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Ab Klasse fünf sollen im Unterricht Masken getragen werden.

Schule

Corona in Hessen: Dauerhaftes Lüften eine Zumutung ‒ Eltern und Lehrkräfte fordern Luftreiniger

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Lehrkräfte und Eltern sorgen sich um den Schulunterricht in Hessen ‒ das permanente Lüften sei eine Zumutung. Sie fordern Luftreiniger in den Klassenräumen.

  • Lehrkräfte und Eltern fordern wegen des Coronavirus Luftreiniger in Schulen in Hessen.
  • Permanentes Lüften sei eine Zumutung und nicht alle Räume können gelüftet werden.
  • An einer Schule in Wiesbaden wurden Luftreiniger schon getestet.

Wiesbaden - Lehrerverbände drängen darauf, Lüftungsgeräte anzuschaffen, um einen möglichst infektionsfreien Schulunterricht zu ermöglichen. Stoßlüften allein, wie vom Kultusministerium empfohlen, genüge nicht. Zumal selbst das nicht an allen Schulen möglich sei. Eltern fürchten, es könne wieder zu flächendeckenden Schulschließungen kommen.

Die Herbstferien sind seit Montag (19.10.2020) zu Ende, die Schulen wieder geöffnet. Und es gilt der neue Hygieneplan 6.0, wie ihn das hessische Kultusministerium an die Schulleitungen verschickt hat. Demnach sollen die Klassenräume alle 20 Minuten für mehrere Minuten durchgelüftet werden. Zudem müssen Schülerinnen und Schüler zumindest im Rhein-Main-Gebiet auch während des Unterrichts Masken tragen – zumindest für die nächsten 14 Tage.

Corona in Schulen in Hessen: Regelungen Zumutung ‒ Luftreiniger die bessere Lösung

Stefan Wesselmann, Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Hessen, hält die Regeln für eine Zumutung. „Die Landesregierung setzt ganz offenbar darauf, dass Eltern ihre Kinder mit Thermo-Kleidung ausstatten, statt endlich Fürsorge gegenüber Lehrkräften und Schülern zu zeigen und in die durchaus erschwinglichen Luftfilter zu investieren“, kritisiert er. Nicht einmal für Schulen, in denen sich Fenster nicht öffnen lassen, stelle das Kultusministerium Luftreiniger in Aussicht.

Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen ist mit dem Überschreiten von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner pro Woche die Notwendigkeit erreicht, Klassen durch Teilen oder wechselweisen Unterricht zu verkleinern, damit der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden könne. „Stattdessen sitzen im Unterricht große Gruppen in geschlossenen Räumen ohne Abstand und führen auch aus der Nähe viele Gespräche“, beklagt die GEW-Landesvorsitzende Birgit Koch.

Corona in Hessen: Luftreiniger wurden an Schule in Wiesbaden getestet

Auch die GEW fordert die Anschaffung von besonders leistungsfähigen Luftreiniger. Dies müsse zumindest für Räume geschehen, in denen nicht genug gelüftet werden könne. Ein Forschungsteam um Joachim Curtius, Professor für experimentelle Atmosphären-Forschung an der Frankfurter Goethe-Universität, hatte kürzlich Luftreiniger an einer Wiesbadener Schule erfolgreich getestet.

Der Vorsitzende des Elternbundes Hessen, Klaus Wilmes-Groebel, sieht den Schulstart nach eigenen Worten „mit großer Sorge und auch mit Angst“. Ihm geht es dabei aber nicht nur um die möglichen erneuten Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten. „Homeschooling“, so Wilmes-Groebel, „hat in Kombination mit Homeoffice in vielen Familien für große Probleme gesorgt.“ Besonders betroffen seien dabei Alleinerziehende und finanziell schwächere Familien. Das zurückliegende Schuljahr habe bereits bei vielen Schülern zu deutlichen Wissenslücken geführt, erklärte Wilmes-Groebel. (Peter Hanack mit dpa)

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