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Die fünf Tonnen schwere Gloriosa läutet im Glockenstuhl der Flörsheimer St. Galluskirche.

Kirche

Corona-Krise: Trost durch Glockengeläut

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Die Corona-Krise stellt Deutschlands Kirchengemeinden vor neue Herausforderungen. Indem sie gemeinsam die Glocken läuten, wollen sie ein Zeichen der Einigkeit senden.

Die Kirche muss sich in Zeiten von Corona neu erfinden. Zwar sind die Türen vieler Gotteshäuser weiterhin geöffnet, allerdings nur für stille Gebete oder seelsorgerische Einzelgespräche. Dabei zeigen sich sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche kreativ: So werden Gottesdienste live übertragen, es gibt Facebook-Gruppen, Internetseiten, über die gemeinsam virtuell gebetet werden kann, und viele weitere Angebote, die es auch während der Kontaktsperre ermöglichen sollen, gemeinsam dem Glauben nachzugehen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland veröffentlicht auf Facebook und Instagram täglich ein Morgengebet. Außerdem gibt es unter www.coronagebet.de eine Online-Gebetsgruppe. Unter dem Motto „Du bist nicht allein“ kann rund um die Uhr virtuell gemeinsam gebetet werden.

Das Bistum Limburg streamt täglich einen Gottesdienst aus der Limburger Bischofskapelle. Montags bis samstags beginnen die Messen um 18 Uhr, sonntags um 10 Uhr. Der Livestream ist auf www.bistumlimburg.de zu sehen. Wer nicht live dabei sein hat, hat die Möglichkeit, die Gottesdienste im Anschluss auf dem Youtube-Kanal der Diözese zu sehen.

Dompfarrei sammelt

In Frankfurt bietet beispielsweise die Dompfarrei St. Bartholomäus täglich einen „geistigen Impuls“, der die Gläubigen durch den Tag begleiten soll und unter www.dom-frankfurt.de/aktuelles/online-angebote/taeglicher-impuls zu finden ist. Auf der Homepage stellt die Dompfarrei eine Plattform bereit, auf der Hilfsangebote und Hilfsanfragen gesammelt und vermittelt werden.

Da die Evangelische Akademie Frankfurt bis Ende April keine Veranstaltungen mit Publikum anbieten darf, bemüht sie sich, möglichst viele der geplanten Vorträge, Diskussionen und Impulse als Videos aufzunehmen, die sich Interessenten zu Hause anschauen können. Dieses Projekt trägt den passenden Namen „Sofa-Akademie“. Zudem hat die Einrichtung auf Facebook die Reihe „Queres aus Quarantäne“ gestartet, in der Direktor Thorsten Latzel seine Gedanken zu Corona aufschreibt. Dort können Interessierte auch zehn Gebote für die Corona-Zeit entdecken.

Eine weitere Möglichkeit für ein gemeinsames Gebet bietet sich jeden Abend um 19.30 Uhr. Das Bistum Limburg, das Bistum Mainz und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau empfehlen ein gemeinsames Geläut für maximal fünf Minuten, täglich um 19.30 Uhr. Ziel sei es, in der Öffentlichkeit ein hörbares Zeichen der christlichen Gemeinschaft, des gegenseitigen Trosts und der Ermutigung zu setzen.

Gläubige sind eingeladen, eine Kerze ins Fenster zu stellen „für alle, die in diesen Tagen ihre ganze Kraft für andere einsetzen“, beschreibt die katholische Stadtkirche Frankfurt. „Die Kerze soll ein leuchtendes Zeichen sein: Ihr seid nicht allein. Und sie ist ein Zeichen, dass Gott da ist.“

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