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Schon jetzt arbeiten Forscher:innen an Vakzinen gegen künftige Coronaviren.
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Schon jetzt arbeiten Forscher:innen an Vakzinen gegen künftige Coronaviren.

Corona

Corona in Hessen: Die nächste Impfrunde beginnt

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Weil es mehr Serum gibt, können sich jetzt Über-70-Jährige und Schwerkranke zur Corona-Impfung anmelden. Auch Polizist:innen und andere Berufe. Ein Angebot für rund 1,5 Millionen Menschen.

Wiesbaden – Hessen beginnt am 5. März mit der Corona-Impfung für die zweite Priorisierungsgruppe. Ab sofort können sich Berechtigte anmelden. Die Regeln haben sich geändert: Interessierte registrieren sich telefonisch oder online. Der Termin wird dann per Post oder per E-Mail zugewiesen. Es besteht die Möglichkeit der Umbuchung, wenn er nicht passt oder ein Paartermin erwünscht ist.

„Wir haben das Verfahren vereinfacht“, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU), der mit Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag eine „Impfperspektive für weitere 1,5 Millionen Menschen“ verkündete.

Corona in Hessen: Politik verkündet weitere „Impfperspektive“

Eröffnet werde sie dadurch, dass weitere Impfstoffe zur Verfügung stünden und die Impfteams bei der Gruppe 1 gut vorankämen. Mehr als 75 Prozent der rund 400 000 Seniorinnen und Senioren ab 80 Jahren hätten bereits einen Termin vereinbart. Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der Pflegeheimen liege die Quote der Erstimpfungen bei rund 81 Prozent. „Zeitnah“, so Beuth, könnten nun die Impfungen der rund 51 000 immobilen Senior:innen zu Hause beginnen. Anmeldungen seien weiterhin möglich. „Die Zeit der absoluten Knappheit ist vorbei“, sagte Klose.

Innerhalb der Priorisierungsgruppe 2 läuft die Terminvergabe grundsätzlich nach dem Alter fallend. Die 79-Jährigen kommen demnach zuerst zum Zug, die 70-Jährigen zuletzt. Bei den aus anderen Gründen Berechtigten entscheidet das Zufallsprinzip und die Menge der verfügbaren Impfdosen, wann sie an die Reihe kommen. Auch der Hersteller spielt eine Rolle. Das Serum von Astrazeneca darf zurzeit ausschließlich an 18- bis 64-Jährige verimpft werden. Viele Berechtigte in dieser Altersklasse würden rasch ein Impfangebot erhalten, verkünden die beiden Minister.

Wer ist berechtigt?

Unter die Priorisierungsgruppe 2 fallen rund 560 000 Hessinnen und Hessen im Alter von 70 bis 79 Jahren.

Außerdem Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Corona-Infektion – etwa mit Trisomie 21, Personen mit Lungenkrankheiten, mit Demenz oder schweren psychischen Erkrankungen.

Wegen ihres Berufs gehören dazu medizisches Personal und zahlreiche Pflegeberufe, teilweise auch Polizist:innen.

Registrierung: telefonisch unter 116 117 oder 06 11 / 50 59 28 88; Online www.impfterminservice.hessen.de. Personal von Arztpraxen wird direkt vom Impfzentrum eingeladen. jur

Sozialminister Klose: Skepsis gegenüber Astrazeneca-Impfstoff sei unangebracht

Noch vor dem offiziellen Start geht es los am Samstag mit dem medizinischen Personal der Arztpraxen. Auf Einladung des für sie zuständigen Impfzentrums erhält es an den kommenden beiden Wochenenden bei „Praxistagen“ die erste Dosis mit Astrazeneca. Nach einem aktuellen Bund-Länder-Beschluss sollen Grund- und Förderschullehrkräfte sowie Kitapersonal ebenfalls vorrücken. Der Starttermin für sie werde festgelegt, sobald „noch diese Woche“ die Verordnung aus Berlin vorliegt.

Sozialminister Klose warb dafür, das Angebot wahrzunehmen. Skepsis gegenüber den Seren sei unangebracht. „Es handelt sich um zugelasssene und hochwirksame Impfstoffe, die qualitätsgeprüft sind.“ Nach Angaben Beuths wird Personal der Rettungsdienste und der ambulanten Pflegedienste seit wenigen Tagen mit Astrazeneca geimpft. Laut Robert-Koch-Institut wurden mehr als 6000 Dosen in Hessen bereits verabreicht. Probleme seien ihm nicht zu Ohren gekommen, sagte Beuth.

Reaktion auf geänderte Corona-Impfstrategie in Hessen: „Besser spät als nie“

Von den Herstellern Biontech und Moderna erhielt Hessen den Angaben zufolge seit dem Impfstart Ende Dezember bislang 458 130 Impfdosen. Alleine seitens Biontech stünden bis Ende März rund 75 500 Dosen mehr für Erstimpfungen in den 28 hessischen Impfzentren zur Verfügung, als noch Ende Januar absehbar war. Der Bund habe deshalb seine Empfehlung für das Zurückhalten der Dosen von bisher 50 Prozent auf 20 bis 25 Prozent abgesenkt, sagte Beuth. Deshalb konnten die Termine für die erste Gruppe nach vorne gezogen werden.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Daniela Sommer begrüßte die Änderungen der Impfstrategie mit dem Satz „Besser spät als nie“. Seit Wochen fordere sie, Berufe schneller zu impfen, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind oder Menschen, die gesundheitlich in der Gefahr stehen, einen schweren Covid-19-Verlauf zu erleiden. Warnungen vor einer Überlastung des Terminvergabesystems habe die Koalition lange ignoriert. „Es brauchte erst erheblichen öffentlichen Druck, um zur richtigen Entscheidung zu kommen.“ (Jutta Rippegather)

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