Chronik

Von der Handwerker- zur Kunsthochschule

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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  • Agnes Schönberger
    Agnes Schönberger
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1832 wird die private Schule in Offenbach gegründet, von 1850 an gibt die Stadt einen Zuschuss. Alle wichtigen Ereignisse auf einen Blick.

Der Ursprung der Hochschule für Gestaltung (HfG) wurde im 19. Jahrhundert gelegt. 1832 hatte der Geometer Georg Fink auf eigene Kosten eine private Handwerkerschule gegründet. 1846 übernimmt der Gewerbeverein die Schule. Das Durchschnittsalter der Schüler liegt bei 15 Jahren. Von 1850 an gibt die Stadt einen Zuschuss.

1868 kommt es zur Gründung einer Kunstindustrieschule neben der Handwerkerschule. 1877 verschmelzen sie zur „Vereinigten Kunst-, Industrie- und Handwerkerschule“, 1885 wird sie in Kunstgewerbeschule umbenannt.

Ein neues Schulgebäude entsteht 1885 am Mathildenplatz. Die Schule hat 300 Schüler. 1902 erfolgt die Namensänderung in Technische Lehranstalten, sie gliedern sich in Bau-, Maschinenbau-, Kunstgewerbe- und Handwerkerschule.

1910 starten die Bauarbeiten für das von Professor Hugo Eberhardt geplante neue Schulgebäude am Isenburger Schloss, drei Jahre später folgt der Umzug. Während des Ersten Weltkriegs richtet Eberhardt dort „Werkstätten und Berufsübungslazarett Technische Lehranstalten“ ein, um Verwundeten die Wiedereingliederung ins Berufsleben zu ermöglichen. 1928 wird die Stadt Trägerin der Schule. Die Lehrer bezahlt der Staat, die Stadt kommt für die Sachkosten der Anstalt auf.

1934 lösen die Nationalsozialisten die Höhere Bauschule und 1937 die Maschinenbauschule auf, deren Klassen werden an die Landesbaugewerkschule in Darmstadt verlegt. Offenbach ist damit eine reine Kunstgewerbeschule geworden. 1943 wird das Gebäude durch Bomben schwer beschädigt.

Die Militärregierung ordnet im April 1945 die Einstellung des Unterrichts an, die Wiedereröffnung ist im Juli 1946. Seit 1949 heißt die Schule „Offenbacher Werkkunstschule“.

Am 15. September 1970 kommt es zur Gründung der Hochschule für Gestaltung (HfG) als Kunsthochschule des Landes Hessen mit den Fachbereichen Architektur, Grafik und Produktgestaltung. Sie hat 250 Studierende (heute sind es 787) und rund 50 Abendschüler. Erster Rektor ist Professor Hans Voss.

Die alte Lederklasse verschwindet mit Gründung der HfG. Leder spielt nur noch als eines von verschiedenen Materialien bei Produktgestaltung und Design eine Rolle. Der Fachbereich Architektur wird 1983 aufgelöst.

1994 bezieht die Hochschule Räume im Isenburger Schloss. Erster HfG-Präsident im Jahr 2000 ist der Jurist Frank Mußmann. 2001 beginnen die Arbeiten für einen Erweiterungsbau, den Westflügel. Seit 2006 ist Bernd Kracke, Professor für Elektronische Medien, Präsident. Seine dritte Amtszeit endet im September 2024.

2011 konstituiert sich der neue Hochschulrat, ihm gehören zehn Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst an. 2015 gibt das Land seine Entscheidung für einen HfG-Neubau im Hafen Offenbach bekannt.

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