zu sondieren und sich miteinander abzustimmen. Die EKHN führe aktuell Gespräche mit den evangelischen Nachbarkirchen. Auch die katholischen Kirchen sollten einbezogen werden. Gespräche mit der Hessischen Landesregierung sind für Donnerstag geplant.

Gläubige reagieren mit Galgenhumor auf Appell zum Gottesdienst-Verzicht

Vorsorglich rät der Krisenstab der EKHN den Gemeinden, verstärkt auf digitale Formate für die Gottesdienste an den Feiertagen zu setzen. Zugleich sei es sehr ärgerlich, dass so kurzfristig über die Ostergottesdienste entschieden werden müsse. Nach Einschätzung von EKHN-Sprecher Volker Rahn besteht die Gefahr, dass der Appell in Gemeinden und an der Kirchenbasis diesmal im Gegensatz zu früher weit weniger Akzeptanz finde.

Manche evangelischen Gemeinden kommentierten die jüngsten Beschlüsse auch schon mit einer gehörigen Portion Galgenhumor: „Dann buchen wir einen Ferienflieger nach Mallorca und feiern Ostergottesdienst am Ballermann“, sei dort zu hören.

Lockdown über Ostern: Muslime und Juden äußern sich zurückhaltend

Ünal Kaymakci, der stellvertretende Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, der rund 30 muslimische Gemeinden vertritt, sagte, sein Verband verfolge auch im Hinblick auf den in der zweiten Aprilwoche beginnenden Fastenmonat Ramadan „hochinteressiert“ die jüngsten Empfehlungen der Politik.

In Darmstadt nähmen Frauen etwa in der Emir-Sultan-Moschee schon seit mehr als einem Jahr nicht an den Gebeten teil, berichtete Gemeindesprecherin Senay Altintas. Die Gebetsplätze in der Moschee seien mit Klebestreifen markiert, es müssten Masken getragen und Abstände eingehalten werden.

Darmstadt: 80 bis 100 Männer beim Freitagsgebet in der Moschee

Wegen des limitierten Platzangebots kämen derzeit 80 bis 100 Männer in die Moschee, um zu beten. Vor der Pandemie seien es mitunter mehr als 400 Gläubige gewesen. Im vorigen Jahr sei die Moschee während des Fastenmonats geschlossen gewesen.

Ob an diesem Wochenende in einigen wenigen hessischen Synagogen wie geplant das Pessahfest gefeiert wird, ist inzwischen unklar. Daniel Neumann, der Direktor des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Hessen, sagte, diesbezüglich könne es in den nächsten Tagen zu einer bundeseinheitlichen Regelung kommen. Auch sein Verband stehe in Kontakt mit der Landesregierung. (Peter Hanack und Jens Joachim)

*fuldaerzeitung ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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