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Volle Schulbänke wird es in Hessen im Januar wohl nicht geben.
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Volle Schulbänke wird es in Hessen im Januar wohl nicht geben.

Pandemie

Hessen im Corona-Lockdown: Kitas bleiben offen – Strengere Kontaktbeschränkungen

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Hessen verzichtet wegen der Corona-Pandemie bis Monatsende auf Präsenzpflicht in den Schulen. In zwei Landkreisen liegt die 7-Tage-Inzidenz noch bei über 200.

Wiesbaden - Beim Nachwuchs verfolgt Hessen die vor Weihnachten eingeschlagenen Strategie: „Es gibt kein Betretungsverbot für Kindertagesstätten“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstagabend (05.01.2021). Für einen normalen Betrieb an den Grundschulen hege er persönlich „große Sympathien“. Doch es gebe eine „breite Phalanx“, die der Vorsicht Priorität einräume. Deshalb werde Hessen wohl die Präsenzpflicht an Schulen bis zum 31. Januar aufheben. Eltern hätten dann die Wahl, ob sie nach den Weihnachtsferien am kommenden Montag (11.01.2021) ihren Nachwuchs zu Hause lassen, oder in die Schule schicken. Einzig für die Abschlussklassen herrsche Präsenzpflicht. „Die bleiben“, sagte Bouffier nach der Videoschalte der 16 Ministerpräsident:innen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Corona in Hessen: Kabinett tagt am Mittwoch (06.01.2021)

Er könnte sich auch andere Modelle vorstellen. Etwa Präsenzunterricht an Grundschulen, an allen anderen Schulen Wechselunterricht. Welchen Weg Hessen schlussendlich einschlägt, werde das Corona-Kabinett am Mittwoch (06.01.2021) entscheiden. Bouffier warnte vor zu hohen Erwartungen: „Es wird keine Lösungen geben, die alle begeistern werden.“

Eigentlich sollte der seit 16. Dezember geltende Corona-Lockdown zum 10. Januar enden. Stattdessen werden die Kontaktbeschränkungen bis zum 31. Januar verschärft. Ein Hausstand darf nur noch eine Person aus einem anderen Hausstand treffen - Kinder zählen jetzt mit. Um den Run auf die Erholungsgebiete zu stoppen, dürfen Menschen aus Regionen mit hohen Infektionszahlen sich nur im Umkreis von 15 Kilometer außerhalb ihres Wohnorts bewegen. „Für Hessen hat das keinerlei Bedeutung“, urteilte Bouffier. Schließlich gebe es für „triftige Gründe“ Ausnahmen. Ein Rodelausflug gehöre allerdings nicht dazu.

Corona-Krise: Zwei Landkreise in Hessen mit Inzidenz von über 200

Die Einigung mit den Kolleg:innen und Merkel betrifft Städte oder Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Diese Schallgrenze rissen am Dienstag noch die Landkreise Gießen und Limburg-Weilburg. Weiterhin gilt die Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr bei einer Inzidenz von mehr als 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen innerhalb einer Woche.

Vor einiger Zeit lagen noch viel mehr Kreise über der 200er Marke. Zurzeit liegt Hessen bei einer Inzidenz von 133. Erst seit wenigen Tagen gehen die offiziellen Infektionszahlen zurück. Das könnte auch mit den Feiertagen zusammenhängen, an denen weniger auf das Coronavirus getestet wurde. Deshalb haben die Ministerpräsident:innen beschlossen, das Geschehen weiter zu beobachten, sagte Bouffier.

Hessen: Zusätzliches Risiko durch Mutation des Coronavirus

Die Experten vom Robert-Koch-Institut hätten gesagt, dass sie frühestens am 16. Januar den Einfluss von Weihnachten und Silvester beurteilen könnten. Hinzu komme das zusätzliche Risiko durch die Mutation des Coronavirus. Das Ziel sei eine Inzidenz von 50, damit die Gesundheitsämter wieder die Infektionsketten nachvollziehen können. „Dafür müssen wir härter einsteigen.“ Sollte die Strategie Erfolg zeigen, könnte der 1. Februar die Trendwende bringen. „Dann können wir Stück für Stück wieder lockern.“

Bouffier betonte, dass die Folgen der weiteren Corona-Einschränkungen vom Bund abgefedert werden. Eltern erhielten zehn zusätzliche Urlaubstage, um ihre Kinder zu betreuen. Auch würden die Novemberhilfen ab dem 10. Januar ausgezahlt.

Hessens Ministerpräsident bezeichnet die Corona-Lage als „außerordentlich ernst“

„Die Lage ist nach wie vor außerordentlich ernst“, betonte der Ministerpräsident. „An den Krankenhäusern herrscht eine sehr angespannte Situation.“ Die Ministerpräsident:innen hätten sich ausführlich von Wissenschaftlern beraten lassen. Die zusätzlichen Kontaktbeschränkungen seien nötig, um diesen Zustand mit seinen großen finanziellen Auswirkungen zu beenden. „Wir müssen jetzt stärker eingreifen, damit möglichst bald die Kinder wieder in die Schulen gehen können.“

Unterdessen laufen die Impfungen der Menschen in Pflegeheimen weiter. Die zu Hause lebenden Hess:innen im Alter von mindestens 80 Jahren werden schriftlich eingeladen und über das Prozedere informiert. (Jutta Rippegather)

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