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Trainieren und Langeweile bekämpfen heißt es derzeit beim Circus Barus. Die Familienmitglieder würden sich gerne etwas dazu verdienen, weil von der Kommune kein Geld fließt. renate hoyer

Offenbach

Der Circus Barus darf in Offenbach bleiben

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Die Stadt Offenbach hat den Räumungsbescheid aufgehoben, den sie dem gestrandeten Circus Barus am 20. März überbrachte, gewährt aber keine finanzielle Hilfe.

Die Stadt Offenbach hat ein Einsehen mit dem Circus Barus, der im Stadtteil Bürgel gestrandet ist: Der Räumungsbescheid, der der Zirkusfamilie Frank am 20. März zuging, wurde am gestrigen Donnerstag zurückgenommen. Die Zirkusleute werden mit ihren Tieren nicht ins Winterquartier nach Schlitz verjagt, das schon von zwei anderen Zirkussen belegt ist, sondern können bis auf weiteres auf dem Privatgelände am Main bleiben. Die Stadt könne dem Zirkus aber keine finanzielle Unterstützung gewähren, sagte Stadtsprecherin Kerstin Holzheimer.

Nach Tagen der Ungewissheit übergab Amtstierärztin Monika Grimm gestern Morgen in Begleitung einer Kollegin das ersehnte Schreiben. Die beiden Damen vom Veterinäramt kontrollierten auch gleich das Tierwohl „und werden das auch in Zukunft immer wieder tun“, sagte Holzheimer. Finanzielle Hilfe müsse der Zirkus in seiner Heimatkommune beantragen, also in Schlitz, so wolle es das Gesetz. Der Verband deutscher Cirkusunternehmen hatte die Kommunen gebeten, Strom, Wasser, Gas und Heizöl kostenlos zur Verfügung zu stellen. Zirkusdirektor Marco Frank erklärte auf FR-Anfrage, der Tourneeleiter des Circus Barus habe vor einer Woche mit dem Sozialamt Kontakt aufgenommen, „damit wir Essen kaufen können“, und habe am Mittwoch telefonisch einen Antrag auf Nothilfe gestellt.

In der Zirkuskasse ist Ebbe. Die Vorstellungen in Offenbach hätten Geld in die Kasse spülen sollen, das Aufführungsverbot machte den Franks aber einen Strich durch die Rechnung. „Aktuell haben wir nicht nur laufende Kosten, sondern auch Schulden, weil wir im vorigen Jahr ein größeres Zirkuszelt gekauft haben“, sagte Frank. Eine Zugmaschine müsse zum TÜV, muss aber vorher noch repariert werden. „Dafür ist kein Geld da.“ In der Not würden einige Familienmitglieder gerne einen Nebenjob annehmen – „beispielsweise Regale einräumen“, sagte Marco Frank. Nur die Tierpflege und das tägliche Training, um fit zu bleiben, dürften darunter nicht leiden.

Hilfe für den Zirkus

Wer den Circus Barus finanziell unterstützen will, kann Geld auf das Konto der Zirkusfamilie Frank bei der Volksbank-Raiffeisenbank Glauchau überweisen, IBAN: DE27 8709 5974 0050 0756 05, BIC: GENODEF1GC1.

„Bürger bringen Obst, Hunde- und Pferdefutter“, freute sich der Zirkusdirektor, der hofft, dass diese Spendenbereitschaft nicht nachlässt. Wenn nicht genügend Futter da sei, müssten die Tiere verkauft werden, hätten die Damen vom Veterinäramt gedroht. Auf einem Stehtisch an der Straße steht nun eine Spendenbox mit einem Plakat: „40 Tiere hoffen auf Unterstützung“.

Seit Dienstag können Unterstützer im Internet auch Solidaritätstickets für 5, 10 und 20 Euro (www.circus-barus.reservix.de) erwerben.

Geldspendensind bei der Volksbank-Raiffeisenbank Glauchau erbeten, IBAN: DE27 8709 5974 0050 0756 05, BIC: GNODEF1GC1.

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