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Hessen

Corona in Hessen: Klare Kriterien für die pädagogische Arbeit gefordert

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Verdi schickt einen offenen Brief mit Perspektivplan an die Landesregierung in Hessen. Die Beschäftigten fühlen sich ausgenutzt.

Verbindliche Regeln für die Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche fordern deren bei Verdi organisierte Mitarbeiter:innen. Die Landesregierung betone zwar immer, die Öffnung der Einrichtungen genieße oberste Priorität. Doch es fehle an verlässlichen Kriterien für einen sicheren Betrieb. Offiziell würden Kitas und Co. als geschlossen gelten. „Dabei gibt es Einrichtungen mit einer Auslastung von über 90 Prozent“, heißt es in dem am Mittwoch vorgestellten offenen Brief an die Landesregierung. Darin legt Verdi Hessen einen Perspektivplan vor.

Die Forderungen der Gewerkschaft: Der Betrieb einer Einrichtung müsse abhängig von ihrem Infektionsgeschehen und den Inzidenzen in der Region sein. Der Gesundheitsschutz müsse verstärkt werden durch früheres Impfen, mehr und schnellere Tests, häufigere Quarantäne, mehr Masken, getrennte Gruppen, eingeschränkte Öffnungszeiten sowie mehr Homeoffice. Arbeitgeber:innen müssten den Eltern unter ihren Beschäftigten mehr Flexibilität einräumen.

Unzufrieden sind die Gewerkschafter:innen damit, dass die Landesregierung es den Eltern überlässt, ob sie ihre Kinder zu Hause zu lassen. „Bei dieser Regelöffnung durch die Hintertür werden Erzieher:innen zu Bittsteller:innen und Einrichtungsleitungen zu Prellböcken“, sagte Vera Reinbold, Erzieherin und Personalrätin bei der Stadt Kassel. Die Kolleg:innen seien verunsichert, das Verhältnis zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften werde auf eine harte Probe gestellt. Ulrike Bräutigam, Kitaleiterin und stellvertretende Personalratsvorsitzende beim Eigenbetrieb der Stadt Hanau, warf der Landesregierung vor, das Engagement der Kolleg:innen auszunutzen: „Es wird sich hier wieder mal ganz auf das sogenannte soziale Gewissen verlassen, das besonders Menschen in dieser Berufssparte zu eigen ist.“ Die Schulen bekämen meist eindeutige Vorgaben, etwa Wechselunterricht mit verringerter Schüler:innenanzahl, beklagte Claudia Metzler, Erzieherin im Schulkinderhaus in Hattersheim und Personalrätin. „Doch wenn sie anschließend in die Betreuung kommen, können Abstände nicht eingehalten werden.“ Empfehlungen alleine reichten nicht aus. „Wir brauchen verbindliche Vorgaben.“

Die Beschäftigten des Allgemeinen Sozialen Dienstes seien in vielen Wohnungen unterwegs, ergänzte Aydan Fazilet Karakas-Blutte, Sozialarbeiterin und Gesamtpersonalratsvorsitzende der Stadt Kassel. „Auch hier findet eine hohe Anzahl von Kontakten statt, die man sich privat nicht leisten würde.“ Gerade Sozialarbeiter:innen fingen in diesen Tagen unter erschwerten Bedingungen „leise und nicht für jeden sichtbar“ die Sorgen der Menschen auf. Sie stünden für Kindeswohl, Betreuung und Hilfestellung in den Familien. „Sie sorgen für einen Gesundheitsschutz ganz anderer Art in unserer Gesellschaft und setzen sich dabei ohne Impfung selbst einem hohen Risiko aus.“

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