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Überblick

Kosten variieren sehr stark

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Wer seine Liebsten im Heim besuchen will, kommt um einen Antigen-Schnelltest nicht herum. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den Schnelltests.

Was steht in der seit Samstag gültigen hessischen Verordnung?

In Alten- und Pflegeheimen sind von den Beschäftigten und von Besucherinnen und Besuchern zu jeder Zeit FFP2- oder KN95-Masken zu tragen. Bewohner:innen dürfen zweimal pro Woche von bis zu zwei Personen besucht werden. Diese müssen einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen können. Das Personal muss regelmäßig, mindestens einmal pro Woche, auf Corona getestet werden. Bei der Präsentation sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) dazu, die Schnelltests oder Antigentests seien ja jetzt überall zu haben.

Wie ist die Realität?

In den Städten ist das Testangebot tatsächlich groß. Anders sieht es auf dem Land aus. Und nicht wenigen Heimen fehlt das Personal, um auch noch Besucher:innen zu testen.

Was kostet ein kommerzieller Schnelltest?

Die Preise variieren stark. Am Frankfurter Flughafen kostet der Test 59 Euro, der ASB nimmt in seinen Testcentern in Frankfurt oder Eschborn 42,50 Euro. Seit kurzem dürfen auch Apotheken den Service anbieten. Der Vorsitzende des hessischen Apothekerverbands, Holger Seyfarth, geht davon aus, dass dies rund zehn Kolleg:innen in Frankfurt nutzen. Er selbst bietet in seiner Arnsburg-Apotheke in Frankfurt-Bornheim den Test zum Selbstkostenpreis von 29,90 Euro an. Niedergelassene Ärzte können gegen Privatrechnung testen, die Honorargestaltung bleibt ihnen überlassen.

Kann ich mich selbst testen?

Aktuell fallen alle Tests unter das Infektionsschutzgesetz und dürfen von den Apotheken nur an medizinisches Personal abgegeben werden. Notwendig ist eine Schulung und etwas Übung. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte jüngst angekündigt, dass er auch Selbsttests für zu Hause genehmigen will. Inklusive Zeitplan ist vieles noch unklar. Im Gespräch sind Gurgel- und Spucktests, wie sie in Österreich schon zum Einsatz kommen, oder Tests, bei denen Abstriche in der Nase viel weiter vorn entnommen werden.

Wie funktioniert ein Schnelltest?

Anhand bestimmter Virusproteine wird bei einem symptomfreien Menschen über einen Teststreifen wie bei einem Schwangerschaftstest innerhalb von rund 30 Minuten eine Infektion nachgewiesen. Dazu braucht es einen Abstrich, der mit Hilfe eines langen Stäbchens tief aus Nase oder Rachen genommen wird.

Was ist der Unterschied zum PCR-Test?

Die Aussagen des Robert-Koch-Instituts (RKI) dazu: Der PCR-Test gilt als Goldstandard mit einer sogenannten Sensitivität von 99,9 Prozent. Der Antigen-Schnelltest reagiert nur bei größerer Viruslast, hat eine geringere Sensitivität. Er erkennt sowohl infizierte Personen schlechter als auch nicht infizierte. Es gibt unterschiedliche Qualitäten. Wegen der schnellen Durchführbarkeit ohne Labor sieht die nationale Teststrategie ihn als Ergänzung vor. Bei positivem Ergebnis ist ein PCR-Test zu machen. Ein negatives ist „nur eine Momentaufnahme“, die nicht von Hygiene- und Schutzmaßnahmen entbindet.

Bei wem kommen die Schnelltests noch zum Einsatz?

Niedergelassene Ärzt:innen können ihr Personal zehn Mal pro Monat testen. Hessen bietet die Testung auch Beschäftigten in Schulen und Kindertagesstätten an. Alten- und Pflegeheime müssen Personal und Bewohner:innen zwei Mal pro Woche testen.

Wer unterstützt die Heime bei dieser Aufgabe?

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Hessen wird eigenen Angaben zufolge kurzfristig mehrere Hundert Bundeswehr-Einsatzkräfte und Freiwillige ausbilden. Als zusätzliche Kräfte sollen sie das Pflegepersonal sowie Besucherinnen und Besucher von Alten- und Pflegeheimen testen. In Offenbach sind seit 22. Januar bereits 17 Soldaten vom Panzergrenadierbataillon 33 in sechs Senioren- und Pflegeheimen im Einsatz. „Die Kompaktschulung dauert etwa zwei Stunden und beinhaltet neben Theorie auch die praktische Einweisung durch Fachpersonal in das Anlegen der Schutzausrüstung und das Durchführen der PoC-Antigentests, der sogenannten Schnelltests“, heißt es in der Ankündigung des DRK. Die Einrichtungen können ihren Bedarf an die Kommune oder den Landkreis melden. Am Montag hat die Bundesagentur für Arbeit eine Website und eine Hotline freigeschaltet, die Freiwillige vermitteln soll. Medizinische Vorkenntnisse sind erwünscht, jedoch nicht zwingend erforderlich, heißt es.

www.arbeitsagentur.de/corona-testhilfe

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