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Ein 3D-Druck eines Corona-Spike-Proteins.
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Ein 3D-Druck eines Corona-Spike-Proteins.

Kontakte

In Hessen bleibt die Wohnung tabu

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Für Treffen zu Hause bleibt das Land Hessen bei seiner Linie, auf Verbote zu verzichten. Stattdessen appeliert das Land an die Bevölkerung - auch damit Schulen möglichst offen bleiben.

Sollten sich an Weihnachten 13 Erwachsene unter einem Baum versammeln, wird nicht die Polizei kommen. Hessen bleibt bei der Linie, dass Treffen in Privaträumen für den Gesetzgeber tabu sind. Es gibt aber die „dringliche Empfehlung“ sich an das zu halten, was die Ministerpräsident:innen der Länder am Mittwoch mit der Kanzlerin vereinbart haben und das Corona-Kabinett am Donnerstag in Wiesbaden in eine Verordnung gegossen hat, die zum 1. Dezember in Kraft tritt: Mehr als fünf Leute aus zwei Haushalten sollen sich nicht treffen, plus Kinder bis zum 14. Lebensjahr. Zwischen 23. Dezember und 1. Januar dürfen es sogar zehn Menschen aus bis zu zehn Haushalten sein. Offiziell beschließen kann das Kabinett letzteres erst am 15. Dezember; Corona-Verordnungen dürfen nur vier Wochen gelten.

Damit die Hessen dennoch Planungssicherheit für die Feiertage bekommen, hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag diese Regelung zugesagt. Wer in dieser Zeit Verwandtschaft besuchen möchte, dürfe auch in einem Hotel übernachten, sagte er am Donnerstag in Wiesbaden. Für Beerdigungen oder andere familiäre Notwendigkeiten gebe es diese Ausnahmen schon jetzt.

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) empfahl Betreibern von Einkaufszentren oder Shoppingmalls, ein „Einlassmanagement“ zu organisieren. Denn auch diesen Beschluss der Bund-Länder-Konferenz setzt Hessen um: In größeren Geschäften ab 800 Quadratmeter Verkaufsfläche darf sich ab Dienstag lediglich eine Kundin oder ein Kunde pro 20 Quadratmeter aufhalten. Größere Menschenansammlungen zu vermeide solle helfen, dass die Krankenhäuser nicht auswählen müssten, wen sie behandeln und wen nicht. Er sei sicher, dass es wieder Diskussionen um die Sinnhaftigkeit der Regeln des Lockdowns geben werde, der nun um vier Wochen verlängert und bei den Kontakten und für den Handel verschärft wird. „Wir sind mitten in der Pandemie, ein Abwägen ist notwendig“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und räumte ein: „Es wird keine Perfektion geben.“ Er sei sich der „harten Einschnitte“ für Gastronomie, Kultur, Hotellerie und für den Sport bewusst. Die Betroffenen dürften auch für Dezember auf finanzielle Hilfe vom Bund hoffen. Auch sei es seit Mittwoch endlich möglich, Anträge auf die Novemberhilfe zu stellen.

Landesregierung plädiert für Präsenzunterricht

Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 Infektionen pro 100 000 Menschen entscheiden die Gesundheitsämter und Schulämter, welche Regeln in der jeweiligen Schule am wirksamsten sind. Die Landesregierung plädiert aus Gründen der Bildungsgerechtigkeit für Präsenzunterricht. „Ich will nicht, dass viele Schüler ein ganzes Schuljahr verlieren“, sagte Bouffier. Die Kollegen aus Rheinland-Pfalz und Hamburg hätten eindruckvoll belegt, dass Schulen keine Hotspots sind. Vielmehr seien Privatkontakte das Problem. In Hessen seien aktuell zwei Prozent der Schüler:innen in Quarantäne, ebenso viele Lehrer:innen. Erkrankt seien 0,1 Prozent der Schüler:innen und 0,32 Prozent der Lehrer:innen. Eine einzige der 1900 Schulen sei geschlossen. Er habe Verständnis für die Sorgen, sagte Bouffier. „Aber Angst ist kein guter Ratgeber.“ Und der Wechselunterricht in Offenbach zeige, dass solche Modelle nicht zum erhofften Ergebnis führten: „Die Infektionszahlen sind trotzdem gestiegen.“

Die beiden Politiker appellierten an die Bevölkerung, weiter mit daran zu arbeiten, die nach wie vor hohen Infektionszahlen unter eine Inzidenz von 50 zu drücken. „Der Teil-Lockdown war erfolgreich, es ist gelungen, den Anstieg zu brechen“, sagte Bouffier. Ohne die November-Einschränkungen wäre das Gesundheitssystem jetzt schon kollabiert, „auch jetzt ist die Situation außerordentlich angespannt“. Die täglichen Todesfälle seien auf dem Höchststand. „Es wäre unverantwortlich, jetzt wieder zu öffnen.“ Nach wie vor könnten rund 80 Prozent der Infektionen nicht einer Quelle zugeordnet werden. „Deshalb ist es wichtig, die privaten Kontakte weiter zu minimieren.“

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