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Hamsterkäufe, etwa von Klopapier, sind in Frankfurt jetzt untersagt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

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Corona-Krise: Frankfurt verbietet Hamsterkäufe

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Nach Hanau geht auch die Stadt Frankfurt gegen Hamsterkäufe vor. Der Handelsverband Hessen sieht die Regelungen eher skeptisch. Das Phänomen nehme bereits ab.

Die Stadt Frankfurt geht gegen sogenannte Hamsterkäufe vor. Nach einer Allgemeinverfügung von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) dürfen zunächst bis 19. April in Geschäften nur noch Waren in einem haushaltsüblichen Umfang an eine Person abgegeben werden. Was haushaltsüblich ist, definiert die Stadt allerdings nicht näher.

Außerdem begrenzt die Stadt mit Verweis auf die Ausbreitung des Coronavirus die Zahl an Menschen, die sich in Geschäften aufhalten dürfen. Je angefangene Verkaufsfläche von 20 Quadratmetern darf nur noch eine Person in den Verkaufsraum gelassen werden. In einem 800 Quadratmeter großen Markt dürfen sich also höchstens 40 Menschen gleichzeitig aufhalten. Die Einzelhändler haben ihre Kunden zu veranlassen, dass diese in der Schlange vor dem Laden und im Laden jeweils mindestens 1,5 Meter Abstand zueinander halten.

Fast alle Frankfurter verhielten sich vorbildlich, sagte Feldmann. „Doch immer wieder hören wir von Fällen, in denen einige wenige unsolidarisch sind, andere Kunden und teilweise sogar die Angestellten in den Geschäften beschimpfen, wenn diese haushaltsübliche Mengen durchsetzen wollen.“ Mit der Allgemeinverfügung habe die Stadt nun eine Handhabe gegen das Hamstern von Klopapier, Mehl und anderen Gütern des täglichen Bedarfs, sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne).

Regel für Hessen erwünscht

Vor Frankfurt hatten bereits die Stadt Hanau und der Landkreis Marburg-Biedenkopf angekündigt, Hamsterkäufen den Riegel vorzuschieben. Verbraucher dürfen sich dort nicht mehr mit Bergen an Vorräten eindecken, sondern nur noch haushaltsübliche Mengen erwerben. Beide Kommunen hatten dazu Allgemeinverfügungen erlassen. Die Einhaltung der Regeln will der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) notfalls mit der Stadtpolizei kontrollieren lassen.

Der Hessische Städte- und Gemeindebund lobte das vehemente Vorgehen dieser Kommunen gegen massenhafte Vorratskäufe am Montag. „Ich kann mir gut vorstellen, dass dies Vorbildcharakter hat und weitere Kommunen nachziehen. Wir würden das durchaus begrüßen“, sagte der geschäftsführende Direktor, Karl-Christian Schelzke.

Der Handelsverband Hessen äußerte sich dagegen eher skeptisch zur Notwendigkeit dieses Schrittes. Der Verband appelliert weiter an die Kunden, nur bedarfsgerecht einzukaufen und solidarisch zu sein. Das Phänomen Hamsterkäufe habe aber bereits abgenommen, sagte dessen Hauptgeschäftsführer Sven Rohde am Montagmittag auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Wenn die Kommunen nun schon eingriffen, dann wäre eine einheitliche Regelung für Hessen wünschenswert, sagte er. (mit dpa)

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