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Neuregelungen

Corona in Hessen: Nächtliche Ausgangssperren in Hotspots wie Offenbach und MKK

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  • Jens Joachim
    Jens Joachim
  • Annette Schlegl
    Annette Schlegl
  • Timur Tinç
    Timur Tinç

Die Stadt und der Kreis Offenbach, der Main-Kinzig-Kreis und Groß-Gerau setzen Vorgaben des Landes um. Nächtliche Ausgangssperre gelten bereits ab Freitag.

  • Die Corona-Pandemie wütet in Hessen, die Fallzahlen im Rhein-Main-Gebiet steigen rasant.
  • Die Stadt und der Landkreis Offenbach, der Main-Kinzig-Kreis und der Kreis Groß-Gerau führen nächtliche Ausgangssperren ein.
  • Die 7-Tage-Inzidenz soll auf unter 200 Neuinfektionen mit Corona je 100.000 Einwohner gesenkt werden.

Offenbach - Mehrere hessische Städte und Kreise führen eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr ein. Der Main-Kinzig-Kreis macht am Freitag den Anfang, die Stadt Offenbach beginnt am Samstag. Im Kreis Offenbach wird aktuell noch geklärt, ob sie für alle 13 Kommunen von Freitag oder Samstag an gilt, weil die Allgemeinverfügung erst noch geschrieben werden muss.

Zur Maskenpflicht kommt in Hessens Hotspots (hier: Offenbach) ab Samstag noch eine Ausgangssperre hinzu.

Hessen reagiert mit Ausgangssperren gegen Neuinfektionen mit Corona, Offenbach besonders betroffen

Und auch im Kreis Groß-Gerau wird voraussichtlich von Freitagabend an eine Ausgangssperre gelten, weil die Sieben-Tage-Inzidenz wieder bei mehr als 200 Fällen je 100 000 Einwohnern liegt. Der Konsum und Verkauf von Alkohol im öffentlichen Raum ist dann ebenfalls den ganzen Tag verboten. Ausnahmen von der Ausgangssperre gibt unter anderem aus beruflichen Gründen, wegen notwendiger medizinischer Versorgung oder auch zur Wahrnehmung des Sorgerechts.

Das Land Hessen hatte die neuen Regelungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie am Dienstag für Städte und Landkreise festgelegt, die dauerhaft eine Inzidenz von über 200 aufweisen. „Wir sehen an vielen Stellen in Deutschland, so auch bei uns in Offenbach, dass die aktuellen Regeln nicht ausreichen, um die Zahlen wieder zu senken. Wir verharren auf einem zu hohen Niveau“, sagte Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD). In der Stadt sind aktuell 844 Personen infiziert, die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei 283,2 Fällen auf 100 000 Einwohnern. Lange Zeit lag sie sogar über 300. Nirgendwo in Hessen ist sie höher.

Die Offenbacher Krankenhäuser leiden unter der Last der vielen Neuinfektionen mit Corona

„Die Zahl der Corona-Patienten in den Offenbacher Krankenhäusern ist in den vergangenen Wochen stark gestiegen und am Montag haben wir mit vier neuen Todesfällen einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht“, berichtete Gesundheitsdezernentin Sabine Groß (Grüne). Mit Stand vom 7. Dezember sind im Klinikverbund Rhein-Main mit 2,15 Millionen Einwohner:innen nur noch zwölf Prozent der Intensivbetten frei. 25 Prozent aller Betten sind mit Covid-19-Kranken belegt.

„Die zweite Welle fällt auch im Kreis Offenbach viel deutlicher aus als die Welle im Frühjahr“, sagte Landrat Oliver Quilling (CDU) am Mittwoch in der Kreistagssitzung. Am Dienstag gab es eine Sieben-Tage-Inzidenz von 199,3, am Mittwoch schnellte sie auf 211 hoch. In den vergangenen zwei Wochen habe der RKI-Wert für den Kreis immer um die 200 gelegen, so der Landrat. Die Situation habe sich zwar auf hohem Niveau stabilisiert, „aber 200 ist viel zu hoch“. Die Situation in den Kliniken sei „sehr angespannt, aber noch leistbar“.

Offenbach, der Mainz-Kinzig-Kreis und Groß-Gerau führen Ausgangssperren ein

Der Main-Kinzig-Kreis werde die nächtliche Ausgangsperre sowie das erweiterte Alkoholverbot „kurzfristig umsetzen“, heißt es aus dem Landratsamt in Gelnhausen. Und zwar in enger Abstimmung mit dem benachbarten Kreis Offenbach. Bereits am 12. November hatte der Main-Kinzig-Kreis den Inzidenzwert von 200 überschritten. „Es braucht ein übergreifendes Konzept mit den gleichen Auflagen und Rahmenbedingungen. Die Lebenswirklichkeit der Menschen hört nicht an Stadt und Kreisgrenzen auf“, erklärte Landrat Thorsten Stolz (SPD). Die Details der Allgemeinverfügung werden für heute erwartet, dann verkündet und gemäß der Verfügung des Landes ab Freitag umgesetzt.

Derzeit liege der Sieben-Tage-Inzidenzwert in 16 von 29 Städten und Gemeinden des Main-Kinzig-Kreises über der 200er-Marke. Die Beschränkungen werden zudem flächendeckend gelten, anders als im Sommer, als sie nur für Hotspots in einzelnen Kommunen galten.

Die Corona-Ausgangssperren in Stadt und Landkreis Offenbach gelten zunächst bis kurz vor Weihachten

In Offenbach werden ab Freitag in der Innenstadt mehrsprachige Handzettel verteilt, um auf die neuen Beschränkungen aufmerksam zu machen. Flächendeckende Kontrollen wird es zwar nicht geben, aber „es sind Schwerpunktkontrollen vorgesehen“, sagte Stadtsprecher Fabian El-Cheikh. „Wir gehen davon aus, dass die Kontrollen relativ einfach werden, weil die Anzahl der Menschen zurückgehen wird, die man antrifft.“

Die Maßnahmen gelten in Offenbach bis zum 23. Dezember und werden nach den Weihnachtsferien verlängert, sofern die Inzidenz bis dahin nicht mindestens fünf Tage lang unter 200 gesunken ist. Im Kreis Offenbach sind im Moment auch die Feiertage in die Ausgangssperre eingeschlossen. Ob es zu einer Ausnahmeregelung kommt, ist laut Landrat noch unklar. (Jens Joachim, Annette Schlegl, Timur Tinç)

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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