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Gemeinsam geht es besser, solange nötig auch mit Maske. Die Corona-Krise hat uns nicht selten zu Zuschauern unseres eigenen Lebens werden lassen.
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Gemeinsam geht es besser, solange nötig auch mit Maske. Die Corona-Krise hat uns nicht selten zu Zuschauern unseres eigenen Lebens werden lassen.

Corona

Corona: Kein Zurück zum Leben vor der Krise

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Die Corona-Pandemie hat fast alles verändert, langsam werden die Folgen sichtbar. Sechs junge Menschen erzählen von Mut und Verzweiflung in der Pandemie.

Corona hat nicht nur das Leben unzähliger Menschen, sondern auch fast alle Bereiche unseres Zusammenlebens erschüttert und durcheinandergewirbelt. Nun, da die Zahl der Geimpften steigt, da über Ausstiegsszenarien aus der Pandemie diskutiert wird, wird immer deutlicher, was mit der neuen Normalität gemeint sein könnte. Klar wird vor allem: Sie bedeutet kein Zurück zu dem Leben, wie es vor Corona einmal war. Was aber bleibt? Was kommt?

Mit diesen Fragen vor Augen sind wir in den vergangenen Wochen aufgebrochen, in Frankfurt und Rhein-Main ein Bild davon zu gewinnen, wie sich die Wirklichkeit und unser aller Leben verändert hat. Wir haben mit vielen Menschen gesprochen, die uns ihre professionelle Sicht darlegten – oder ihre ganz persönlichen Einschätzungen vermittelt haben.

Homeschooling und Distanzunterricht

Es sind vor allem zwei Bereiche, in denen die aufgezwungenen Veränderungen am sichtbarsten geworden sind: das Arbeitsleben und die Schulen. Homeoffice und Distanzunterricht heißen die Schlagwörter, die uns seit Monaten begleiten. Nun beginnt ein neues Schuljahr, die Klassenräume sollen offen bleiben. Die Skepsis ist groß.

Viele Kinder und Jugendliche sind abgehängt. Ob sie zurückfinden auf den Bildungsweg, ist mehr als ungewiss. Da hilft auch eine aufgerüstete digitale Ausstattung kaum. So bleiben vor allem zwei Erkenntnisse: Deutschland ist in Sachen digitale Bildung Entwicklungsland. Und der persönliche Kontakt ist unverzichtbar.

„Unterricht abgeschafft“

Bislang ist allerdings nur an wenigen Stellen erkennbar, dass die Krise die Pädagogik befruchtet hätte. Modernisierungen oder gar grundlegende Reformen sind alles andere als flächendeckend zu beobachten. Dabei müsste es ja nicht gleich so weit gehen wie an der Richtsberg-Gesamtschule in Marburg, deren Schulleiter Thomas C. Ferber sagt: „Wir haben den Unterricht abgeschafft.“

Zugleich rufen Arbeitgeber:innen ihre Beschäftigten nach und nach zurück ins Büro. Wer aber, wie Mario S. (39) aus Dietzenbach es uns erzählt, fast eineinhalb Jahre lang zu Hause gearbeitet hat, findet den Weg ins Büro so einfach nicht mehr. Hybrides Arbeiten, mit einigen Tagen in der Firma und anderen am heimischen Schreibtisch, wird wohl auf Dauer Bestand haben.

Junge Menschen in der Pandemie

Tim Evers und Lena Schumacher, 19: Magazin für junge Leute gegründet
Unser Abi fiel ins erste Jahr der Pandemie, die alle Pläne vereitelte. Ein Studium und Gap Year, so wie wir es uns immer vorgestellt hatten, ließ sich nicht realisieren. Gleichzeitig fehlte uns eine aufregende Aufgabe, während wir in den Wänden unserer Kinderzimmer lebten, aus denen wir direkt hatten ausziehen wollen. Dort saßen wir an einem verregneten Novembertag mit Abstand, Maske und dicker Jacke bei offenem Fenster, tauschten uns über Print-Medien aus und stellten fest, dass es kaum ein Magazin von und für junge Menschen gab. Ein Schlagabtausch mit vielen sprudelnden Ideen führte zur Vision, ein Print-Magazin zu gründen: OLDSCHOOL. Wir schufen uns eine Perspektive und entkamen der Isolation, der Inspirationslosigkeit und dem trüben Ausblick auf die kommende Zeit. Unser Alltag war wieder strukturiert, wir mobilisierten Freund:innen, lernten online neue engagierte Leute kennen. Drei Monate später hielten wir die erste Ausgabe von OLDSCHOOL in Händen. Damals wussten wir noch nicht, dass innerhalb eines halben Jahres mehr als 180 junge Menschen aus Deutschland ehrenamtlich mitwirken würden, um ihre Perspektive auf Politik, Gesellschaft und Kultur öffentlich zu machen. Mittlerweile arbeiten wir an der vierten 100-seitigen werbefreien Ausgabe, die mit einer Auflage von 2000 Heften erscheint. An ein Studium ist auch im zweiten Jahr nach dem Abitur nicht zu denken.
Tim Evers und Lena Schumacher aus Frankfurt haben das Oldschool Magazin gegründet.

Friederike Bruder, 20: Zuhause gefunden
Die Pandemie hat es mir nicht gerade einfach gemacht. Hart ausgedrückt heißt das, sie hat mich auf den harten Boden der Tatsachen gezwungen. Und Tatsache ist – Pläne kann man sich im Leben eigentlich sparen. Oder besser: Man sollte sich nicht zu sehr auf Pläne verlassen, auch wenn man noch so viele Eventualitäten einkalkuliert hat. Denn mit manchen Dingen kann einfach nicht gerechnet werden – einem tödlichen Virus, das die gesamte Welt für ein Jahr stilllegt, zum Beispiel. Als Corona kam, war ich gerade 19 und hatte mir ein Leben in einer kleinen Stadt in Südmexiko aufgebaut. Dort ging es mir so gut wie bisher noch nie. Bereits ein Jahr vor meinem Abitur hatte ich mich auf einen Freiwilligendienst bei der Organisation „weltwärts“ beworben. Deutschland nach der Schule zu verlassen, das war jahrelang mein einziges Ziel gewesen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren alle meine Pläne perfekt aufgegangen. Ich hatte sogar einen Platz bei der Menschenrechtsorganisation bekommen, bei der ich unbedingt arbeiten wollte. Mein Leben und die Arbeit gefielen mir so gut, dass ich mich entschloss, den Dienst um acht Monate zu verlängern und ein Jahr später mit dem Studium zu beginnen. Und dann hieß es im März 2020 auf einmal, wir müssen innerhalb einer Woche nach Deutschland zurück. Für mich und viele meiner Freunde war das ein Schock. Wir hatten gar nicht damit gerechnet. Und das, obwohl unsere Freunde von AFS schon ein paar Tage vorher dieselbe Nachricht erhalten hatten. Ziemlich naiv eigentlich. Zurück im Haus meiner Eltern musste ich erst einmal versuchen klarzukommen. Ich führte die Arbeit für meine Organisation von Deutschland aus fort und klammerte mich noch monatelang an die Hoffnung auf eine mögliche Rückkehr. Dadurch bekam ich auch mit, wie sich die Pandemie auf der anderen Seite der Welt auswirkte. Der mexikanische Staat unternahm fast nichts gegen das Virus. Er ließ es einfach wüten. Die Folge sind 241 000 Tote (Stand 2. August 2021). Damit liegt das Land weltweit auf Platz vier der Liste mit den meisten Corona-Toten. Diese Entwicklung mitanzusehen, machte mir einmal mehr meine privilegierte Situation bewusst. Die Bundesregierung hatte mich zu meinem Schutz nach Deutschland zurückgeholt. Hier hatte ich Zugriff auf ein funktionierendes Gesundheitssystem und recht gute Aussichten darauf, früh geimpft zu werden. Irgendwann überwand ich also meine anfänglichen Probleme und entschied mich für ein Studium in Frankfurt. Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich meiner verlorenen Zeit in Mexiko nicht hinterhertrauere. Aber andererseits bin ich dankbar für die sieben Monate Freiwilligendienst, die ich erleben durfte. Andere Menschen meiner Generation haben nicht mal diese Chance bekommen, weil sie ihr Abitur während Corona absolvieren mussten. Letztendlich habe ich es trotz der harten Erfahrung geschafft, mich an eine unerwartete Lebenssituation zu adaptieren und kann inzwischen behaupten, dass ich hier in Frankfurt ein neues Zuhause gefunden habe.
Friederike Bruder kommt aus der Nähe von Chemnitz und studiert Politikwissenschaft und Gender Studies in Frankfurt. Sie ist Praktikantin bei der Frankfurter Rundschau.


Michelle Schreiber, 19: Wir brauchen die Gemeinschaft
Im vergangenen Herbst starte ich voll Euphorie in ein Psychologie-Studium im Ausland. Die Vorlesungen finden als Hybrid-Veranstaltungen statt. Sechs Wochen nach Studienbeginn helfe ich meinen Eltern bei ihrem Umzug aus Frankfurt und erfahre: Der Rest des Semesters soll nur noch online stattfinden. Ich weiß nicht, wohin mit mir. Der Winter ist hart. Wie unter einer Glasglocke befinde ich mich isoliert mit meinen Gedanken, die unablässig um Vergangenheit und Zukunft kreisen, seitdem das Jetzt nur noch aus Leere besteht. Ich habe Angst davor, gefragt zu werden, wie es so läuft und was ich mit meinem Leben vorhabe. Ich telefoniere mit Freund:innen, und mit Beginn des Frühlings fange ich an, die Glasglocke zu durchbrechen. Ich bewerbe mich um ein Praktikum bei einem Stadtmagazin. Mir wird stattdessen eine zweimonatige Stelle in der Redaktion angeboten. Ich beginne damit, vermehrt mit jungen Menschen zu sprechen, die mich auf Lesungen mitnehmen; die mir ihre Texte zeigen und mit mir über die Bücher reden, die sie gerade begeistern; die Autor:innen kennen, die Schreibwerkstätten leiten. Im Sommer hänge ich das Psychologie-Studium an den Nagel und erhalte die Zulassung für einen neuen Studiengang. Ich schreibe Texte, die veröffentlicht werden. Den Winter benötigte ich, um auszutarieren, was mir fehlt und was mir wichtig ist. Nach diesem Jahr begreife ich: Abgesehen von Mut brauchen wir Gemeinschaft, um unseren Weg zu gehen, andere, die unsere Träume teilen und vor allem Menschen, die an unser Potenzial glauben.
Michelle Schreiber aus Leipzig ist freie Journalistin.


Laura Roban, 24: Koffer Packen und Grenzen überwinden
Ich sitze auf ungepackten Koffern. Manchmal schreibe ich Packlisten, nur um sie nach zehn Minuten wieder zu zerknüllen. Fünf Wochen sind es noch, bis ich in den Zug steige und für mein letztes Studienjahr nach Paris ziehe. Meine eineinhalbjährige Schockstarre ist in Aktionismus umgeschlagen. Vor den angesprochenen eineinhalb Jahren Pandemie und dem ersten Lockdown entschied ich mich, im Master Transnationalen Journalismus zu studieren. Ein ziemlich weiter Weg, zu laut waren innerer und äußere Kritiker: „Ist das nicht eine ziemlich unsichere Sache?“ Doch ich hatte mich entschieden - und lerne seitdem vor allem, dass Journalismus von Begegnung lebt, die leider lange kaum möglich war. Ein audiovisueller Beitrag fast nur mit Zoom-Interviews? Sieht nicht besonders gut aus. Nun soll sich alles ändern, schließlich geht es nach Paris. Eine neue Umgebung, eine andere Sprache – ich freue mich auf die Eindrücke! Doch auch wenn ich es kaum zugeben mag, bin ich etwas nervös. Mir kommen immer öfter Zweifel daran, dass die Veranstaltungen tatsächlich wie versprochen in Präsenz stattfinden. Sitze ich letztlich ein weiteres Jahr allein vor dem Laptop, nur am anderen Ort? Dazu kommen Fragen wie: Wer wird mich eigentlich besuchen können? Ich ertappe mich öfters auf der Seite des Auswärtigen Amtes – welche Regeln für den Grenzübertritt gelten aktuell? Meine Pläne haben sich während der ganzen Zeit kaum geändert, doch alles drumherum schien ins Wanken zu geraten. Manche meiner Kommiliton:innen habe ich in knapp einem Jahr nie persönlich getroffen. Mir ist zum ersten Mal bewusst geworden, dass es auch innerhalb Europas Grenzen gibt. Grenzerfahrungen im Studium, nur ganz anders als erwartet. Was kommt, kann ich nicht planen. Nur die Packlisten kann ich wieder und wieder neu schreiben. Was bleibt, sind Fragen: Bleiben die neu gezogenen Grenzen in unseren Köpfen erhalten und der Austausch virtuell? Was kann ich persönlich dafür tun, damit das Bild eines fragmentierten Europas bald als vage Erinnerung verblasst, es wieder möglich ist, Freundschaften über Ländergrenzen hinweg zu schließen? Erst einmal Koffer packen und selbst die Grenze überwinden.
Laura Roban aus Frankfurt studiert transnationalen Journalismus in Mainz und Paris und ist Praktikantin der Frankfurter Rundschau.


Konstantin Nimmerfroh, 21: Wir müssen Krisen gemeinsam bekämpfen
Es ist mal wieder ein Weltbild zusammengebrochen. Nicht, dass mir das in den vergangenen zwei Jahren nicht oft genug passiert wäre. Aber was ich aus Corona gelernt habe ist, dass selbst eine lebensbedrohliche Jahrhundertkrise die Politik nicht dazu bewegt umzusteuern. Umzusteuern und wegzukommen von einer Politik, die Wirtschaftsinteressen über Menschenleben setzt. Ob der Corona-Ausbruch bei Tönnies oder das zwanghafte Öffnen, um Wirtschaftsinteressen nicht zu gefährden: Diese Schritte haben zu massiven Infektionszahlen sowie Todesfällen geführt und dabei wurden immer wieder Wirtschaftsinteressen über Menschenleben gestellt. Lockdowns wurden gebremst und oft nicht konsequent durchgeführt, und statt Betriebe in die Pflicht zu nehmen, wurden private Kontakte beschnitten. Es hat mich schockiert zu sehen, dass selbst in so einer Krisenlage die Politik oft nicht bereit war, umzudenken und umzulenken. Dabei lagen die wissenschaftlichen Lösungen oft wie auf einem Präsentierteller. Und doch mussten Wissenschaftler*innen sich allzu oft damit begnügen, nur warnende Randnotiz zu sein. Man kommt sich vor wie in der Klimakrise. Und das macht mir Angst. Es macht mir Angst, dass viele systemrelevante Berufe nur von einem Klatschen auf dem Balkon leben müssen, weil die Politik auch dort nicht von ihrer wirtschaftsfokussierten Linie abgekommen ist. Es macht mir Angst, dass der Staat sich in dieser Krise oft hilflos und ratlos zum Spielball von Unternehmen gemacht hat. Es macht mir Angst, dass das die Umgangsweise mit Krisen sein soll. Ich finde es nicht zu viel verlangt, mehr zu erwarten. Die Antwort auf Krisen kann meiner Meinung nach nur sein, sie gemeinsam zu bekämpfen und gemeinsam Maßnahmen und Lösungen zu finden, im Interesse der Gemeinschaft zu handeln und den Profit außen vor zu lassen. Wenn das nicht möglich ist in diesem Wirtschaftssystem, ist es Zeit, das System zu hinterfragen.

Konstantin Nimmerfroh aus Frankfurt macht ein freies soziales Jahr im Bereich Betreuung.


Franziska Eiles, 19: Glaubensfragen gestellt und Antworten gesucht
In den letzten eineinhalb Jahren hätte sich in meinem Leben sowieso einiges verändert. Ich hätte mein bestandenes Abitur mit Freund*innen gefeiert, auf dem Abiball getanzt und endlich die lang ersehnte große Freiheit danach gespürt. Plötzlich aber waren wir so eingeengt wie noch nie zuvor. Jetzt ist alles anders, sowohl die kleinen als auch die großen Dinge. Mein Musikgeschmack, meine Zukunftspläne, mein Glaube. Und irgendwie hängt alles zusammen. Letzterer gibt mir Halt, Vertrauen in die Zukunft und eine Menge Hoffnung, bedeutete aber erst mal für einige Monate Antworten suchen und ein wenig verzweifelt sein. Alle Fragen habe ich bis heute nicht vollständig beantwortet, immerhin aber manche. Wie funktioniert das mit dem Glauben? Wie lebt man den im Alltag? Wie kann ich die Bibel richtig verstehen? Wie lassen sich das Christ*innentum und Feminismus miteinander vereinbaren?Diese großen Fragen beantworten sich nicht so leicht, besonders wenn alle Kirchen geschlossen sind und kein*e direkte*r Ansprechpartner*in im Umfeld existiert. Meine Stationen waren deswegen vielseitig: stundenlange Internetrecherchen, Instagram unter dem Stichwort Digitale Kirche, viele Unterhaltungen mit anderen Gläubigen und Andersgläubigen, enger Kontakt mit einer Nonne, in deren Kloster ich beinahe ein paar Tage verbracht hätte, wären die Coronazahlen nicht kurzfristig gestiegen. Alle Antworten habe ich noch lange nicht, aber ohne Corona hätte ich mir manche Fragen vielleicht nie gestellt. Und das wäre viel schlimmer.

Franziska Eiles aus Seligenstadt studiert Politikwissenschaft und Gender Studies.

Andere Veränderungen werden erst langsam erkennbar oder in einigen Jahren zu sehen sein. Naturgemäß betrifft dies das Wohnen und die Bautätigkeit. So haben kleinere Städte etwas abseits der Metropole deutlich an Attraktivität gewonnen. Mehr Raum für weniger Geld ist dort zu haben, es gibt mehr Grün und auch Abstand lässt sich leichter halten. Mehr Homeoffice macht das Pendeln erträglicher. So freut sich etwa Odenwald-Landrat Frank Matiaske (SPD) darüber, dass lange leer stehende Häuser renoviert, erschlossene Baugebiet zügig besiedelt werden. Was andererseits aber auch dort die Preise steigen lässt.

Fitnessstudios geschlossen

Monatelang waren Fitness-Studios geschlossen, Vereinssport kaum möglich. Die Folgen für Fitness und Psyche gerade der Kinder und Jugendlichen sind noch nicht absehbar. In der Frankfurter Schwimmschule wird schon jetzt offenkundig, dass viele Kinder Rückschritte gemacht haben. Allen Bemühungen der Vereine zum Trotz, wie Juliane Kuhlmann als Vorsitzende der Sportjugend Hessen beobachten musste.

Doch es sind auch neue Ideen entstanden, Menschen in Bewegung zu bringen. Sport im Freien und vor dem Bildschirm hat an Bedeutung gewonnen. Wie sich die Mobilität verändert hat, beschreibt Katalin Saary. Die Verkehrsexpertin aus Darmstadt zeigt auf, welche Vorteile die Pandemie für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen mit sich gebracht hat. Die Zeiten des Lockdowns und der Zugangsbeschränkungen haben auch klar gemacht, wie wichtig Freiräume in der Stadt sind und wie unverzichtbar Nachtleben und Kultur auf einmal erscheinen, wo sie unerreichbar werden.

Einschneidende Veränderungen

Es ist zu früh für eine Bilanz. Unsere Bestandsaufnahme aber macht deutlich: Ein Zurück zu dem Leben vor Corona wird es in weiten Teilen nicht geben können. Dafür sind die Veränderungen und die Erfahrungen, die wir mit dieser Pandemie machen mussten, zu einschneidend.

Dass dies nicht zwingend heißt, dass alles schlechter geworden ist, führen die Beiträge zum Abschluss unserer Serie vor Augen. Sieben junge Menschen erzählen davon, wie Corona sie in ihrem Lebensweg getroffen hat.

Alle Serienteile finden Sie unter www.fr.de/corona-hessen

Tim Evers und Lena Schumacher.
Friederike Bruder.
Michelle Schreiber.
Laura Roban.
Konstantin Nimmerfroh.
Franziska Eiles.

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