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Zum Friseur darf diese Frau im Frankfurter Gutleutviertel nicht. Bus und Bahn fahren aber dürfte sie mit ihrer Maske.
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Zum Friseur darf diese Frau im Frankfurter Gutleutviertel nicht. Bus und Bahn fahren aber dürfte sie mit ihrer Maske.

Hessen

Corona-Bestimmungen: Hessen streicht 15-Kilometer-Regel

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Hessen zieht Konsequenzen aus der Rechtsprechung. Altenheimbesuche sind nur noch mit negativem Corona-Test erlaubt, und für den Gottesdienst braucht es eine medizinische Maske.

  • Ab Samstag werden auch in Hessen vielerorts FFP-2- oder OP-Masken Pflicht.
  • Das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit reduziert sich auf Orte mit viel Publikum.
  • Hessen will großzügig Masken an Bedürftige verteilen.

Wiesbaden - Nicht allein in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Geschäften reichen Stoffmasken nicht mehr aus. Auch in Gottesdiensten „und vergleichbaren Veranstaltungen“ sind „medizinische Masken“ von Samstag an Pflicht. Strengere Regeln hat das hessische Corona-Kabinett am Mittwoch auch für Besucher von Alten- und Pflegeheimen beschlossen: Besucher müssen auf Nachfrage ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen.

Corona in Hessen: Öffentliches Alkoholverbot wird teilweise aufgehoben

Als Reaktion auf diverse Rechtsprechungen gibt es zwei Änderungen: Das Alkoholverbot in der Öffentlichkeit reduziert sich auf Orte mit viel Publikum. „Im Wald ist es nicht mehr verboten“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch. Und die umstrittene 15-Kilometer-Regel ist gestrichen, mit der Hessen den Run auf beliebte Naherholungsziele verhindern wollte. Mit örtlichen Sperrungen, etwa am Feldberg, hätten die Verantwortlichen gute Erfahrungen gemacht, sagte Bouffier. Die nächtliche Ausgangssperre hingegen bleibe für Hotspots mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in den zurückliegenden sieben Tagen bestehen.

Infektionen

In Hessen haben sich innerhalb von 24 Stunden 1321 weitere Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Fälle auf 160 738, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts vom Mittwoch (Stand: 0 Uhr) hervorgeht.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 erhöhte sich um 118 auf 4190. Der Landkreis Fulda verzeichnete mit 257,2 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz. (dpa)

Am Mittwoch hatte das Corona-Kabinett die Konsequenzen aus den am Vortag von Bund und Ländern getroffenen Beschlüssen gezogen. Der Lockdown wird um zwei Wochen bis zum 14. Februar verlängert, das gilt auch für Schulen und Kitas. Die Landesregierung will ihre Homeofficequote von derzeit 53 Prozent noch erhöhen. Die Regeln für die Wirtschaft setzt das angekündigte Bundesgesetz. Bouffier geht davon aus, dass sich das öffentliche Leben von Mitte Februar an „Stück für Stück“ wieder öffnen kann. Unter zwei Bedingungen: Die Menschen bleiben diszipliniert. Und die in Hessen jüngst nachgewiesenen mutierten und ansteckenderen Virusvarianten erhalten keine Chance, sich auszubreiten. Letzteres sollen die am Mittwoch neu beschlossenen Beschränkungen verhindern.

Tarek Al-Wazir: FFP-2-Maskenpflicht ungeeignet für Vollbärtige

Er sei dankbar, dass sich die Forderungen nach einer FFP-2-Maskenpflicht nicht durchgesetzt habe, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Diese seien nicht nur teuer, sondern ungeeignet für Vollbärtige, und die Verfügbarkeit sei endlich. Jetzt sind auch OP-Masken akzeptiert, die für relativ kleines Geld überall zu haben seien. Das hätten ihm die Verkehrsverbünde bestätigt, sodass einer Pflicht in Bus und Bahn von Samstag an nichts entgegenstehe. Bouffier kündigte an, das Land werde eine Million Masken an die hessischen Tafeln geben, damit diese sie an Bedürftige verteilen. Für Ältere zahlten die Krankenkassen die Anschaffung.

Doch da gibt es Probleme. Für Risikopatienten stellt die Bundesregierung nur theoretisch seit Anfang Januar kostenlose FFP-2-Masken bereit. 60-Jährige, Menschen mit Vorerkrankungen oder Risikoschwangerschaften sollen von ihren Krankenkassen fälschungssichere Gutscheine erhalten, die sie in Apotheken einlösen können. In der Praxis mangelt es der Bundesdruckerei aber an Spezialpapier, um die Gutscheine in ausreichender Menge zu produzieren. Die AOK-Hessen etwa habe erst Ende voriger Woche die erste Lieferung erhalten, sagte ein Sprecher der FR am Mittwoch (20.01.2021) auf Anfrage. Das Paket enthielt 85 000 Gutscheine – bei 625 000 Anspruchsberechtigten. Zuerst werden sie an jene Versicherte geschickt, die unter Betreuungsrecht stehen. Bei der Prioritätensetzung orientierten sich die Krankenkassen an den Vorgaben des Bundes. (Jutta Rippegather)

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