Corona

Corona-Symptome: Bei Husten erst den Arzt anrufen

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Eine Kampagne soll die Bevölkerung dafür sensibilisieren, bei Erkältungssymptomen zunächst beim Bereitschaftsdienst anzurufen.

  • Eine Kampagne soll Erkrankte sensibilisieren, sich zunächst telefonisch beim Arzt zu melden.
  • Bei Symptomen, die auf Corona hindeuten können, soll zunächst die 116 117 angerufen werden.
  • Alle weiteren Informationen finden sie in unserem bisherigen Ticker zu Corona in Hessen.

Frankfurt - Fieber, Husten, Schnupfen – das könnte auf eine Infektion mit Covid-19 hinweisen. Es könnten aber auch Symptome einer Grippe oder eines grippalen Infekts sein. Deshalb ist es wichtig, solche Patient:innen von den anderen zu trennen. Bedingung ist, dass Betroffene nicht einfach zum Arzt stiefeln, sondern vorher anrufen. In den niedergelassenen Praxen klappe das ganz gut, sagt Frank Dastych, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen. Beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) hingegen bestehe Nachholbedarf. Mit einer Plakatkampagne will die KV die Bevölkerung sensibilisieren, nicht spontan die nächste ÄBD-Zentrale aufzusuchen.

Bei Erkältungssymptomen erst 116 117 anrufen.

Kassenärztlichen Vereinigung Hessen

„Bei Erkältungssymptomen erst 116 117 anrufen“ steht auf den 400 Großplakaten und Flyern. Gemeinsam mit Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) stellte Dastych die neue 300 000-Euro-Kampagne vor. Bei mehr als 90 Prozent verlaufe eine Infektion mit Sars-CoV-2 milde, sagte der KV-Chef. Die Symptome seien in diesen Fällen kaum von denen der Grippe oder eines grippalen Infekts zu unterscheiden.

Die 116 117 wurde vor Jahren als bundesweit einheitliche Nummer für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst eingeführt. Der hält außerhalb der Öffnungszeiten der Praxen die ambulante Gesundheitsversorgung aufrecht.Die Termin-Sevicestelle ist seit einigen Monaten ebenfalls unter dieser Nummer erreichbar. In Zeiten der Corona-Pandemie wählen sie immer mehr Menschen, die Hilfe suchen – etwa wenn die Warn-App rot zeigt. Nach FR-Informationen hängen viele dann stundenlang in der Warteschleife.

Symptome

Zu den häufigsten Corona-Symptomen zählen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) folgende Beschwerden: Fieber über 38 Grad Celsius Husten Störung von Geruchs- und/oder Geschmackssinn Schnupfen Lungenentzündung Kopf- und Gliederschmerzen Atemnot Halsschmerzen Kürzlich haben Forschende am University College in London gezeigt, dass zwei Symptome „sehr verlässliche Indikatoren“ für eine Infektion mit dem Coronavirus sind: Der akute Verlust des Geruchssinns oder des Geschmackssinns.

Trotz Maximalbesetzung beim Personal gebe es Engpässe, räumt Dastych ein. Dies aber lediglich tagsüber. An Wochenenden oder abends sei die 116 117 gut erreichbar. „Das ist keine virologische Hotline“, stellt er klar. Für Fragen zu Corona sei das Gesundheitsamt zuständig. Zum Beispiel, wenn es darum gehe, dass im engen Umfeld jemand infiziert ist.

Doch die Gesundheitsämter sind bekanntlich hoffnungslos überlastet. Klose räumt ein, dass sie angesichts der hohen Fallzahlen nicht mehr jeden einzelnen Fall nachverfolgen können. Doch es gebe Entlastung: etwa die neue hessische Verordnung, wonach alle positiv Getesteten sich umgehend in Quarantäne zu begeben haben. Außerdem hätten die Gesundheitsämter personelle Verstärkung von der Bundeswehr und vom Robert-Koch-Institut bekommen, und Medizinstudent:innen hülfen ebenfalls mit.

Wer husten muss, sollte dies in die eigene Armbeuge tun. Und anschließend nicht den Arzt aufsuchen, sondern erst mal in der Praxis anrufen.

Diskussion über Schnelltest

Auch der Andrang in den Testcentern der KV ist gestiegen, sagt Dastych. Das tägliche Aufkommen sei vier- bis fünfmal größer als im Frühjahr. „Zeitnah“ werde Frankfurt wieder ein zweites Testcenter erhalten, in Offenbach werde ein neues eröffnet und die vorhandenen verlängerten ihre Öffnungszeiten. Eine neue Software soll zudem den Verwaltungsaufwand verringern. Wer sich testen lassen wolle, könnte sich dann per App anmelden. „Eine sehr intensive Diskussion“ finde derzeit über den Einsatz der neuen Schnelltests statt. Aber auch dafür gebe es Grenzen. „Die Laborkapazitäten sind nicht unendlich.“

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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