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Hügelstraße: Hier ist die Luft am schlechtesten. Der gelbe Kasten vorne links hat es gemessen.
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Hügelstraße: Hier ist die Luft am schlechtesten. Der gelbe Kasten vorne links hat es gemessen.

Darmstadt

Mit City-Trees gegen Luftverschmutzung

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Die Stadt Darmstadt präsentiert Maßnahmen zur Luftreinhaltung. OB Partsch spricht sich gegen ein Dieselfahrverbot aus.

Montagmittag, 17 Uhr: Der aktuelle Messwert für Stickoxide an der Messstation Hügelstraße in Darmstadt liegt bei 132 Mikrogramm pro Kubikmeter. Er übersteigt den Grenzwert damit um das mehr als Dreifache. Die Messstation am östlichen Ausgang des Citytunnels ist seit Jahren ein Sorgenkind Darmstädter Luftreinheit. „Hier ist die Luft am stärksten belastet“, sagt Umweltdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) am Montag vor Journalisten. Bereits erfolgte Schritte zur Reinhaltung wie Lastwagen-Durchfahrtsverbot, Ausbau von Radverkehr und Öffentlichem Nahverkehr hätten den Mittelwert zwar gesenkt. Er liegt im Schnitt aber immer noch über dem Grenzwert.

Außerdem ist bei einer Sondermessung aufgefallen, dass die Heinrichstraße ebenfalls stark belastet ist. Eine Arbeitsgruppe soll sich ab Mitte September mit der Lage dort befassen.

Derzeit läuft vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden ein Verfahren des Verkehrsclubs Deutschland gegen das Land Hessen, betreffend den Luftreinhalteplan der Stadt Darmstadt. Im Zuge dessen wurde die Stadt aufgefordert, weitere Maßnahmen zur Verminderung der Luftbelastung zu ergreifen. „Die hohe Belastung mit Stickoxiden wird in Städten überwiegend durch den Verkehr verursacht. Haupt-emittenten sind Dieselfahrzeuge“, sagt Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) bei der Vorstellung dessen, was sich die Stadt vorgenommen hat. „Wir müssen schnell handeln, um die Gesundheit der Menschen zu schützen und gleichzeit ein Fahrverbot für Diesel zu vermeiden.“ Denn es darauf ankommen zu lassen ohne Strategie, sei unveranwortlich und wirke sich negativ auf die Mobilität der Bürger und der Wirtschaft aus.

37 Punkte umfasst das vom Magistrat beschlossene Paket zur dritten Fortschreibung des Luftreinhalteplans. Nicht alles darin ist neu, zum Teil handelt es sich um bereits begonnene Projekte, die weitergeführt werden. Geplant sind unter anderem der Einsatz abgasarmer Busse, die Anschaffung von zwei Elektrobussen für den innerstädtischen Verkehr sowie die Umrüstung des städtischen Fuhrparks auf mögliche Elektrofahrzeuge.

Eines der relevanten Themen ist laut Dezernentin Akdeniz die Verflüssigung des Verkehrs. Hier soll bis Herbst ein Konzept entwickelt werden. Weiter sollen das Radwegenetz ausgebaut und zusätzliche Bike- and Ride-Anlagen geschaffen werden. Auch Car-Sharing und die Stärkung der E-Mobilität stehen ganz oben auf der Liste. „Aber ohne ein Umdenken der Bevölkerung geht es nicht“, sagt Akdeniz. Jeder müsse abwägen, ob kurze Fahrten mit dem Auto wirklich sein müssten. Ein neuer Ansatz ist die Aufstellung von drei City-Trees. Das sind vertikale bepflanzte Scheiben, die die Luftbelastung reduzieren sollen.

Um die Belastung an der Hügelstraße gezielt zu senken, hat das Umweltministerium die Stadt aufgefordert, den Citytunnel daraufhin zu untersuchen, ob eine Umleitung der Luftströme in Richtung Mathildenplatz, wo keine Wohnbebauung ist, denkbar wäre. Akdeniz betont, dass es nicht darum gehe, eine Straße zu entlasten, um eine andere zu belasten. Man nehme aber an, dass Stickoxid sich an der Luft schneller verflüchtige, als wenn es im Tunnelschlund verbleibe. Die Ergebnisse stehen noch aus.

Trotz aller Bemühungen sei ein Dieselfahrverbot nicht ausgeschlossen, wie auch Gerichte bestätigten, sagt OB Partsch. Um ein Verbot umsetzen zu können brauche es eine klare Regelung, die in Form der „Blauen Plakette“ geschaffen werden könne, wie der Deutsche Städtetag fordere.

Nächste Woche reist Oberbürgermeister Partsch auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit anderen Stadtchefs nach Berlin, kündigt er an. Dort will er seine Position vertreten.

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