+
Alle Geschäfte in Hessen dürfen wieder öffnen, dann wird auch auf der Zeil wieder mehr Publikumsverkehr herrschen. Allerdings müssen Abstandsregeln weiter eingehalten werden.

Handel

Corona-Krise: Alle Geschäfte in Hessen dürfen ab heute wieder öffnen

  • schließen
  • Steven Micksch
    Steven Micksch
    schließen

Das Land Hessen erlaubt den Verkauf in Läden, die ihre Fläche auf 800 Quadratmeter verringern. Die Notfallbetreuung wird ausgeweitet.

In Hessen dürfen von Montag an alle Geschäfte unter Einhaltung von bestimmten Sicherheitskriterien wieder öffnen. Das teilten das hessische Sozial- und Wirtschaftsministerium gemeinsam mit.

Neben den kleineren Geschäften mit einer Ladenfläche von bis zu 800 Quadratmetern erlaubt die Landesregierung auch Kaufhäusern und Großgeschäften den Warenverkauf, wenn sie ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter reduzieren - etwa mit Trennwänden. Dies geht aus den sogenannten Auslegungshinweisen zur jüngsten Corona-Verordnung hervor.

Die Abstands- und Hygieneregel seien in jedem Fall einzuhalten, hieß es. In allen Geschäften dürfe sich nur eine Kundin oder ein Kunde je 20 Quadratmeter aufhalten. Ein Abstand von anderthalb Metern zwischen den Menschen sei zu wahren. Die Geschäfte in Hessen dürfen von Montag an auch wieder zuvor bestellte Waren liefern und abholen lassen.

Schülerinnen und Schüler müssen sich keine Sorgen machen, dass sie wegen der Corona-Krise sitzen bleiben. „Da die Leistungsbewertung in diesem Schulhalbjahr nur eingeschränkt möglich sein wird, soll in der Regel eine Versetzung erfolgen“, teilte das Kultusministerium mit. Damit folgt Hessen dem Beispiel anderer Länder. In Hessen wird der Schulbetrieb ab 27. April schrittweise wieder losgehen.

Ab sofort dürfen die Bibliotheken und Archive wieder öffnen. Auch Autokinos wie in Gravenbruch sind wieder erlaubt. Buchläden, Autohäuser und Fahrradläden sind beim Verkauf von der Beschränkung auf 800 Quadratmeter Fläche ausgenommen. Eisdielen in Hessen dürfen wieder öffnen. Gestattet sind der Thekenverkauf und die Lieferung. Sitzmöglichkeiten dürfen die Eisdielen nicht anbieten. Kunden müssen sich 50 Meter vom Geschäft entfernen, bevor sie ihr Eis essen dürfen. Damit sollen Konflikte mit dem Abstandsgebot vermieden werden, hieß es.

Ab sofort dürfen mehr berufstätige Eltern die Notfallbetreuung der Kindergärten in Hessen nutzen. Die neue Corona-Verordnung sieht vor, dass auch hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Presse, Rundfunk, Fernsehen und weiteren Medien ihre Kinder in die Notfallbetreuung geben dürfen, wenn sie eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorweisen können. Das Betreuungsangebot gilt nun auch für Soldatinnen und Soldaten und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr sowie für berufstätige Alleinerziehende.

Die Frankfurter Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) rechnet deshalb mit deutlich mehr Kindern, die künftig in den Frankfurter Kitas betreut werden. Zuvor hatten 1000 Kinder die Notfallversorgung in Anspruch genommen. „In den letzten Tagen war die Zahl noch mal angestiegen“, sagte sie.

Die alleinerziehenden Berufstätigen müssten sich nun bei ihrer bisher besuchten Kita melden und dort Bescheid geben, dass sie die Notfallversorgung nutzen möchten. „Wir wollen es weiter so handhaben, dass die Kinder in ihre vertraute Kita kommen“, so Weber. Allerdings wolle man die Situation weiter beobachten und bei kritischen Auslastungen Kinder auch woanders unterbringen. Weber betonte, dass die Zahl der Kinder täglich wechsle. Nicht immer brächten Eltern ihre Sprösslinge jeden Tag zur Betreuung. Auch deshalb müsse man die Entwicklung nun beobachten und dann reagieren. Aktuell liegen die Gruppengrößen bei maximal fünf Kindern. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Entsprechend mehr Personal werde ab dieser Woche benötigt. Allerdings gelte weiterhin der Infektionsschutz. Erzieherinnen und Erzieher, die zur Risikogruppe gehören, dürften nicht arbeiten.

Die Erzieherinnen und Erzieher versuchten, mit den Kindern viel Zeit im Freien zu verbringen. Die einzelnen Gruppen blieben getrennt. In den Kindertagesstätten würden Flächen und Spielzeuge mehrfach täglich desinfiziert. Auch sei es den Betreuerinnen und Betreuern sowie den Kinder gestattet, Masken zu tragen. Ein Pflicht gebe es nicht.

Es sei allerdings immer noch nicht abzusehen, wann die Kitas wieder normal öffnen könnten, sagte Weber.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare