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Lockdown-Lage

Corona in Hessen: Schulstart trotz Lockdown nach den Ferien - Der aktuelle Stand

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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  • Pitt v. Bebenburg
    Pitt v. Bebenburg
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In Hessen sollen zunächst jüngere Jahrgänge und Abschlussklassen in Präsenz unterrichtet werden. Der Schulstart wird sich aber insgesamt wohl verzögern.

  • Wie es nach Weihnachten und Lockdown mit den Schulen in Hessen weitergeht, wird derzeit diskutiert.
  • Eine Gewerkschaft und ein Verband sprechen sich gegen eine Verlängerung der Ferien wegen Corona aus.
  • Corona-Nachrichten aus Hessen im News-Ticker.

Wiesbaden - Hessen setzt auf möglichst viel Präsenzunterricht in den Schulen. Wie genau dies umgesetzt werden soll, will Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am heutigen Dienstag (05.01.2021) verkünden. Die Kultusminister:innen der Länder hatten sich am Montag in einer Videokonferenz auf ein Stufenmodell zur Wiederöffnung der Schulen verständigt. Da Schulpolitik Ländersache ist, werden die konkreten Maßnahmen je nach Bundesland und Zahl der Corona-Infektionen unterschiedlich ausfallen.

Vor allem die jüngeren Jahrgänge sollen in Hessen möglichst schnell in die Klassenräume zurückkehren. Das gilt voraussichtlich für die Grundschulen sowie möglicherweise auch für die Jahrgangsstufen 5 und 6. Die älteren Schülerinnen und Schüler sollen zunächst im Distanz- oder Wechselunterricht beschult werden. Präsenzunterricht für alle soll es erst später geben. Ausnahmen sollen für die Abschlussklassen gelten, da diese sich auf Prüfungen vorbereiten. Regulär enden die Weihnachtsferien am 10. Januar, nun verzögert sich der Schulstart möglicherweise.

In Hessen sollen zunächst jüngere Jahrgänge und Abschlussklassen in Präsenz unterrichtet werden. Der Schulstart wird sich wohl verzögern.

Verband zu Schule und Corona: Präsenzunterricht nicht verantwortbar

Die hessische Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spricht sich gegen eine Verlängerung der Ferien aus. Es sei für alle Kinder und Jugendlichen sehr wichtig, gemeinsam mit anderen in der Schule zu lernen und Schule als sozialen Lernort zu erfahren, sagte Landesvorsitzende Maike Wiedwald. Zugleich gelte für alle Bereiche des öffentlichen Lebens das Abstandhalten als oberste Prämisse zur Eindämmung der Infektionszahlen. „Dies muss dann aber auch für die Schulen gelten“, so Wiedwald. Ein Abstandhalten sei nur möglich, wenn Lerngruppen geteilt würden und im Wechsel von Präsenz und Lernen zu Hause unterrichtet werde.

Ähnlich argumentiert der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Präsenzunterricht sei nicht zu ersetzen, vor allem für ohnehin bildungsbenachteiligte Schüler:innen. Dieser könne allerdings nur dann vertretbar für alle umgesetzt werden, wenn Lerngruppen geteilt würden, um Abstand halten zu können, sagte dessen Vorsitzender Stefan Wesselmann. Präsenzunterricht für alle ist auch nach Ansicht des Philologenverbands aktuell nicht verantwortbar. Distanzunterricht könne ab Klasse 7 umgesetzt werden, sagt der Verbandsvorsitzende Reinhard Schwab. Ausnahmen könne es für Abiturienten geben, wenn diese Abstand einhalten und FFP-2-Masken tragen würden.

Schule in der Corona-Pandemie: Wechselunterricht ermöglichen

SPD und FDP verlangen eine Bildungs- und Betreuungsgarantie auch in Zeiten geschlossener Schulen in Hessen. SPD-Partei- und Fraktionschefin Nancy Faeser bekräftigte am Montag ihre Forderung, dass „Wechselunterricht“ in allen Klassenstufen ermöglicht werden müsse. Das würde bedeuten, dass Klassen geteilt würden, damit die Schülerinnen und Schüler abwechselnd am Präsenzunterricht teilnehmen können.

„Dabei muss es eine Betreuungsgarantie für alle Grundschüler geben – und in den weiterführenden Schulen für diejenigen, die zu Hause noch nicht über die technischen Voraussetzungen für digitales Lernen verfügen oder die dort kein lernfreundliches Umfeld haben“, sagte Faeser der Frankfurter Rundschau.

Schulen in Hessen: bei digitaler Bildung „so gut wie nichts geschehen“

Der FDP-Bildungspolitiker Moritz Promny sagte, es sei „gerade während der Pandemie“ wichtig, für die Bildung und Betreuung der Schülerinnen und Schüler Angebote zu machen. Der Abgeordnete beklagte erneut, dass in Hessen „im Bereich digitaler Bildung so gut wie nichts geschehen“ sei.

Die AfD warnte vor einer erneuten Schließung der Schulen in Hessen wie im Frühjahr 2020. Das wäre ein Eingeständnis einer „einjährigen Untätigkeit, unser Bildungssystem pandemiefest zu machen“, stellte der AfD-Bildungspolitiker Heiko Scholz fest. Er bedauerte, dass Vorschläge seiner Fraktion nicht aufgegriffen würden, etwa „die flächendeckende Ausstattung der hessischen Schulen mit modernen Luftreinigungssystemen“ oder ein versetzter Schulstart. Unterschiedliche Anfangszeiten würden dazu führen, dass es weniger Kontakte auf dem Schulweg und auf dem Pausenhof gäbe, argumentierte Scholz.

Die Grünen in Hessen hielten sich mit Vorschlägen zurück. „Wir halten es für sinnvoll, dass es bei einem möglichst einheitlichen Vorgehen der Bundesländer bleibt“, betonte Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner. Er warnte vor einem „öffentlichen Wettbewerb nach dem Motto ,Höher, schneller, weiter‘“ vor der Konferenz von Regierungschefinnen und -chefs am Dienstag (05.01.2021). (Peter Hanack und Pitt von Bebenburg)

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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