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Die Präsidentin des DRK Fulda, Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, soll sich bei der Corona-Impfung vorgedrängelt haben. Schenck zu Schweinsberg war von 2006 bis 2018 Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes. (Archivbild)
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Die Präsidentin des DRK Fulda, Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, soll sich bei der Corona-Impfung vorgedrängelt haben. (Archivbild)

Hessen

Corona-Impfung in Hessen: Drängelte DRK-Präsidentin sich vor?

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Wieder sollen sich Unberechtigte vorzeitig Zugang zum Corona-Impfstoff verschafft haben, darunter auch eine DRK-Präsidentin in Hessen. Eine Strafverfolgung droht deshalb nicht.

Fulda - Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Fulda, Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, soll sich beim Corona-Impfen vorgedrängelt haben. Wie der Hessische Rundfunk berichtete, gehört die 69-Jährige nicht zu jener Gruppe, die oberste Priorität genießt. Auch die wesentlich jüngere Assistentin der DRK-Geschäftsstelle sei Ende Januar in einem Altenheim des Kreisverbandes von einem mobilen Team geimpft worden.

Rotes Kreuz widerspricht

Der DRK Kreisverband Fulda weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass die 69-Jährige regelmäßig in den sechs Pflegeeinrichtungen „aktiv in der Betreuung“ tätig sei. „Die Ausübung dieser ehrenamtlichen Tätigkeit hat sie auch in den vergangenen Wochen mit hohem persönlichem Engagement fortgesetzt.“ Wegen ihres Einsatzes gehöre sie zum Personenkreis der höchsten Priorität. Deshalb habe sie ein Impfangebot erhalten.

Zu Schweinsberg selbst verteidigt sich in einem Video-Statement, das auf der DRK-Homepage zu finden ist: www.drk-fulda.de. Für die unter dem Besuchsverbot leidenden Seniorinnen und Senioren sei sie „ein Glück“. Zu ihrem Einsatz für Seele und Wohl der Bewohner:innen gehöre auch, sie einmal in die Arme zu nehmen. Mit gutem Gewissen können sie das einzig, wenn sie geimpft ist. Den Medien wirft sie eine „Hexenjagd“ vor. 

Schweinsberg war bis 2018 Vizepräsidentin des DRK-Bundesverbandes. Und sie ist nicht die erste mutmaßliche Impfdränglerin in Hessen: Dieser Tage waren im nordhessischen Bad Wildungen bereits zwei Fälle von Impferschleichung bekanntgeworden. Die Chefs einer Klinik wurden suspendiert.

Vordrängeln bei Corona-Impfung ist keine Straftat

Was mit überzähligen Dosen geschieht, entscheiden die Verantwortlichen in den 28 Impfzentren, teilt das hessische Innenministerium auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit. Sie können „nach eigenem Ermessen an Personen mit höchster Priorität“ verimpft werden, sagt Sprecher Marcus Gerngroß. „Dazu gehört beispielsweise die Impfung an schnell verfügbare Personen, beispielsweise also von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Impfzentren, die berechtigt sind oder das örtliche Rettungsdienstpersonal.“ Organisatorisch sei es kein Problem, überschüssige Mengen an die berechtigte Frau oder den berechtigten Mann zu bringen: „Die flexible Terminvereinbarungssoftware erlaubt die schnelle Generierung weiterer Termine für Folgetage, um kurzfristig verfügbaren Impfstoff zeitnah tatsächlich auch verimpfen zu können.“

Eine Impfung von nicht-priorisierten Personen allein stellt nach Angaben von Ministeriumssprecher Gerngroß weder eine Straftat noch Ordnungswidrigkeit dar. Sollte sich die betreffende Person allerdings durch eine Urkundenfälschung Zugang zum Impfstoff verschaffen, könnte dies strafrechtlich sanktioniert werden, ergänzt er. „Entscheidend für die Konsequenzen sind die Umstände im jeweiligen Einzelfall.“ (Jutta Rippegather)

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